Mahmoud Dahoud - Licht, Schatten und viel Konkurrenz im aufgerüsteten Kader des BVB

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Neue Saison, neuer Angriff! Der BVB will Meister werden - mit Mahmoud Dahoud. Wir beleuchten Form und Perspektive jedes Spielers. Der nächste Teil: Dahouds schwieriger Kampf mit sich selbst.

Dortmund

, 14.08.2019 / Lesedauer: 3 min

Ganz Fußball-Deutschland fiebert der Bundesliga-Spielzeit 2019/2020 entgegen. Vor dem Auftakt in die Saison, an deren Ende Borussia Dortmund Deutscher Meister sein will, nehmen wir jeden Spieler im BVB-Kader unter die Lupe.

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Was zeichnet Mahmoud Dahoud aus?

An guten Tagen gehorcht Dahoud der Ball. Dann sieht alles elegant aus, dann gelingt es ihm auch, die Fäden in der Hand zu halten, die Mitspieler in Szene zu setzen und selbst gefährlich zu werden.

Seine Ballbehandlung ist gut, das Spiel versteht er instinktiv, aus der Tiefe des Raumes in die Spitze zu stoßen, ist ebenso Markenzeichen seines Spiels wie die Fähigkeit, als reiner Ballverteiler Verlagerungen zu initiieren oder den Weg für einen Nebenmann zu bereiten. Kam er zuletzt meistens dann zum Zug, wenn Trainer Lucien Favre die Alternativen ausgingen, vertraute der Schweizer dem in Syrien geborenen Dahoud in München die Rolle des Gestalters an.

Der Sinn dahinter: Dahoud sollte das Mittelfeld nach Ballgewinnen überbrücken, und die schnellen Offensivkräfte wie Jadon Sancho, Jacob Bruun Larsen oder Marco Reus bedienen, um die Bayern ungeordnet überrumpeln zu können. Nur ging der Plan nicht auf, weil Dahoud diese Fähigkeit in diesem bedeutenden Spiel nicht auf den Platz brachte.


Wie lief die Vorbereitung?

Wie erwartet, kann man sagen. Dahoud kam spät nach seiner Teilnahme an der U21-EM und mit einer neuen Frisur. Die vollen Haare scheinen nur schwer zu bändigen zu sein, vielleicht war es ein äußeres Zeichen der Veränderung, die dokumentieren soll, dass es Dahoud auch auf dem Platz mit einer anderen Herangehensweise versuchen will.

Mahmoud Dahoud - Licht, Schatten und viel Konkurrenz im aufgerüsteten Kader des BVB

Mahmoud Dahoud konnte beim Testspiel in Münster nicht überzeugen. © imago

Doch Licht und Schatten – was man von ihm aus den vergangenen beiden Jahren schon kannte – wechselten sich auch in diesem Sommer ab. Der Geheimtest gegen Zürich war sein Vorbereitungs-Highlight, als viel von dem zu sehen war, was Borussia Dortmund seinerzeit veranlasste, ihn für den Schnäppchenpreis von etwas mehr als zehn Millionen Euro zu verpflichten. Expemplarisch aber wohl eher die Partie am vergangenen Samstag in Münster: Dahoud war das Bemühen anzuerkennen, er bewegte sich viel, forderte die Bälle. Doch die richtigen Lösungen, um das Spiel seiner Mannschaft schnell zu machen, fand er zu selten.

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Wie ist die sportliche Perspektive für die neue Saison?

Sie hat sich nicht grundlegend verbessert. 23 Liga-Spiele bestritt er für Schwarzgelb in seiner ersten Saison, nur 14 waren es unter Lucien Favre in der vergangenen Saison. Im 4-2-3-1 kann Favre neben (dem unersetzbaren) Axel Witsel zwischen Julian Weigl und Thomas Delaney wählen. Weiter vorne im Zentrum wird der Trainer eher auf Reus und Brandt setzen.

Dahoud wird Geduld brauchen. In der deutschen U21-Auswahl war er auch bei der Europameisterschaft eine zuverlässige Kraft, doch wenn es nicht nur gegen Gleichaltrige, sondern in der Liga und international auch gegen mit allen Wassern gewaschene Spieler geht, stößt er noch an seine Grenzen. Obwohl er erst 23 Jahre alt ist, muss er diese Schwäche schnell abstellen, mehr Reife und Abgeklärtheit in sein Spiel bekommen.

Eine Verletzung eines Positionskonkurrenten könnte seine Situation sofort verändern. Zum Start der Saison aber sind seine Perspektiven im weiter aufgerüsteten BVB-Kader nicht gut.

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