Matthias Ginter sucht seinen Platz beim BVB

Hinter Piszczek

Eigentlich kann Matthias Ginter mit seinen Leistungsdaten in dieser Saison zufrieden sein. Er hat bislang in 38 Pflichtspielen von Borussia Dortmund mitgewirkt, er hat vier Tore geschossen, er hat zehn weitere Treffer vorbereitet. Der Trend ist es, der ihm Sorgen bereiten könnte. Als Rechtsverteidiger-Entdeckung spielte Ginter eine Traum-Hinrunde, doch in der Hierachie ist er mittlerweile wieder deutlich nach hinten gerückt.

DORTMUND

, 10.05.2016, 06:51 Uhr / Lesedauer: 2 min
Derzeit in Topform: Matthias Ginter.

Derzeit in Topform: Matthias Ginter.

Die Zahlen belegen das. 23 Pflichtspiele machte Ginter bis Weihnachten, und nachdem er im norwegischen Odds nach der Halbzeit für den indisponierten Gonzalo Castro eine unverhoffte Premiere als Rechtsverteidiger feierte, avancierte er dort von der Verlegenheits- zur Dauerlösung. Ginter lief sogar Lukasz Piszczek den Rang ab, er war in den ersten vier Bundesliga-Partien an sechs BVB-Treffern beteiligt.

Flirt mit den "Fohlen"

Nachdem ihn der Abwärtssog des BVB in seinem ersten Dortmunder Jahr voll mitgerissen und im vergangenen Sommer beinahe in die Arme von Borussia Mönchengladbach getrieben hatte, wurde es im zweiten Anlauf doch noch was mit Matthias Ginter und Borussia Dortmund. Thomas Tuchel hatte daran maßgeblichen Anteil, er sei „einer wie Streich“, hat Ginter mal gesagt – die schützende Hand seines Freiburger Trainers und Entdeckers war etwas, was Matthias Ginter vermisste in seinem ersten Dortmunder Jahr.

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Nach vielen Höhen vor Weihnachten ging der ehemalige Freiburger in der Rückrunde durch ein Wellental. Auf der Seite war Routinier Piszczek wieder erste Wahl, weil er zwar die offensive Durchschlagskraft von Ginter nicht liefern konnte, weil er aber die defensiven Anforderungen besser erfüllte und mit den neben ihm spielenden Innenverteidigern besser abgestimmt war.

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Ginter spielte nach der Winterpause nur noch vier Mal rechts in der Kette. Dort, wo er sich ins Blickfeld der Öffentlichkeit spielen konnte. Vermehrt setzte ihn Tuchel im defensiven Mittelfeld (7x), in der Innenverteidigung (3x) und einmal auch auf der rechten Seite ein. Ihm gelang nur noch ein Treffer (beim 2:2 auf Schalke), sieben Pflichtspiele erlebte er wie das am Samstag in Frankfurt über 90 Minuten auf der Bank mit. Zwei Mal, darunter beim Pokal-Halbfinale in Berlin, fand sich für ihn nicht einmal ein Platz im Kader.

EM-Chancen sind da

In einer Woche benennt Joachim Löw seinen vorläufigen Kader für die Europameisterschaft in Frankreich. Wegen seiner Vielseitigkeit darf sich Ginter, der 2014 völlig überraschend zum WM-Teilnehmer wurde, gute Chancen ausrechnen, erneut dabei zu sein. Im defensiven Mittelfeld plagen Löw einige Sorgen, auch rechts in der Viererkette ist er noch auf der Suche nach der Idealbesetzung. Vielleicht erlebt der Höhenflug Ginters ja in Frankreich eine Neu-Auflage.

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