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Jerome Boateng, Mario Mandzukic, Sebastien Haller - im Dunstkreis von Borussia Dortmund fallen vor dem offiziellen Start der Transferphase am 1. Juni viele Namen. Sportdirektor Michael Zorc bleibt betont gelassen. Ein Überblick über die Gerüchteküche.

Dortmund

, 31.05.2019 / Lesedauer: 4 min

Auch in diesem Transfersommer wird Borussia Dortmund mit einer Fülle von Spielern in Verbindung gebracht. Weitere namhafte Transfers aber wird es auf der Zugangsseite nur geben, wenn Stammspieler den Verein verlassen. „Das Gros der Arbeit ist erledigt“, betont Sportdirektor Michael Zorc.

Gerüchte um Jerome Boateng und Mario Mandzukic

Warum zum Beispiel nicht Jerome Boateng? Mit ihm, glaubt Ex-Profi Stefan Effenberg und rät dem BVB dringend zu einer Verpflichtung des 30-jährigen Münchner Innenverteidigers, würde sich die Borussia das entscheidende Puzzleteil für den Angriff auf die Meisterschale ins Haus holen.

Michael Zorc über die BVB-Zugänge: Das Gros der Arbeit ist erledigt

Um Stürmer Mario Mandzukic (l.) und Innenverteidiger Jerome Boateng (hier auf einem Foto aus dem Jahr 2014) ranken sich Gerüchte, der BVB sei an einer Verpflichtung interessiert. © imago

Auch Mario Mandzukic wäre doch einer für den BVB, schließlich hat man sich vor Jahren ja schon für den Stürmer von Juventus Turin interessiert – und Wucht im Angriff könnte diesem Team sicher gut tun. Kaum ein Tag vergeht, ohne dass Borussia Dortmund mit mal mehr, mal weniger prominenten Spielern in Verbindung gebracht wird.

Wahrheitsgehalt im einstelligen Prozentbereich

Der Wahrheitsgehalt der unzähligen Gerüchte bewegt sich dabei oftmals nicht einmal im einstelligen Prozentbereich. Das Spiel ist perfide. Mit einem angeblichen Interesse des BVB lässt sich der Wert eines Spielers in die Höhe treiben.

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Man erinnert sich, wie der Portugiese Rafael Leao sich im vergangenen Jahr die Dortmunder City anschaute und bereitwillig fotografieren ließ. Einen Termin mit dem BVB hatte der 19-jährige Stürmer von Sporting Lissabon aber nicht – und landete später im Sommer bei OSC Lille in Frankreich.

Zorc mit Routine und Gelassenheit

„Wenn wir alle Spieler verpflichten würden, an denen wir angeblich interessiert sind, würde unser Kader 60 Spieler haben“, hat Zorc mal vor Jahren geklagt. Nach mehr als 20 Jahren als Manager aber hat er mittlerweile gelernt, die im Internet-Zeitalter sich oft ungeprüft und rasend schnell vermehrenden Meldungen mit Routine und Gelassenheit auszusitzen.

Auch in diesem Sommer ist es nicht anders. Dabei beginnt die Transferphase ja eigentlich erst am 1. Juni. Der offizielle Startschuss am Samstag ist freilich kein Hinderungsgrund, Transfers schon vorher zu fixieren. Der BVB ist da das beste Beispiel, die drei Verpflichtungen binnen 30 Stunden aus der vergangenen Woche haben die Bundesliga in Atem gehalten.

Schon 100 Millionen Euro ausgegeben

Gut 75 Millionen Euro hat Borussia Dortmund für Julian Brandt (Bayer Leverkusen), Nico Schulz (TSG Hoffenheim) und Thorgan Hazard (Borussia Mönchengladbach) in die Hand genommen.

„Wir sind immer bestrebt, den Kader weiter zu optimieren.“
Michael Zorc

Gern vergessen werden die 21 Millionen, die Dortmund für die feste Verpflichtung von Paco Alcacer jetzt an den FC Barcelona zahlen muss. In Summe annähernd 100 Millionen Euro, denen momentan „nur“ die 64 Millionen brutto gegenüberstehen, die die Borussia für Christian Pulisic vom FC Chelsea erhält.

Rechnet man die Bezüge hinzu, die mit der Verpflichtung des Trios das Personalbudget für die Profimannschaft um noch einmal um geschätzte 20 Millionen Euro jährlich ansteigen lassen, klafft schon ein gewaltiges Loch in der Dortmunder Kasse. Zorc ist daher zunächst einmal angehalten, den viel zu üppigen Kader, der mit der Rückkehr von gleich sieben Leihspielern auf 35 Akteure angewachsen ist, deutlich zu verschlanken – mit den bekannten Problemen bei einigen „schwer vermittelbaren“ Spielern.

Boateng und Mandzukic sind kein Thema

Gut, dass sich Boateng am Donnerstag klar zum FC Bayern bekannt und erklärt hat, dort den Kampf um die Stammplätze auszufechten. Auch das Mandzukic-Gerücht kann man vergessen – er passt weder in den Finanzrahmen noch in die Vorstellungen von Trainer Lucien Favre.

Michael Zorc über die BVB-Zugänge: Das Gros der Arbeit ist erledigt

Frankfurts Stürmer Sebastien Haller ist bei Borussia Dortmund zumindest diskutiert worden. © imago

Der Frankfurter Sebastien Haller ist nach Informationen dieser Redaktion in Dortmund durchaus diskutiert worden – doch gab es andere Dringlichkeiten (Außenbahn hinten links). Haller scheint es ohnehin eher nach England zu ziehen. Verbrieft ist, dass der BVB sich noch mit dem Rechtsverteidiger Mateu Morey (19, FC Barcelona) verstärken wird. Er kommt ablösefrei, ein Vorgriff auf die Zukunft ohne finanzielles Risiko.

Keine Gespräche mit Guerreiro über Vertragsverlängerung

Generell, sagt Zorc auf Nachfrage kryptisch, sei man „immer bestrebt, den Kader weiter zu optimieren.“ Sollte ein Stammspieler wechseln, ändert das die Situation. Ein Wechsel von Raphael Guerreiro, an dem Thomas Tuchels Paris St. Germain großes Interesse haben soll, steht weiter im Raum.

„Wir sind in gutem Einvernehmen und Gesprächen mit Mario.“
Michael Zorc

Gespräche über eine Vertragsverlängerung hat es nicht gegeben. Julian Weigl, den Tuchel ebenfalls gern nach Frankreich holen will, soll hingegen in Dortmund bleiben.

Den Gerüchten um ein Interesse des FC Arsenal an Mario Götze begegnet Zorc mit großer Gelassenheit. „Wir sind in gutem Einvernehmen und Gesprächen mit Mario“, sagt der 56-jährige. Götzes 2020 auslaufende Vertrag soll verlängert werden. Hans-Joachim Watzke formulierte es während der Halbzeitpause des Champions-League-Finals in Madrid ähnlich. „Ich wüsste keinen Grund, warum er gehen sollte“, sagte er gegenüber DAZN. Der 26-Jährige sei ein Topspieler beim BVB. Daher gehe Watzke davon aus, dass Götze auch in der kommenden Saison beim Bundesligisten spielen werde.

Auch mit Trainer Lucien Favre sollen die Gespräche über eine Ausweitung der Zusammenarbeit bis 2021 (wir berichteten) bald anlaufen.

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