Löw verzichtet auf Reus - Ginter fährt nach Russland

Dahoud bei der U21-EM

Bundestrainer Joachim Löw verzichtet beim Confed-Cup wie angekündigt auf BVB-Spieler Marco Reus. Der 57-Jährige hat für den Fifa-Konföderationen-Pokal (17. Juni bis 2. Juli) aus Dortmund nur Matthias Ginter nominiert. Bei der U21-EM (16. Juni bis 30. Juni) wird Trainer Stefan Kuntz auf einen künftigen Borussen setzen.

DORTMUND

, 17.05.2017, 13:39 Uhr / Lesedauer: 2 min
Löw verzichtet auf Reus - Ginter fährt nach Russland

Bundestrainer Joachim Löw gönnt Marco Reus nach Saisonende ein paar Wochen Urlaub, er nominierte den 27-Jährigen nicht für den Confed-Cup in Russland.

Joachim Löw macht aus der WM-Generalprobe ein Mega-Experiment. Mit sechs Neulingen, darunter dem 29 Jahre alten Sandro Wagner von 1899 Hoffenheim, tritt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft beim Confederations Cup in Russland an. 

Nur Ginter dabei

„Das ist ein Sommer mit besonderen Herausforderungen“, sagte Löw bei der Bekanntgabe seines Aufgebots in der DFB-Zentrale. Zahlreiche etablierte Kräfte bekommen eine Pause. Im „Perspektivkader“ für den Konföderationen Pokal stehen im Dortmunder Matthias Ginter, Julian Draxler und Shkodran Mustafi nur noch drei Weltmeister.

Nicht im Aufgebot sind die Dortmunder Marco Reus und Andre Schürrle; Julian Weigl fehlt verletzt. Auch der Wolfsburger Mario Gomez ist nicht dabei. "Mit Marco habe ich ausführlich gesprochen. Ich hätte ihn gerne dabei gehabt, aber ich musste aber auch das Risiko abwägen", erklärte Löw. "Er hatte in diesem Jahr einige Verletzungen und das Turnier hätte sicherlich einige Substanz gekostet."

"Über allem steht die WM 2018"

„Der Confed Cup ist ein Zwischenstation, wo wir unsere Erfahrungen machen“, sagte Löw und betonte nochmals: „Über allem stehen die WM 2018 und der Weg nach Moskau. Die WM ist das allergrößte Turnier.“ Das stark veränderte Löw-Team wird in der Gruppe B zunächst am 19. Juni in Sotschi gegen Australien antreten. Drei Tage später folgt die Partie in Kasan gegen Chile. Am 25. Juni ist wieder in Sotschi Afrikameister Kamerun der Kontrahent. 

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Sechs Neue für Löw: Von Spätberufenen bis zum neuen Gattuso

Gleich sechs Spieler hat Joachim Löw erstmals ins Aufgebot der deutschen Fußball-Nationalmannschaft berufen. Beim Confed-Cup in Russland dürfen sie sich weiter in den Vordergrund spielen. Es sind interessante Typen.
17.05.2017
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Diego Demme (RB Leipzig) - der neue Gattuso.

Diego Demme ist die eigentliche Entdeckung der Saison bei RB Leipzig. Der Deutsch-Italiener, der seit 2010 Profi in Bielefeld und Paderborn war, kam 2014 nach Leipzig. Im defensiven Mittelfeld ist er aus dem Team von Ralph Hasenhüttl nicht wegzudenken. „Er ist ein kleiner Gattuso“, bemerkte Löw. Gennaro Gattuso war einst als kompromissloser Abräumer beim AC Mailand berühmt. Demme ist zugleich intelligenter Spieleröffner, läuft bei RB die meisten Kilometer.© Foto: dpa
Kerem Demirbay (1899 Hoffenheim) - der Tempomacher.

Schlagzeilen schrieb der heutige Mittelfeldspieler einst bei Fortuna Düsseldorf, als er zu Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus sagte: „Frauen haben im Männerfußball nichts zu suchen.“ Demirbay hat das längst als Fehler bezeichnet. In Hoffenheim begeistert der 23-Jährige mit Dribblings, Tempo und Ballsicherheit. Sechs Tore und neun Assists sprechen für den Ex-Hamburger. Löw möchte Demirbay, der aus einer türkischen Familie stammt, für den DFB sichern. Wie einst Mesut Özil.© Foto: dpa
Marvin Plattenhardt (Hertha BSC) - der Freistoß-Spezialist.

Der in Filderstadt geborene Linksfuß ist bei Hertha BSC eine feste Größe, seit Trainer Pal Dardai Anfang 2015 übernommen hat. „Plattes“ Freistöße sind gefürchtet. Er beackert die linke Flanke vorn und hinten. „Es zeigt seit zwei Jahren konstant seine Qualität“, lobte Dardai. „Plattenhardt hat mit Hertha BSC eine gute Saison gespielt. Er ist 25 Jahre und hat eine Perspektive“, sagte Bundestrainer Löw. In dieser Saison schoss er drei Freistöße direkt ins Tor.© Foto: dpa
Lars Stindl (Borussia Mönchengladbach) - die Führungspersönlichkeit.

