Hinter BVB-Abwehrchef Mats Hummels liegt eine durchwachsene Hinrunde. © Groeger
Borussia Dortmund

Löchrige BVB-Defensive: Abwehrchef Mats Hummels steht in der Pflicht

Auch unter Marco Rose bleibt die BVB-Defensive ein fragiles Gebilde. 26 Bundesliga-Gegentore sprechen eine deutliche Sprache. Nach einer durchwachsenen Hinrunde steht auch Mats Hummels in der Pflicht.

In seiner Karriere hat Mats Hummels schon weitaus größere „Krisen“ gemeistert als eine durchwachsene Hinrunde (RN-Notenschnitt 3,21). Fast immer nach großen Turnieren dauerte es seine Zeit, bis Motivation, Fitness und Form wieder auf einem Top-Niveau waren. Aber immer kam Hummels stark zurück. Auch auf seine Ausbootung bei den Bayern reagierte er mit einer beeindruckenden Leistungskonstanz beim BVB.

BVB-Trainer Rose über Hummels: „Startet auf einem anderen Niveau“

Dennoch hatte der Dortmunder Abwehrchef über die kurze Feiertagspause einiges zu verarbeiten. Auch für seine eigenen Ansprüche hat Hummels bis Weihnachten zu wenig auf dem Platz gebracht: zu wenig von seinen immer noch vorhandenen Qualitäten, zu wenig Führungsstärke, wobei das eine mit dem anderen und natürlich auch mit den gesundheitlichen Problemen, die er permanent hatte, zusammenhängt. Hummels hat 14 Liga-Spiele absolviert und sich auch in der Champions League in den Dienst der Mannschaft gestellt. Aber es gelang ihm dabei nicht, die Schmerzen der gereizten Patellasehne immer zu ignorieren und beiseite zu schieben.

In der Rückrunde soll nun alles besser werden. Hummels, sagt Marco Rose, werde „auf einem ganz anderen Niveau als im Sommer starten.“ Da kehrte er enttäuscht und verletzt von der Europameisterschaft zurück, die Knieprobleme, durch die er verspätet in die Vorbereitung einstieg, sind für den 33-Jährigen zu einem ständigen Begleiter geworden. Aber, betont sein Trainer, „wir haben es aktuell sehr gut im Griff, er zeigte ja zuletzt schon ansteigende Form.“

Der BVB startet ohne Manuel Akanji und Dan-Axel Zagadou

Auch Hummels ist einer der Spieler im Kader, für die beginnend mit dem Spiel in Frankfurt wichtige Wochen anbrechen. Als ein absoluter Führungsspieler kehrte er aus München zurück, diese Typen werden vor allem gebraucht, wenn Not am Mann ist oder es nicht läuft. Beides trifft auf die Borussia zu: Der enttäuschend verlaufene Dezember mit dem Ausscheiden aus der Königsklasse und dem 2:3 bei Hertha BSC als Schock zum Ausklang der Hinrunde hängt immer noch in den Klamotten, und gleich zu Beginn der Rückrunde kämpft Rose mal wieder mit Besetzungsproblemen in Hummels‘ Kernarbeitsbereich.

Das ist unbestritten ein Punkt, an dem der BVB seinen Vize-Kapitän dringender denn je benötigt. Egal, wen Rose neben Hummels aufbieten wird, es wird keine Ideallösung auf dem Platz stehen. Wie auch, ohne den formstarken Manuel Akanji und ohne die erste Alternative Dan-Axel Zagadou. Also, bestätigt der Trainer, verlange er von einem der erfahrensten Spieler im Kader, mit Leistung und Führungsstärke voranzugehen. „Er muss Verantwortung übernehmen, gerade am Anfang, wo und Manu und Daxo fehlen.“ Der BVB sei auf Hummels‘ „Erfahrung und Qualität angewiesen.“

Bundestrainer Hansi Flick übt Kritik an BVB-Spieler Hummels

Auch aus einem anderen Grund werden es wichtige Monate für Mats Hummels. Beim Neustart der Nationalmannschaft unter Bundestrainer Hansi Flick blieb er bislang außen vor, das ließ sich im September mit seiner Verletzung erklären, im Oktober und November dann aber schon weniger. Und im Dezember äußerte Flick deutliche Kritik am Dortmunder Abwehrchef. Hummels habe momentan „nicht dieses Niveau, diese Qualität in seinem Spiel. Ich weiß auch, wenn ich ihn so sehe, auch mit ihm spreche, dass er schon so das eine oder andere Problemchen hat“, meinte Flick.

Interessant dabei allerdings der noch folgende Satz. Denn von Hummels‘ Qualität sei er nach wie vor überzeugt, erklärte Flick, daher stehe „die Tür weiter offen.“ Ob Mats Hummels tatsächlich noch hindurchgeht und im Spätherbst dann bei der Weltmeisterschaft seine DFB-Karriere würdig beenden kann, dahinter stehen tatsächlich einige Fragezeichen. Hummels wird sich in den kommenden Monaten nachhaltig empfehlen müssen – vor allem im Verein, wo er eine überdurchschnittlich gute Rückrunde bei Borussia Dortmund benötigt.

Über den Autor
BVB-Redaktion
Dirk Krampe, Jahrgang 1965, war als Außenverteidiger ähnlich schnell wie Achraf Hakimi. Leider kamen seine Flanken nicht annähernd so präzise. Heute nicht mehr persönlich am Ball, dafür viel mit dem Crossbike unterwegs. Schreibt seit 1991 für Lensing Media, seit 2008 über Borussia Dortmund.
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Dirk Krampe

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