Mario Götze als BVB-Lichtblick - wie es weitergeht, ist trotzdem ungewiss

rnBorussia Dortmund

Mario Götze gelingt bei seinem ersten Startelf-Einsatz für den BVB in dieser Saison viel. Ein Tor erzielt, gute Pässe gespielt, ein Lichtblick in einem schwachen Team. Trotzdem schweigt er.

Dortmund

, 30.09.2019, 06:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Nein“, sagte Mario Götze auch auf konkrete Nachfrage, „heute nicht.“ Er wollte nichts sagen, sich nicht zum Spiel, zu seiner Leistung oder zu seiner Situation beim BVB äußern. Das muss man akzeptieren. Verständlich war das am Samstagabend nach dem 2:2 gegen Werder Bremen nicht.

Götze kämpft beim BVB um Vertrauen und Zutrauen

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Borussia Dortmunds Mittelstürmer Nummer 1b kämpft um das Vertrauen und Zutrauen seines Trainers. Lucien Favre hat ihn zu Beginn der vergangenen Saison links liegengelassen, so tat er es auch in dieser Spielzeit. In den ersten Partien schickte er lieber Jacob Bruun Larsen als Einwechselspieler aufs Feld - das kann man als Affront auffassen.

Götze hat sich zurückgehalten mit Unmutsbekundungen. Er hat ordentlich trainiert, einfach weiter gearbeitet. Favre musste sogar versichern, er habe „nichts“ gegen Mario Götze. Aber auch wenig für ihn, offensichtlich.

Bremen ist das Startsignal für Götze

Zwei erfolglose Spiele des bis dahin treffsicheren Paco Alcacer haben die Ausgangssituation verändert. Sportdirektor Michael Zorc sagt: „In den ersten Spielen hat in der Spitze Paco überragend gespielt und Tore am Fließband geschossen, Marco dahinter auch. Insofern gab es keine Notwendigkeit, zu wechseln.“ Jetzt aber, in einer Englischen Woche, solle die Belastung verteilt werden. Das Startsignal für Götze.

Gegen Werder Bremen war Borussia Dortmunds Zehner die prägende Figur in der Offensive. Nicht der um seine Form kämpfende Kapitän Marco Reus, nicht Wunderkind Jadon Sancho. Götze traf zum 1:1 (9.), auch noch per Kopf. Bei seinen jüngsten sechs Startelf-Einsätzen traf er viermal. Die Bilanz ist vorzeigbar.

Götze garantiert guten Fußball

Götze zeigte auch, warum er mehr sein kann als eine gute Alternative für die Schlussphase. Er schlich sich immer wieder in freie Räume, baute das Spiels sogar von der Mittellinie aus auf und bediente seine Mitspieler. Mahmoud Dahoud setzte er glänzend in Szene (45.), auch Achraf Hakimi hätte nach Götze-Flanke die Entscheidung herbeiführen können (50.).

Mario Götze als BVB-Lichtblick - wie es weitergeht, ist trotzdem ungewiss

© Deltatre

Nach 72 Minuten rief Favre Götze dann vom Feld. Das verstanden nicht alle Fans im Stadion, die den Torschützen mit viel Applaus verabschiedeten. Unterm Strich steht ein vorzeigbares erstes Spiel als ein Statement, dass man auf ihn zählen kann. Götze garantiert guten Fußball, für die 54 Ballaktionen bis zum Wechsel bräuchte Alcacer locker zwei Spiele. Als Vorlagengeber taugt der Spanier sowieso weniger.

Götzes Vertragsverhandlungen stocken weiterhin

Die jederzeit pikante Personalie Götze bekommt also, wenn Favre nicht auf stur schaltet, bald eine Fortsetzung auf dem Rasen. Und auch auf dem Papier? Die viel diskutierten Vertragsverhandlungen stocken weiter. „Wir haben schon erste Gespräche geführt“, sagte Zorc am Samstag. „Wir sind aber noch nicht so weit, dass beide Seiten sagen, ja, das ist es jetzt.“ Das gilt für die ferne wie für die nahe Zukunft.

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