Der Kapitän von Borussia Mönchengladbach ist am Niederrhein zum Führungsspieler und Torjäger aufgestiegen. In den DFB-Auswahlmannschaften kam er bislang einmal in der U21 und dreimal in der U20 zum Einsatz. „Ich habe mich sehr über den Anruf des Bundestrainers gefreut. Es ist eine große Ehre für mich, im Kader der Nationalmannschaft zu stehen“, sagte Stindl nach der Berufung. „Er ist eine Führungspersönlichkeit mit Torgefahr“, erklärte Löw.© Foto: dpa
Sandro Wagner (1899 Hoffenheim) - der Spätberufene.

Der 29-Jährige von 1899 Hoffenheim hatte sich im Dezember als „mit Abstand“ besten deutscher Stürmer bezeichnet. An Selbstbewusstsein mangelt es dem 1,95 großen Profi nicht. Bisher elf Saisontore hat der Angreifer erzielt, der auch mal gerne Fouls provoziert. Mit Hoffenheim in der Champions League und dem DFB-Team beim Confed Cup kann Wagner beweisen, dass er internationale Klasse hat. „Er bringt eine besondere Note ins Spiel“, betonte der Bundestrainer.© Foto: dpa
Amin Younes (Ajax Amsterdam) - der Europacup-Finalist.

U17, U18, U19, U20, U21 - Amin Younes sammelte in den Jugendteams des DFB bereits reichlich Länderspiel-Erfahrung. Nun steht der Europa-League-Finalist von Ajax Amsterdam vor seinem Debüt bei Joachim Löw. Der 23-jährige Offensivmann spielte bei den Niederländern eine starke Saison traf unter anderem im Halbfinale der Europa League gegen Olympique Lyon und zuvor im Viertelfinale gegen Schalke 04.© Foto: dpa
Schlagworte DFB

Bei der U21-Europameisterschaft wird kein Borusse dabei sein. In Mahmoud Dahoud steht allerdings ein Spieler im Aufgebot, der in der kommenden Saison für die Borussia aufläuft.

Mit dpa

 

Der Confed-Cup-Kader im Überblick:

Tor: Bernd Leno (Bayer Leverkusen), Marc-Andre ter Stegen (FC Barcelona), Kevin Trapp (Paris St. Germain)

Abwehr: Matthias Ginter (Borussia Dortmund), Jonas Hector (1. FC Köln), Benjamin Henrichs (Bayer Leverkusen), Joshua Kimmich (Bayern München), Shkodran Mustafi (FC Arsenal), Marvin Plattenhardt (Hertha BSC), Antonio Rüdiger (AS Rom), Niklas Süle (TSG Hoffenheim)

Mittelfeld/Angriff: Julian Brandt (Bayer Leverkusen), Emre Can (Liverpool FC), Kerem Demirbay (TSG Hoffenheim), Diego Demme (RB Leipzig), Julian Draxler (Paris St. Germain), Leon Goretzka (Schalke 04), Sebastian Rudy (TSG Hoffenheim), Leroy Sané (Manchester City), Lars Stindl (Borussia Mönchengladbach), Sandro Wagner (TSG Hoffenheim), Timo Werner (RB Leipzig), Amin Younes (Ajax Amsterdam)

 

Der U21-EM-Kader im Überblick:

Tor: Jannik Huth (Mainz 05), Julian Pollersbeck (1. FC Kaiserslautern), Marvin Schwäbe (Dynamo Dresden)

Abwehr: Timo Baumgartl (VfB Stuttgart), Yannick Gerhardt (VfL Wolfsburg), Gideon Jung (Hamburger SV), Thilo Kehrer (Schalke 04), Marc-Oliver Kempf (SC Freiburg), Lukas Klünter (1. FC Köln), Niklas Stark (Hertha BSC), Jonathan Tah (Bayer Leverkusen), Jeremy Toljan (TSG Hoffenheim)

Mittelfeld/Angriff: Nadiem Amiri (TSG Hoffenheim), Waldemar Anton (Hannover 96), Maximilian Arnold (VfL Wolfsburg), Mahmoud Dahoud (Borussia Mönchengladbach), Serge Gnabry (Werder Bremen), Janik Haberer (SC Freiburg), Dominik Kohr (FC Augsburg), Max Meyer (Schalke 04), Levin Öztunali (Mainz 05), Maximilian Philipp (SC Freiburg), Felix Platte (Schalke 04), Davie Selke (RB Leipzig), Mitchell Weiser (Hertha BSC)

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