Matip über große Kulisse und kleinen Bruder

BVB-Gegner Ingolstadt

Als Aufsteiger sorgte der FC Ingolstadt mit seiner Defensivstärke in der Hinrunde für Aufsehen. Großen Anteil daran hat Abwehrchef und Kapitän Marvin Matip. Marc-André Landsiedel hat den 30-Jährigen vor dem Duell beim BVB (15.30 Uhr) mit acht Thesen konfrontiert.

DORTMUND

, 29.01.2016, 22:35 Uhr / Lesedauer: 2 min
Matip über große Kulisse und kleinen Bruder

Ingolstadts Abwehrchef Marvin Matip (l.) kann’s auch im gegnerischen Straftraum. Hier bejubelt er sein Tor gegen den 1. FC Köln. Es war einer von nur zwölf FCI-Treffern in der Hinrunde.

1. Wie in der Hinrunde startet der FC Ingolstadt auch 2016 wieder mit drei Auswärtssiegen. Das wäre schön. Es war aber nicht selbstverständlich, dass wir in der Hinrunde so gut gestartet sind. Ich glaube sogar, dass die Hürden in der Rückrunde noch höher sind. Aber: Das würde ich natürlich gerne so unterschreiben.

2. Vom kleinsten Stadion der Liga geht es nun in den Signal Iduna Park. Der FC Ingolstadt hat gewaltig Respekt vor Dortmunds „Gelber Wand“. Respekt ja, Angst aber nicht. Wir freuen uns auf die Aufgabe und sehen es als absolutes Highlight in unserer ersten Bundesliga-Saison. Wir haben auch schon in der Vergangenheit bewiesen, dass wir uns von großen Kulissen nicht einschüchtern lassen.

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3. Letzte Saison spielte Aufsteiger Paderborn eine starke Hinrunde, stieg aber am Ende doch noch ab. Solch ein Einbruch wird den Schanzern nicht passieren. Richtig! Weil wir Paderborn und auch andere Aufsteiger als warnendes Beispiel sehen und uns nicht auf dem bisher Erreichten ausruhen werden, sondern nochmal eine Schippe draufpacken wollen. Ich glaube, das hat man schon gegen Mainz gesehen.

4. Der FCI hat die zweitbeste Abwehr der Liga (18 Gegentreffer), aber die schlechteste Offensive (12 Tore). Der Kapitän muss mit der Kreativabteilung mal ein ernstes Wörtchen reden… Nein. Gerade weil diese 18 Gegentore ja auch darauf beruhen, dass unsere Stürmer brutal nach hinten mitarbeiten. Ich glaube schon, dass in den nächsten Spielen auch vorne der Knoten platzen wird. Von unseren Stürmern und den Jungs, die neu dazugekommen sind – Dario Lezcano und auch Maurice Multhaup, der in der Vorrunde lange nicht spielen konnte – wird noch das ein oder andere Tor hinzukommen.

5. Ein Marktwert von ca. einer Million Euro, laut „Kicker“-Notendurschnitt der drittbeste Verteidiger der Liga: Marvin Matip bietet mit Abstand das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Nicht wirklich (lacht). Beim Transferwert eines Spielers spielen ja auch viele andere Faktoren wie das Alter und das Entwicklungspotenzial eine Rolle. Ich spiele eine sehr gute Saison und befinde mich in einer tollen Phase. Das ist aber auch nur möglich, weil mir der Verein so viel Vertrauen entgegenbringt. Die Verantwortung, die mir hier gegeben wurde, hat mich auch besser gemacht. Und klar: Ich möchte natürlich so lange wie möglich auf diesem Niveau weiterspielen.

6. Marvin Matip möchte in seiner Karriere gerne noch mal zusammen mit seinem Bruder Joel die Fußballschuhe schnüren. Ich denke, dass das einzig und allein noch in der Nationalmannschaft funktionieren wird. Das ist ja auch nicht schlimm - wir können auch in der Freizeit mal zusammen kicken.

7. Sie und ihr Bruder haben schon darüber diskutiert, wie man die BVB-Offensive um Pierre-Emerick Aubameyang, Marco Reus und Co. am besten stoppen kann. Nein, nicht wirklich. Aber Joel hat gesagt, dass das wirklich nur mit einer kompakten Teamleistung funktioniert. Man braucht elf Spieler auf dem Platz, die einen absoluten Sahnetag erwischen, um dieser Top-Offensive Einhalt zu gebieten. Aber wir haben es auch gegen Bayern München lange Zeit geschafft, sie vom Tor wegzuhalten.

8. Zu guter Letzt: Einer der beiden Matip-Brüder spielt nächste Saison in England Fußball. (lacht) Dazu kann ich nichts sagen. Da bin ich wohl der falsche Matip, um auf diese These zu antworten.

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