Marco Reus ist der Comeback-König beim BVB

Sofort hohes Niveau

Nach 42 Tagen Zwangspause genügen ihm 122 Sekunden auf dem Spielfeld. Querpass von Christian Pulisic, Marco Reus drückt den Ball mit dem rechten Absatz hinter seinem Standbein her über die Torlinie, 1:0 für den BVB. Reus ist der Comeback-König - und sorgt bei Fans und Team-Kollegen für kollektive Freude.

DORTMUND

, 18.04.2017 / Lesedauer: 3 min
Marco Reus ist der Comeback-König beim BVB

Ein Spieler mit seinem Können benötigt keine Eingewöhnungszeit: Marco Reus (M.) nimmt Glückwünsche entgegen.

Mit dem Blitztreffer erzielte Reus nicht nur das schnellste BVB-Tor dieser Spielzeit. Er zauberte in der angespannten Situation vor der Partie gegen die Eintracht aus Frankfurt auch ein Lächeln auf die Gesichter der Menschen. Seine Rolle ist und bleibt eine besondere, seine Leidensgeschichte(n) füllen Zeitungsseiten, seine Position im Mannschaftskreis ist speziell.

"Ein echter Führungsspieler"

„Wir sind sehr glücklich, dass Marco wieder dabei ist, sagte sein Kapitänskollege Marcel Schmelzer. „Er ist ein echter Führungsspieler, ein ganz wichtiger Spieler für unsere Mannschaft.“ Während der abermaligen Absenz des Ausnahmekönners seit seinem Muskelfaserriss im Spiel gegen Bayer Leverkusen am 4. März hatte auch sein Thomas Tuchel - wie bei Reus‘ langer Reha zu Beginn der Saison - unermüdlich betont, welchen Wert die Nummer elf darstellt.

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„Mit Marco auf dem Platz“, so stellte es der Trainer dar, „haben auch alle anderen Spieler eine andere Haltung, mehr Selbstvertrauen und mehr Zuversicht.“ Er persönlich habe ihn „unendlich vermisst“.

Comeback-Qualität als Alleinstellungsmerkmal

Ein Alleinstellungsmerkmal dürften die Comeback-Qualitäten des Offensivspielers sein: Wie am 22. November des vergangenen Jahres, als er nach sechs Monaten Verletzungspause beim 8:4 im Champions-League-Spiel gegen Legia Warschau eine Gala mit zwei Toren und etlichen zauberhaften Szenen hinlegte, benötigte er auch diesmal quasi keine Eingewöhnungszeit. 

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Unmittelbar zeigte er seine Fähigkeiten als Spaßfußballer. „Wir haben viel Spielfreude an den Tag gelegt“, meinte Schmelzer zu den bockstarken ersten 45 Minuten gegen Frankfurt. Wie Reus sofort integriert war, wie die Automatismen auch nach Ausfallzeiten sofort greifen, das allein spricht für sein Potenzial der Extraklasse. Er setzte bei seinen Mitspielern zusätzliche Energie frei.

Höchstes Niveau in den Wintermonaten

Dieses höchste Niveau rief Reus über die Wintermonate fast ausnahmslos ab, er sammelte zwölf Scorerpunkte in 16 Partien, von denen er nur eine Minderzahl über die vollen 90 Minuten absolviert hatte. „Marco ist so ein wichtiger Faktor“, betonte Tuchel seine Wertschätzung für den 27-jährigen Nationalspieler.

Mit Reus und den ebenfalls wiedergenesenen Nuri Sahin (28) und Sven Bender (27) kehrt rechtzeitig zum Saisonendspurt eine Kombination aus Können und Erfahrung zurück in den Kader, die sehr wertvoll werden kann. Am Mittwoch in Monaco würde es den Borussen auch reichen, wenn sich Reus mit einem Treffer mehr Zeit lässt, solange er wieder kollektive Freude fabriziert. 

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