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Mainzer Bell über das Wiedersehen mit Tuchel

Der BVB-Gegner

Stefan Bell (24) hat bislang 71 Prozent seiner Zweikämpfe in dieser Saison gewonnen - Liga-Bestwert. Gelernt hat der Innenverteidiger lange Zeit unter dem Trainer Thomas Tuchel. Am Freitag trifft Bell im Heimspiel der Mainzer gegen Borussia Dortmund seinen langjährigen Förderer wieder. Tobias Jöhren hat sich vor dem Spiel mit ihm unterhalten.

DORTMUND

, 15.10.2015 / Lesedauer: 4 min
Mainzer Bell über das Wiedersehen mit Tuchel

Trifft seinen langjährigen Förderer Thomas Tuchel wieder: Stefan Bell (r.).

Auf Ihrer Internetseite steht: Stefan Bell - entschlossen, selbstbewusst, willensstark, verwurzelt, lässig. Das trifft irgendwie auch auf Mainz 05 zu. Passt es deswegen so gut zwischen Ihnen und Ihrem Klub? (lacht) Gute Frage, könnte man so sagen. Ich weiß gar nicht, ob ich immer so war oder erst durch den Verein so geworden bin. Ich glaube, ich passe ganz gut hierher. Für viele Werte, die mir wichtig sind, steht auch der Verein.

Was macht Fußballspielen in Mainz aus? Wir definieren uns sehr stark über mannschaftliche Geschlossenheit und Leidenschaft. Ich glaube, anders könnten wir in der Bundesliga auch nicht bestehen.

Freitag kommt Borussia Dortmund in die Coface Arena, was erwarten Sie für ein Spiel? Es wird ein temporeiches Spiel, es wird hin und her gehen, weil sich beide Mannschaften über Umschaltfußball definieren und läuferisch sehr stark sind. Für die Zuschauer dürfte es ein interessantes Spiel werden.

Welche fußballerischen Waffen hat Mainz 05, um dem BVB gefährlich zu werden? Diejenigen, die uns schon immer stark gemacht haben, nämlich dass jeder von den elf Spielern auf dem Platz weiß, dass er sich dem Mannschaftsgefüge unterzuordnen hat und gegen den Ball verteidigen muss. Dann können wir unsere Umschaltchancen nutzen. Es geht nur, wenn wirklich alle zusammen funktionieren.

Bisher gab’s in dieser Saison vier Siege und vier Niederlagen. Abgesehen von Ingolstadt am ersten Spieltag unterlagen Sie gegen die Spitzenteams aus München, Leverkusen und Schalke. Jetzt kommt wieder eine Spitzenmannschaft. Gibt’s erstmals etwas Zählbares gegen ein Team von oben? Wir haben gegen Leverkusen, Bayern und Schalke (0:1, 0:3, 1:2, Anm. d. Red.) viel richtig gemacht. Wir waren in keinem Spiel chancenlos, auch wenn das Ergebnis gegen Bayern etwas anderes aussagt. Gegen Leverkusen und Schalke waren es zwei enge Spiele, in denen wir eigentlich gut drin waren. Gegen Dortmund müssen wir nicht das Spiel machen oder besonders oft den Ball haben, sondern wir müssen uns auf unsere Stärken konzentrieren, also auf das Spiel gegen den Ball und unser Umschaltspiel. Außerdem wollen wir natürlich das Stadion mitnehmen. Freitagabendspiel unter Flutlicht - da läuft auch viel über die Stimmung und die Emotionalität.

Emotionalität ist das Stichwort. Es kommt auch zum Wiedersehen mit Ihrem langjährigen Trainer, Thomas Tuchel, unter dem Sie 2009 Deutscher A-Jugend-Meister geworden und später zum Bundesligaspieler gereift sind. Ein besonderes Spiel? Wir spielen gegen Borussia Dortmund und nicht gegen Thomas Tuchel. So gehen wir das Spiel auch an. Es ist ein besonderes Spiel, weil es Freitagabend ist, unter Flutlicht stattfindet und es gegen Borussia Dortmund geht. Aber sicherlich wird es schön, ein paar Leute wiederzusehen, mit denen man jahrelang gearbeitet hat. Das ist nicht nur Thomas Tuchel, sondern das sind auch Co-Trainer Arno Michels, Videoanalyst Benny Weber, Joo-Ho Park und Jonas Hofmann.

Was zeichnet Thomas Tuchel als Trainer aus? Was jeder direkt merkt, wenn er mit ihm zu tun hat, ist, dass er - von der Fußballkompetenz her, von der Spielidee her – ein absoluter Fachmann ist. Er weiß ganz genau, was er sehen und wie er spielen will. Er kann sehr gut Spiele und Gegner analysieren. Man liest ja oft vom akribischen Arbeiter und Taktiker, das trifft es eigentlich gut.

Tuchels überraschender Abgang aus Mainz 2014 wird jetzt wieder zum Thema. Ihr Präsident, Harald Strutz, wirft Tuchel schlechten Stil vor. Wie hat die Mannschaft die Entscheidung damals aufgefasst? Es war überraschend, klar. Es war auch schade, weil wir eine starke Saison gespielt hatten. In der Mannschaft ist es aber nie so ein großes Thema gewesen wie in der Öffentlichkeit. Wir sind alle Profis genug, um zu wissen, dass so etwas dazugehört. Wie und was im Hintergrund wirklich abgelaufen ist, kann und will ich gar nicht beurteilen. Für mich persönlich war es schade, weil ich sehr viel von ihm gelernt habe und er ein sehr guter Trainer ist. Aber als die Sommerpause zu Ende war, ging es mit einem neuen Trainer weiter. So ist das Geschäft.

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