Milot Rashica spielt sich trotz der Werder-Krise in den Fokus des BVB

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Milot Rashica ist einer der wenigen Bremer Lichtblicke - und spielt sich beim BVB als möglicher Sancho-Nachfolger in den Fokus. Sein Berater deutet einen Werder-Abschied an.

Dortmund

, 18.02.2020, 14:38 Uhr / Lesedauer: 3 min

Schon seit Monaten befasst sich Borussia Dortmund mit der Frage, wie eine Zeit ohne Jadon Sancho aussehen könnte. Der 19-Jährige, der sich mit 30 Treffern und 40 Torvorbereitungen in 85 Pflichtspielen für den BVB längst zum wichtigsten Offensivakteur der Borussia entwickelt hat, steht bei allen Top-Klubs in Europa ganz oben auf der Liste und könnte im Sommer der nächste Rekordtransfer der Borussia werden. Die in Summe rund 140 Millionen Euro, die Dortmund vor zweieinhalb Jahren vom FC Barcelona für Ousmane Dembele erhielt, scheinen für Sancho nicht die Obergrenze zu sein auf einem Markt, der weiter extrem überhitzt ist und bei den Transfererlösen immer neue Rekordmarken erklimmt.

Rashica ist bei Werder eine der wenigen Konstanten

Nach weit oben auf die Liste möglicher Ersatzkandidaten soll nun der Bremer Außenstürmer Milot Rashica gerückt sein. Das Dortmunder Interesse an dem 23-jährigen Linksaußen aus dem Kosovo ist verbrieft, er wird seit längerem beobachtet (wir berichteten). Rashica ist auch in der großen Bremer Krise eine der wenigen Konstanten, in 18 Bundesliga-Partien dieser Spielzeit erzielte er sieben Tore und bereitete drei vor. Sein außergewöhnliches Können bekam die Borussia mehrfach direkt vor Augen geführt: In sechs Partien gegen den BVB traf er drei Mal, zwei Treffer legte er auf. Auch zu den beiden jüngsten Pokalerfolgen Werders vor zwei Wochen und in der vergangenen Saison steuerte Rashica jeweils einen Treffer bei.

Milot Rashica spielt sich trotz der Werder-Krise in den Fokus des BVB

© Deltatre

Rashica ist bei Werder noch bis zum 30. Juni 2022 unter Vertrag. Längst aber wird am Osterdeich offen damit kokettiert, dass der 23-Jährige Werders neuer Rekordtransfer werden könnte. Denn Werder benötigt Transfereinnahmen. Nicht nur für den Fall, dass Bremen die Klasse nicht hält, gilt es daher als beinahe ausgeschlossen, dass Rashica über den Sommer hinaus gehalten werden kann. Zu groß ist die Verlockung (und Verpflichtung), nun ein gutes Geschäft zu machen.

Rashica solle eine Ausstiegsklausel für einen Auslandswechsel haben

Der „Weserkurier“ berichtet nun von einer Ausstiegsklausel im Vertrag des Angreifers. Diese soll allerdings nur im Fall eines Wechsels ins Ausland greifen und bei 38 Millionen Euro liegen. Bei einem Wechsel innerhalb der Bundesliga hingegen soll laut Bremer Medienberichten die Ablöse frei verhandelbar sein, das deckt sich auch mit Informationen dieser Redaktion.

„Es ist klar, dass so ein Spieler für viele Vereine der vier Top-Ligen in Europa interessant ist.“
Altin Lala

Beraten wird Rashica von Altin Lala, der Albaner spielte 14 Jahre für Hannover 96 und gilt als besonnener Vertreter der Interessen seines Klienten. Sportliche Perspektive und Wohlfühlfaktor sollen wichtigere Kriterien sein als der schnelle Euro. Ein Dortmunder Interesse wollte der 44-jährige Ex-Profi auf Anfrage dieser Redaktion zwar nicht bestätigen, Lala aber sagt: „Seit Milot vor zwei Jahren seine ersten Tore geschossen hat und in der Bundesliga auf sich aufmerksam gemacht hat, gucken alle Top-Klubs auf seine Entwicklung. Es ist klar, dass so ein Spieler für viele Vereine der vier Top-Ligen in Europa interessant ist.“

Lala sieht keinen Entscheidungsdruck in der Personalie. „Er hat ja noch einen Vertrag über den Sommer hinaus, momentan geht es für Werder Bremen um wichtigere Dinge. Milot ist voll fokussiert darauf, mit Werder die Klasse zu halten. Dafür muss er weiter Leistung bringen.“

BVB-Kandidat Rashica will international spielen

Rashica gilt in der Werder-Kabine als extrem ruhiger, sehr schüchterner Vertreter, der seine Zeit brauchte, um sich auf Bremen und die Bundesliga einzustellen. Lala weiß dies. Ihn aus einem nun perfekten Umfeld zu reißen, will gut überlegt sein. „Milot“, sagt der 44-Jährige, „ist 23 Jahre alt. Man muss überlegen, ob es jetzt an der Zeit ist, den nächsten Schritt zu machen.“ Rashica will vor allem international spielen, eine Perspektive, die im Sommer in Bremen noch gegeben schien und zu weit fortgeschrittenen Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung führte. Davon ist Werder nun allerdings weit entfernt.

Berät Werder Bremens Milot Rashica: der ehemalige Bundesliga-Profi Altin Lala.

Berät Werder Bremens Milot Rashica: der ehemalige Bundesliga-Profi Altin Lala. © imago / Kaletta

Ob der nächste Schritt von Milot Rashica nach Dortmund führt, scheint aktuell völlig offen. Eine Entscheidung wird wohl kaum fallen, bevor die Werder-Zukunft nicht entschieden ist. Lala ist aber überzeugt, dass sein Klient in jeder guten Mannschaft klar kommen würde. „Dann stellt sich irgendwann die Frage, macht ein Wechsel Sinn? Und wer will ihn wirklich haben!“

Rashicas Marktwert liegt bei rund 35 Millionen Euro

Am Ende dürften vor allem die finanziellen Vorstellungen seines aktuellen Klubs ein entscheidender Faktor werden. Dass Borussia Dortmund im Sommer wahrscheinlich eine neue Rekord-Ablösesumme für einen anderen Spieler generiert, hat sich natürlich auch bis an die Weser herumgesprochen. Rashicas Marktwert wird vom Internet-Portal „transfermarkt.de“ auf rund 35 Millionen Euro taxiert. Bei einer Ablösesumme in dieser Größenordnung würde Rashica gleich in der Gruppe der teuersten BVB-Einkäufe geführt werden.

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