Leitner bejubelt "hammergeilen Abend!"

Startelf-Debüt beim BVB

Der griechische Generalstreik, der vor zwei Wochen das Hinspiel des BVB in Piräus massiv beeinflusst hatte, hatte in der 86. Minute verspätet auch den Weg in Moritz Leitners Waden gefunden. Borussia Dortmunds Mittelfeldtalent, zuvor mit einem tadellosen Startelf-Debüt beim Deutschen Meister, ging von Krämpfen gepeinigt zu Boden. Seine Beine wollten einfach nicht mehr.

DORTMUND

von Von Dirk Krampe

, 03.11.2011, 07:44 Uhr / Lesedauer: 2 min
Lob von Klopp: Moritz Leitner.

Lob von Klopp: Moritz Leitner.

Leitner, der in der Vorbereitung schon angedeutet hatte, warum der BVB nicht gewillt war, den Leihvertrag mit Aufsteiger FC Augsburg noch zu verlängern, um ihm Spielpraxis zu geben, hatte einen märchenhaften Abend hinter sich. Erst bei der Teamsitzung vor dem Spiel am späten Dienstagnachmittag hatte Trainer Jürgen Klopp ihm das Signal gegeben, auf das er so lange hatte warten müssen. „Das war keine einfache Zeit“, gab er dann später zu. „Ich bin Fußballer. Natürlich will auch ich immer spielen. Aber der Trainer hat mich immer unterstützt, mir sehr geholfen. Ich habe auf das Signal gewartet und war bereit.“

Nervosität, sagt Leitner, habe er kaum empfunden beim Einlaufen ins Stadion, „da war nur eine unglaublich große Vorfreude. Flutlicht, dieses geile Stadion, das ist ein Traum!“ Wie der Deutsch-Österreicher seine Rolle im taktisch verändert auflaufenden BVB interpretierte, nötigte Respekt ab. Seine Ballsicherheit beeindruckte, seine Unbekümmertheit nicht weniger. Und Leitner lief sich mit 11,9 Kilometern sprichwörtlich die Lunge aus dem Leib. „Am Anfang“, erzählte Kapitän Sebastian Kehl, „war er ein bisschen nervös. Aber er hat sich unglaublich ins Spiel hineingekämpft und einen tollen Job gemacht.“

Leitner hat nach Wochen des Wartens ein bemerkenswertes Bewerbungsschreiben abgegeben und den Konkurrenzkampf auf der Doppel-Sechs noch weiter verschärft. Zweifel, sagt er, habe er bei seinem Wechsel zum BVB nie verspürt. „Ich wusste, dass ich als 18-Jähriger kaum Ansprüche stellen konnte und der Konkurrenzkampf enorm ist. Aber es war ein Riesenanreiz, beim Deutschen Meister zu spielen, vor dieser Kulisse und auf der Bühne Champions League. Das schafft nicht jeder.“ Moritz Leitner ist mit gesundem Selbstvertrauen ausgestattet – und er kann richtig gut Fußball spielen. Diese Kombination verspricht für Borussia Dortmund positive Erträge in der Zukunft. „Wir waren immer von ihm überzeugt“, meinte Sportdirektor Michael Zorc (49). „Ich glaube, jeder hat gesehen, dass wir an ihm noch viel Freude haben werden.“  

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