Mane zum FC Bayern statt 2014 zum BVB: Klopps Einsicht, Adeyemis Pointe

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Jürgen Klopp umarmt Sadio Mane.
Liverpool-Trainer Jürgen Klopp (l.) muss ab der kommenden Saison ohne Sadio Mane auskommen. © dpa
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Jürgen Klopp musste sich damals entscheiden für einen Offensivspieler. Mehr gaben die Möglichkeiten bei Borussia Dortmund im Sommer 2014 nicht her. Die Wahl fiel auf Shinji Kagawa, den der BVB in einer spektakulären Aktion von Manchester United zurückholte. Sportlich war die zweite Periode des Japaners in Dortmund weniger von Erfolg gekrönt. Und Trainer Klopp ärgerte sich mächtig, dass er sich nicht für einen anderen Spieler entschieden hatte: Sadio Mane.

Ex-BVB-Trainer Klopp über Mane: „Da saß ein richtig junger Kerl“

Beim FC Salzburg in Österreich hatte der junge Senegalese, gerade 22 Jahre alt, für Aufsehen gesorgt. Nach zwei Jahren in der Aufzuchtstation des RB-Konzerns war er bereit für den nächsten Schritt auf der Karriereleiter. Und es war nicht allein die hohe Ablöseforderung der Salzburger, die Dortmund zurückschrecken ließ, als Klopp und Mane sich trafen.

„Ich habe ihn in Dortmund getroffen, wie immer trug ich meine Kappe. Vielleicht war mein Look nicht so, wie er heute ist, und ich war jünger. Doch ich hatte die Klamotten an, die ich für die besten hielt“, erklärte Mane Jahre später in einem Interview mit der „Times“. Klopp erinnerte sich in der Dokumentation „Made in Senegal“ ähnlich an das erste Treffen. „Da saß ein richtig junger Kerl. Seine Kappe saß schief und er trug diese blonden Strähnen, die er heute noch hat. Er sah aus wie ein Rapper. Ich dachte mir: Für sowas habe ich keine Zeit.“

Sadio Mane wechselt über den Umweg Southampton nach Liverpool

Mane wechselte 2014 schließlich zum FC Southampton für geschätzte 15 Millionen Euro Ablöse. Und zwei Jahre später zum FC Liverpool. Trainer dort: Jürgen Klopp. „Ich weiß nicht genau, warum ich ihn damals nicht verpflichtet habe“, sagte der LFC-Coach über seinen Wunschspieler, den er einst verschmäht hatte. Ein „Fehler“, wie er in England einräumte. „Ich mag den Spieler, es war mehr ein Gefühl. Rund drei Monate später hätte ich mich dafür schlagen können.“ Da war es für den BVB zu spät.

Mit den „Reds“ gewannen Klopp und Mane den Titel in der Premier League und die Champions League. Jetzt wechselt der Torjäger im gestandenen Fußballeralter von 30 Jahren zu Dortmunds Ligakonkurrent FC Bayern München, inklusive aller Boni für mehr als 40 Millionen Euro.

BVB-Neuzugang Adeyemi über Mane: „Ein unfassbarer Spieler“

Einem anderen Stürmer, der einen ähnlichen Weg gehen will wie Mane, gefällt das – augenzwinkernd – gar nicht. Neu-Borusse Karim Adeyemi hat ebenso die Nachwuchsschule der Salzburger durchlaufen. Er ist, ähnlich wie vor acht Jahren Mane, auf dem Sprung zu einer großen Karriere. Adeyemi hält den Senegalesen für „einen unfassbaren Spieler, einen der besten Außenspieler der Welt“.

In Salzburg habe er erfahren, dass Mane „am Anfang nicht so gespielt hat, dass er sich brutal entwickelt hat“. Das sporne ihn an. Für die Bundesliga, erklärte Adeyemi bei der Nationalmannschaft, „wäre es super, wenn er da spielen würde. Das würde die Bundesliga nochmal attraktiver machen. Aber“, ergänzte er, „halt beim falschen Verein“. So wie 2014.