Wieder wurde es knapp, wieder musste Borussia Dortmund beim 3:2 gegen Leverkusen um den Sieg zittern. Rückkehrer Manuel Akanji brachte die nötige Ruhe rein.

Dortmund

, 25.02.2019 / Lesedauer: 3 min

Standhaftigkeit war gefragt. Als der BVB mal wieder ein Gegentor nach einem Freistoß kassierte, als nach dem Anschlusstreffer von Bayer Leverkusen zum 3:2 eine Viertelstunde vor Schluss das Zittern begann, da brauchte es einen kühlen Kopf. Und klare Ansagen. Diesmal kamen sie, erstmals wieder seit dem 18. Dezember, von Abwehrchef Manuel Akanji. „Auch nach dem 3:2 habe ich versucht, einzuwirken auf meine Mitspieler, dass wir ruhig bleiben müssen.“ Es glückte, die Schwarzgelben brachten, anders als gegen Bremen oder Hoffenheim, die klare Führung ins Ziel.

„Wir können nicht immer zurückschlagen, wenn wir mal ein Gegentor bekommen, sondern wir müssen auch manchmal als Mannschaft verteidigen“, argumentierte der Innenverteidiger. „Außerdem hat Roman Bürki zweimal gut gehalten.“ Am Ende des Comebacks stand der Sieg, der erste nach fünf Spielen ohne Erfolg, und den wertete Akanji als „sehr wichtig für unser Selbstvertrauen und für unsere Mentalität.“

Ultra-offensive Spielweise

13 Torschüsse ließ Borussia Dortmund gegen Bayer Leverkusen zu, die Gäste verbuchten zwei Drittel des Ballbesitzes für sich und gewannen auch mehr Zweikämpfe (45:55 Prozent). Ex-Trainer Peter Bosz und seine in Dortmund bestens bekannte ultra-offensive Spielweise setzten dem BVB schmerzhaft zu. Selten stand der Spitzenreiter, wegen der Sieglos-Serie eh leicht angeschlagen, im eigenen Stadion dermaßen unter Druck.

„Für uns war es am Anfang intensiv zu verteidigen“, erklärte Lucien Favre. Dem BVB-Trainer schmeckte das kollektive Abwehrverhalten nicht unbedingt, seine Elf habe zu tief gestanden, hätte höher attackieren sollen, um dort Bälle zu erobern. Doch die Hoheit im Spiel behielten über weite Strecken der Partie die Leverkusener. „So habe ich einen Gegner schon lange nicht mehr in unserem Stadion agieren sehen“, sagte Michael Zorc. „Wir mussten viel gegen den Ball arbeiten. Aber am Ende haben wir es besser und konsequenter verteidigt als in den Wochen zuvor.“ Der Dortmunder Sportdirektor betonte auch: „Siege kann man nicht ersetzen, deswegen hat es heute gutgetan, nach fünf Spielen endlich wieder zu gewinnen.“

Es bleibt viel Arbeit

Die vorherigen Unentschieden und Niederlagen mit anzusehen, „das war auch für mich nicht leicht“, sagte Rückkehrer Akanji. Sein Kollege Dan-Axel Zagadou, mit dem er erstmals seit Ende November wieder die vermeintlich stärkste Dortmunder Abwehrzentrale bildete, freute sich über den altbekannten Mann an seiner Seite. „Es ist sehr wichtig, dass Manuel wieder da ist. Er hat eine große Bedeutung für die Mannschaft. Er ist ein starker Spieler, wir brauchen ihn.“

„Er hat eine große Bedeutung für die Mannschaft.“
Dan-Axel Zagadou über manuel akanji

Auch Zorc unterstrich die nicht zu unterschätzende Wirkung des auch erst 23-jährigen Dirigenten in der Defensive. „Manuel hat eine gute Leistung gezeigt, insbesondere nach der langen Ausfallzeit“, sagte Zorc. „Er tut uns gut, wenn er auf dem Platz steht, er strahlt Selbstvertrauen aus und versucht zu ordnen, das ist wichtig für uns.“

Gleichwohl bleibt viel Arbeit für Akanji und Co. Im Spiel gegen den Ball muss der BVB zulegen, er muss die Anzahl der Gegentore und Torchancen eindämmen, noch mehr Ruhe und Routine ins Abwehrverhalten implementieren. Mit dem coolen Zagadou und dem strategischen Akanji wäre zumindest die erste Wahl für die Innenverteidigung wieder parat.

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