Lewandowskis geniale Tat erlöst den BVB

1:0-Sieg gegen Bayern

Borussia Dortmund ist der achten deutschen Meisterschaft einen riesigen Schritt näher gekommen. Der BVB gewann am Mittwochabend vor 80.720 Zuschauern den Liga-Hit gegen die Bayern nach packenden 90 Minuten verdient mit 1:0 und geht nun mit sechs Punkten Vorsprung auf die Zielgerade der Bundesliga.

DORTMUND

von Von Dirk Krampe

, 11.04.2012, 21:57 Uhr / Lesedauer: 3 min
Der Moment der Entscheidung: Robert Lewandowski bejubelt sein Tor zum 1:0.

Der Moment der Entscheidung: Robert Lewandowski bejubelt sein Tor zum 1:0.

Die Entscheidung in einer hochklassigen und mitreißenden Partie fiel in der 84. Minute, als die Bayern durch Arjen Robben einen von Roman Weidenfeller am Holländer verursachten Foulelfmeter verschossen. Weidenfeller hielt den von Robben viel zu unplatziert geschossenen Strafstoß mühelos.Lewandowski per Hacke ins Glück Sieben Minuten zuvor war der BVB in Führung gegangen. Nach einer zu kurz abgewehrten Ecke der Münchner gab Robert Lewandowski dem Schuss von Kevin Großkreutz per Hacke die notwendige Richtungsänderung.  Beim entscheidenden Tor entlud sich im Stadion die Spannung in einem riesigen Freudenschrei aus 72000 Kehlen. 8000 Bayern-Fans sanken in sich zusammen.

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Fußball-Bundesliga: BVB - Bayern München

