Mario Götze - Zum Saisonstart ist er nur zweite Wahl beim BVB

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Neue Saison, neuer Angriff! Der BVB will Meister werden - mit Mario Götze. Wir beleuchten Form und Perspektive jedes Spielers. Der nächste Teil: Warum Götze nur Teilzeitkraft ist.

Dortmund

, 15.08.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ganz Fußball-Deutschland fiebert der Bundesliga-Spielzeit 2019/2020 entgegen. Vor dem Auftakt in die Saison, an deren Ende Borussia Dortmund Deutscher Meister sein will, nehmen wir jeden Spieler im BVB-Kader unter die Lupe.

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Was zeichnet Mario Götze aus?

Zehn bedeutende Titel hat Mario Götze bereits gewonnen. Er war Weltmeister, hat fünf Mal die deutsche Meisterschaft und vier Mal den DFB-Pokal in den Händen gehalten. Er hat über 60 Mal für Deutschland gespielt, über 50 Bundesligatore geschossen, hat so manch besonderen Abend in der Champions League erlebt.

Soll heißen: Götze besitzt mittlerweile jede Menge Erfahrung. Dabei ist er erst 27 Jahre alt, hat also noch genügend Zeit, weitere Trophäen für die heimische Vitrine zu sammeln. Erfahrung und Reife sind aber nicht die einzigen Stärken, die Offensivkraft Götze vorweisen kann. Er besticht als versierter Techniker und Passgeber, der sich mit dem Ball am Fuß aus engen Situationen lösen kann.

Mit Götze kann man ein feines, schnelles Kombinationsspiel aufziehen, er hat einen guten Blick für den Nebenmann und strahlt zudem dank seiner hervorragenden Schusstechnik Torgefahr aus. Und: „Es ist körperlich auf einem sehr hohen Niveau und hat ein unheimlich gutes Spielverständnis“, lobt ihn BVB-Kapitän Marco Reus. Götze zählt zudem zu den laufstärksten Dortmunder Profis und hat sich nach seiner Stoffwechselkrankheit mit großem Fleiß aus seinem Tief gearbeitet.



Wie lief die Vorbereitung?

Mario Götze zählt nicht zu den Gewinnern der Vorbereitung. Zwei Pflichtspiele hat der BVB bislang bestritten, Götze spielte dabei nur eine kleine Nebenrolle. Beim Supercup-Sieg über die Bayern schmorrte er auf der Ersatzbank, in der ersten Pokalrunde gegen Uerdingen durfte er in den letzten elf Minuten aufs Feld, als die Partie beim Stande von 2:0 schon entschieden war.

Mario Götze - Zum Saisonstart ist er nur zweite Wahl beim BVB

Immerhin: Beim Testspiel in Münster erzielte Götze zwei Treffer. © imago

Stattdessen zählte er tags darauf zum Reservistenaufgebot, das im Test bei Drittligist Preußen Münster nicht wirklich überzeugen konnte. Allerdings avancierte Götze in Münster mit zwei späten Treffern zum Lichtblick. Die Testspiele davor liefen eher mäßig für ihn.

Auf der USA-Reise gegen Seattle durfte er eine Stunde hinter Spitze Paco Alcacer ran. Gegen den FC Liverpool spielte er eine Halbzeit, vergab eine Großchance. Gegen Udinese, auch hier setzte ihn Trainer Lucien Favre 45 Minuten lang ein, bewies er Kaltschnäuzigkeit vom Elfmeterpunkt. Gegen St. Gallen lieferte er in 72 Minuten eine Torvorlage. Richtig aufdrängen konnte sich Mario Götze in der Sommervorbereitung trotz allen Trainingsfleißes und seiner Qualitäten nicht.


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Wie ist die sportliche Perspektive für die neue Saison?

Mario Götze droht - Stand jetzt - erst einmal die Ersatzbank. In Lucien Favres bevorzugtem Spielsystem könnte er auf den offensiven Positionen vor allem die im Zentrum bekleiden. Dort hat jedoch Marco Reus die Nase vorn, selbst auf den Außenbahnen machen bislang Thorgan Hazard und Jadon Sancho das Rennen um die Stammplätze. Bleibt noch die Position als Sturmspitze. Dort bevorzugt Favre ja einen spielstarken Angreifer.

Aber: Dort hat sich in der Vorbereitung eben gerade der nun fitte Paco Alcacer in den Vordergrund gespielt. Der Spanier traf im Supercup, im Pokal und in den Tests gegen Seattle, Liverpool und Zürich. Er hat damit zum Saisonstart deutlich bessere Argumente als Götze.

Zudem kann auch der neue Konkurrent Thorgan Hazard wenn nötig in der Sturmspitze spielen – was Götzes Situation weiter erschwert. Kein Zweifel: Er wird seine Situation in Dortmund in den nächsten Wochen analysieren und dann entscheiden: Verlängert er seinen im Sommer 2020 auslaufenden Vertrag beim BVB - oder sucht er nach dieser Saison ablösefrei einen Neustart bei einem anderen Klub. Die Perspektive „Teilzeitkraft“ wird Götze nicht ewig zufriedenstellen.

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