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Mirko Votava feiert heute seinen 60. Geburtstag

Borussias erster Europameister

In wenigen Wochen beginnt in Frankreich die Fußball-Europameisterschaft. Auch einige Dortmunder Spieler hoffen, dann zum DFB-Kader zu gehören. Wer aber war eigentlich der erste Europameister des BVB? Die Antwort: Mirko Votava, der heute seinen 60. Geburtstag feiert

DORTMUND

von Gerd Kolbe

, 25.04.2016, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mirko Votava feiert heute seinen 60. Geburtstag

Mirko Votava spielte in der Bundesliga für Werder Bremen und Borussia Dortmund.

Votava wurde am 25. April 1956 in Prag geboren. Während des "Prager Frühlings" verließ die Familie 1968 ihre Heimat, kam zunächst nach Deutschland, ging dann aber für eine kurze Zeit nach Australien. Nach der Rückkehr wurde man in Witten heimisch - die Brüder Mirko und Joschi kickten beim VfL Witten.

Feste Größe in der 1. Mannschaft

Heinz Keppmann, der damalige A-Jugend-Trainer des BVB, wurde auf die veranlagten Jungs aufmerksam und holte sie 1973 zur Borussia. Keppmann setzte alle Hebel in Bewegung, um die staatenlosen Votavas einzubürgern, was 1978 auch gelang. Damit stand Mirko Votava auch eine Karriere in der Deutschen Nationalmannschaft offen. 

Rasch fasste er in der 1. Mannschaft von Borussia Dortmund Fuß und wurde zu einer festen Größe in den Planungen seiner Trainer Otto Knefler, Horst Buhtz, Otto Rehhagel, Karl-Heinz Rühl, Branko Zebec und Udo Lattek. Sein wichtigster Erfolg mit dem BVB war der Wiederaufstieg in die Bundesliga 1976. Für Borussia Dortmund bestritt er 189 Bundesligaspiele und erzielte dabei 25 Tore. 

Wechsel zu Atletico Madrid

Seine Qualität führte auch zu einer Handvoll Länderspiele. Darunter befindet sich das letzte Gruppenspiel im Rahmen der Europameisterschaft 1980 am 17. Juni 1980 in Turin gegen Griechenland, das 0:0 endete. Der 2:1-Sieg im Endspiel gegen Belgien wenige Tage später machte den DFB und damit auch Mirko Votava zum ersten "eingesetzten" BVB-Europameister.

Die Karriere des Mirko Votava im schwarzgelben Dress endete 1982. Der Mittelfeldspieler wurde Borussias erster (lukrativer) Spanien-Transfer und Atletico Madrid sein neuer Arbeitgeber, mit dem er den spanischen Fußballpokal holte. 1985 zog es ihn in die Bundesliga zurück. Er folgte seinem früheren BVB-Trainer Otto Rehhagel und ging zu Werder Bremen. Dort feierte er herausragende nationale und internationale Erfolge, wurde mit dem SVW 1988 und 1993 Deutscher Fußballmeister, 1991 und 1994 DFB-Pokalsieger sowie 1992 Europacupsieger der Pokalsieger. 

Ein fleißiger Arbeiter

Als er 41-jährig 1997 als Bremens Mannschaftskapitän seine Karriere beendete, konnte er auf sagenhafte 546 Meisterschaftsspiele in der Bundesliga zurückschauen. Damit er in der bisherigen Rangliste die Nummer fünf.  Mirko Votava war kein Filigrantechniker, sondern ein Rackerer, ein Dauerläufer, ein fleißiger Arbeiter und ein Mann mit einem großartigen taktischen Verständnis, das ihn für seine Mannschaften praktisch unverzichtbar machte.

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