Marc Quambusch über die Aktion "Kein Zwanni"

Hohe Eintrittspreise

Das Aktionsbündnis "Kein Zwanni - Fußball muss bezahlbar sein" feiert mit seinem Boykottaufruf der Partie der TSG Hoffenheim gegen Borussia Dortmund wegen der überhöhten Eintrittspreise für Gäste-Sitzplatzkarten einen durchschlagenden Erfolg. Die TSG hat angekündigt, künftig auf derartige Zuschläge zu verzichten. Dirk Krampe hat mit Marc Quambusch, dem Mitbegründer des Bündnisses, über seine Arbeit gesprochen.

DORTMUND

, 23.09.2015, 23:53 Uhr / Lesedauer: 2 min
Marc Quambusch über die Aktion "Kein Zwanni"

Marc Quambusch (r.), Mitbegründer des Bündnisses "Kein Zwanni".

Sie sind schwer zu erreichen. Geben sich die Gratulanten gerade die Klinke in die Hand? (lacht) Nein, nein. Die Resonanz ist natürlich positiv, hält sich aber noch in Grenzen. Ich telefoniere auch beruflich viel, mein Leben besteht ja nicht nur aus dem „Zwanni“-Bündnis oder Borussia Dortmund.

Wie überrascht sind Sie vom Erfolg Ihrer Aktion? Das kam schon sehr überraschend. Wir erzielen ja zumeist die Wirkung erst hinterher, von daher sind wir sehr erfreut, wie schnell die TSG da reagiert hat.

Sie engagieren sich mit Ihrem Bündnis seit Jahren für faire Eintrittspreise. Muss man aus marktwirtschaftlicher Sicht nicht akzeptieren, dass die Nachfrage den Preis bestimmt? Fußball ist aber nicht nur Marktwirtschaft, Fußball ist vor allem auch Emotion. Gerade diejenigen Fans, die massiv zur Stimmung beitragen - Auswärtsfahrer sind ja fast immer aktive Supporter . müssen dann auswärts auch noch extra zahlen.

Über welche Summen reden wir da? Auf das Jahr gerechnet reden wir da beim BVB von einer Größenordnung zwischen 180 und 210 Euro für die billigste Sitzplatzkategorie. Das wäre anders, wenn ich zum Beispiel als Fan von Greuther Fürth zu Auswärtsspielen fahre.

Sie haben sich als Anhänger von Borussia Dortmund in der Vergangenheit durchaus auch als kritischer Beobachter einzelner Entwicklungen beim BVB gezeigt … Ja, zum Beispiel haben wir seinerzeit um die Abschaffung von Top-Zuschlägen im Stehplatzbereich gekämpft. Wir finden das ganz normal, dass man sich auch kritisch mit dem eigenen Verein auseinandersetzt. In der Sache auch mal kontrovers zu diskutieren, das gehört meiner Meinung nach dazu.

Das hat das Verhältnis nicht belastet? Man muss sich nicht immer harmonisch in den Armen liegen. Wir haben ja erst kürzlich mit dem Verein über die Preise für die Europa League diskutiert. Streit gehört dazu.

Wie wichtig war bei der jetztigen Aktion die Unterstützung der BVB-Geschäftsführung durch Hans-Joachim Watzke? Ich finde es gut von Herrn Watzke, dass er sich da auch persönlich für uns eingesetzt hat. Das hat zusammen mit dem Boykott unserem Anliegen noch einen Anschub gegeben.

Welche Aktionen stehen demnächst auf dem Plan? Geplant ist nichts im Augenblick. Wir warten mal ab, was sich die Vereine so einfallen lassen (lacht).

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