Borussia Dortmund hat den Angriff des FC Bayern München bravourös abgewehrt und einen Meilenstein im Meisterrennen der Fußball-Bundesliga gesetzt. Beim 1:0 (0:0) im Duell der Topclubs schoss Robert Lewandowski (77. Minute) den verdienten Erfolg heraus.
11.04.2012
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Die Borussen feiern Roman Weidenfeller (l.), Neven Subotic (M.) sagt Arjen Robben die Meinung.© Foto: dpa
Party nach Spielende (v.l.): Marcel Schmelzer, Roman Weidenfeller und Sebastian Kehl.© Foto: dpa
Beim Gegentor chancenlos: FCB-Keeper Manuel Neuer.© Foto: dpa
Schwarzgelbe Partystimmung nach dem Abpfiff.© Foto: dpa
Roman Weidenfeller feiert den vierten Sieg in Serie über die Bayern.© Foto: dpa
Robert Lewandowski erzielte gegen den FCB seinen 20. Saisontreffer.© Foto: dpa
Arjen Robben (r.) vergibt kurz vor Schluss die große Chance zum 1:1. © Foto: dpa
Bedient: Bayerns Präsident Uli Hoeneß.© Foto: dpa
Hielt die drei Punkte fest: Roman Weidenfeller.© Foto: dpa
Arjen Robben (l.) kann es nicht fassen, die Borussen jubeln mit Roman Weidenfeller.© Foto: dpa
Die entscheidende Szene auf dem Weg zur schwarzgelben Meisterschaft? Roman Weidenfeller (r.) hält den Elfmeter von Arjen Robben.© Foto: dpa
Luiz Gustavo liegt nach dem Spiel enttäuscht auf dem Rasen des Signal Iduna Parks.© Foto: dpa
Die Meisterschaft ist zum Greifen nahe, Jürgen Klopp geht steil.© Foto: dpa
Schwarzgelbe Ekstase nach dem 1:0.© Foto: dpa
Sebastian Kehl (l.) gewinnt das Duell gegen Arjen Robben.© Foto: dpa
Die entscheidende Szene des Abends: Roman Weidenfeller hält den Elfmeter von Arjen Robben.© Foto: dpa
Bissiges Duell zwischen Kevin Großkreutz (l.) und Luiz Gustavo.© Foto: dpa
BVB-Matchwinner gegen die Bayern: Robert Lewandowski.© Foto: dpa
FCB-Trainer Jupp Heynckes.© Foto: dpa
Shinji Kagawa (r.) behauptet den Ball gegen Luiz Gustavo.© Foto: dpa
Pure Enttäuschung: Holger Badstuber (vorne).© Foto: DeFodi
Die Anspannung ist weg - der BVB kann jubeln.© Foto: DeFodi
Robert Lewandowski bejubelt sein Tor zum 1:0.© Foto: dpa
Richtige Ecke: Roman Weidenfeller (unten) hält Arjen Robbens Elfmeter.© Foto: DeFodi
Strenger Blick: Bayern-Präsident Uli Hoeneß.© defodi
Jürgen Klopp hat gut lachen nach dem Sieg über den FC Bayern.© Foto: DeFodi
Marcel Schmelzer (r.) gewinnt dieses Duell gegen Thomas Müller.© Foto: DeFodi
Manuel Neuer - hier gegen Robert Lewandowski - hatte im Signal Iduna Park einiges zu tun.© Foto: DeFodi
Franck Ribery (l.) und Neven Subotic schenken sich nichts.© Foto: DeFodi
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  Das war aber lange noch nicht das Ende: Neven Subotics Abwehrversuch per Kopf landete an der Dortmunder Latte (89.), die traf auch Lewandowski bei einem Konter in der Nachspielzeit. Es war der finale Höhepunkt in einer furiosen Partie, die das 4:4 gegen Stuttgart vor zwei Wochen noch einmal toppte und in die Geschichte eingehen wird.Die Luft brannte   Erst einmal in der Geschichte der Bundesliga hatte das Top-Duo an der Tabellenspitze vor dem 30. Spieltag mehr Punkte als in diesem Jahr Borussia Dortmund (66) und die Bayern (63) – die Aussicht auf einen Gipfel der Giganten elektrisierte im ausverkauften Signal Iduna Park die Luft. Die Spannung war schon vor dem Anpfiff spürbar, da gab es niemanden, der sich dieser besonderen Atmospäre entziehen konnte.   Auf dem Feld füllten beide Teams die Erwartungen sofort mit Leben. Mario Gomez‘ Kopfball nach nur 50 Sekunden folgte Ilkay Gündogans Traumpass auf Jakub Blaszczykowski, dessen Außenrist-Ball an Manuel Neuer vorbei ging, aber dann quer durch den Münchner Strafraum trudelte.Irrsinniges Tempo   Es war ein irrsinniges Tempo, das beide Teams vorlegten und das jeden im Stadion mitreißen musste. Dortmund verdichtete den Raum extrem im Bereich von zehn Metern vor und hinter der Mittellinie und bekam dadurch sofort Zugriff auf die Zweikämpfe.Und als es zu schnell ging für Bayern-Innenverteidiger Holger Badstuber, Blaszczykowski mustergültig in den Lauf von Kevin Großkreutz querlegte, verhinderte nur die sensationelle Rettungstat von Neuer nach der Direktabnahme von Großkreutz den Einschlag (6.).  Erinnerungen wurden wach an den Februar 2011, als es Schalke 04 nur seinem Torwart Neuer zu verdanken hatte, am Ende mit einem 0:0 aus dem Spiel zu gehen.Pfiffe gegen Neuer   Neuer, dessen blau-weiße Vergangenheit mit lautstarken Pfiffen Dortmunder Fans quittiert wurde, wann immer er an den Ball kam, wäre aber nach Robert Lewandowskis präzisem Kopfball nach Flanke von Blaszczykowski machtlos gewesen. Zum 18. Mal in dieser Saison aber klatschte ein Dortmunder Ball vernehmlich gegens Aluminium – Dortmunds größte Chance der ersten 45 Minuten (37.).   In dieser Phase hatte der BVB trotz eines statistischen Übergewichts der Münchner beim Ballbesitz längst die Kontrolle. Und hätte Shinji Kagawa, der quer durch den Bayern-Strafraum laufen durfte, nicht viel zu lang mit dem Schuss gezögert (25.), hätte es schon eher 1:0 stehen können.Hohes Tempo - lahme Gäste   Bis auf einen Schuss von Toni Kroos (30.) hatte der Gast wenig zu bieten. Im perfekten Zusammenspiel der Außen-Duos nahm Dortmund Bayerns Topstars Ribery und Robben beinahe komplett aus dem Spiel. In der Zentrale bliebb dazu Gomez blass. Thomas Müller tauchte komplett ab. Das Tempo aber blieb auf beiden Seiten hoch - 57,2 Kilometer lief der BVB bis zur Pause, die Bayern nur drei weniger.   Mit jeder Minute nach der Pause wuchs der Respekt voreinander in gleichem Maße, wie die Kräfte schwanden. Es ging um Ballkontrolle, beide Seiten wagten nicht das große Risiko. Die Partie lebte weiter von der elektrisierenden Spannung, nach Kroos‘  Flanke hatte dann Franck Ribery die größte Chance für die Gäste (60.). Wenige Sekunden später brachte Bayern-Trainer Jupp Heynckes Bastian Schweinsteiger für Müller und zog in der Zentrale den bärenstarken Kroos weiter nach vorn.Bayern wird stärker   Die Bayern wurden stärker, weil der BVB sich zu weit zurückzog und viele Bälle im Aufbau zu schnell verlor. Vor den Toren passierte bis zu Kagawas Linksschuss (73.) wenig. BVB-Trainer Jürgen Klopp brachte mit Leitner und Perisic frische Kräfte, Heynckes ersetzte Gomez durch  Olic.Dann kam der geniale Moment von Lewandowski, Klopp flippte an der Seitenlinie völlig aus. Und im Stadion brachen alle Dämme. Und nach Weidenfellers Großtat gegen Robben nehmen die Träume allmählich konkrete Formen an. Nur noch vier Spiele…  

TEAMS UND TORE:
BVB: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - Kehl, Gündogan (74. Perisic) - Blaszczykowski (89. Owomoyela), Kagawa (74. Leitner), Großkreutz - Lewandowski
FCB: Neuer - Lahm, Boateng, Badstuber, Alaba - Luiz Gustavo, Kroos - Robben, Müller (61. Schweinsteiger), Ribéry - Gomez (75. Olic)

Tor: 1:0 Lewandowski (77.)
Schiedsrichter: Kircher (Rottenburg)
Zuschauer: 80.720 (ausverkauft)
Gelbe Karten: --- / ---
Besonderes Vorkommnis: Weidenfeller hält Foulelfmeter von Robben (85.)

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