Naby Keita schockt den BVB in letzter Minute

0:1 in Leipzig

Die "Roten Bullen" dürfen jubeln: Bei der zuvor viel diskutierten Bundesliga-Premiere zwischen RB Leipzig und Borussia Dortmund feierte der Aufsteiger beim 1:0 (0:0) gegen den Vize-Meister seinen ersten Sieg in der höchsten deutschen Spielklasse - und das nicht einmal unverdient.

LEIPZIG

, 10.09.2016, 20:38 Uhr / Lesedauer: 4 min
Naby Keita schockt den BVB in letzter Minute

Naby Keita (l.) erzielt kurz vor dem Anpfiff den entscheidenden Treffer.

Eine Minute vor Schluss schoss Naby Keita die Gastgeber zum 1:0 (0:0)-Sieg - und der war nicht mal unverdient.

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Bundesliga, 2. Spieltag: RB Leipzig - BVB 1:0 (0:0)

Bilder der Bundesliga-Partie zwischen RB Leipzig und Borussia Dortmund.
10.09.2016
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Bilder der Bundesliga-Partie zwischen RB Leipzig und Borussia Dortmund.© Foto: imago
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Fußball: Bundesliga, RB Leipzig - Borussia Dortmund, 2. Spieltag am 10.09.2016 in der Red Bull Arena, Leipzig (Sachsen). Dortmunds Lukasz Pisczek im Duell mit dem Leipziger Yussuf Poulsen. Foto: Jan Woitas/dpa (Wichtiger Hinweis: Aufgrund der Akkreditierungsbestimmungen der DFL ist die Publikation und Weiterverwertung im Internet und in Online-Medien während des Spiels auf insgesamt fünfzehn Bilder pro Spiel begrenzt.) +++(c) dpa - Bildfunk+++© Foto: dpa
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Thomas Tuchel ist ein Mensch, der selten etwas Unbedachtes tut. Insofern überraschte es im Nachhinein nicht, dass der BVB-Trainer am Freitag eine flammende Verteidigungsrede auf Mario Götze gehalten hatte. Denn einen Tag später tauchte eben jener Götze zum ersten Mal seit dem 30. April 2013 wieder in der Startelf der Schwarzgelben auf. Auch Julian Weigl und Lukasz Piszczek, die wie Götze beide später in die Vorbereitung eingestiegen waren, standen erstmals in dieser Saison beim Anpfiff auf dem Feld. Der verletzte Shinji Kagawa sowie Felix Passlack und Ousmane Dembele rotierten für das Trio raus.

Besondere Aufbauvariante

Tuchel hatte sich für das erste Bundesliga-Duell zwischen dem BVB und RB Leipzig eine besondere Aufbauvariante überlegt. Sebastian Rode ließ sich bei eigenem Ballbesitz als rechtes Glied einer Dreierkette zurückfallen. Piszczek stand dafür sehr hoch, in der Mitte sollte Weigl als Zwischenstation ins Angriffsdrittel fungieren. Der Plan des BVB-Trainers ging allerdings nicht auf, weil Ralph Hasenhüttl seinen Leipzigern ebenfalls ein Spezialprogramm verordnet hatte: Gleich fünf Leipziger umringten Weigl, wenn Dortmund in der eigenen Hälfte den Ball hatte. Die Folge: Dortmunds Passmaschine war matt gesetzt, weil er schlicht nicht anspielbar war.

Der Beginn des BVB konnte sich dennoch sehen lassen - was vor allem am sehr lebendig auftretenden Götze lag. In der siebten Minute wusste sich RB erstmals gegen ihn am eigenen Strafraumeck nur mit einem Foul zu helfen. Aus dem fälligen Freistoß entwickelte sich die erste Mini-Chance durch Andre Schürrle. Keine zwei Minuten später wiederholte sich das Spiel, wieder wurde Götze nach einer guten Bewegung in fast identischer Position gefoult, diesmal aber blieb die Situation ungefährlich.

Leipzig unbeeindruckt

Trotz des ordentlichen Starts der Borussen zeigten sich die "Roten Bullen", wie sich die Leipziger selbst nennen, unbeeindruckt. Sie pressten früh und zwangen den BVB so immer wieder zu Fehlpässen in der Spielfeldmitte. In der 16. Minute resultierte aus einem Ballverlust der Dortmunder die erste richtig gute Chance der Gastgeber, Timo Werners scharfer Flachpass fand Yussuf Poulsen im Strafraum allerdings nicht.  

.@Schmelle29 bei #Sky: "Haben zu selten die Räume gefunden und nicht das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten." #RBLBVB

— Ruhr Nachrichten BVB (@RNBVB)

Vor allem die rechte BVB-Abwehrseite mit Piszczek, der diesmal weit unter seinem Standard spielte, hatten die Leipziger früh als Schwachstelle ausgemacht. So ging auch die zweite gute RB-Gelegenheit von einem Fehler des Polen aus, Roman Bürki im BVB-Kasten konnte den anschließenden Schuss von Werner allerdings parieren (20.).

Schürrle schießt knapp neben das Tor

Nach 30 Minuten sorgte der BVB dann auch mal wieder auf der aus Dortmunder Sicht richtigen Seite für Gefahr. Marcel Schmelzer und Sebastian Rode spielten sich klasse nahe der Leipziger Eckfahne frei. Über Götze, der neben Sokratis der zweikampfstärkste Borusse der ersten Hälfte war, landete der Ball bei Schürrle. Wie man es von Tuchels Lieblingsschüler gewohnt ist, fackelte der Stürmer nicht lange, sein strammer Schuss verfehlte das Gehäuse nur knapp.

Szenen wie diese gab es insgesamt allerdings zu wenig für den BVB, bei dem auch Marc Bartra mit eigenen Fehlern negativ auf sich aufmerksam machte. Stattdessen blieben die Leipziger - begünstigt durch die Dortmunder Fehler im Aufbau - das latent gefährlichere Team, auch wenn sie sich bis zur Halbzeit keine zwingende Torchance mehr erspielen konnten. Die Partie war unterhaltsam, aber auch enorm fehlerbehaftet. Oder eben: prickelnd wie Brause, nicht wie Champagner.

Fehlerhaftes BVB-Spiel

Aufreizend lange ließen sich die Dortmunder in der Halbzeitpause Zeit, bis sie wieder auf den Rasen der Red-Bull-Arena zurückkamen. Thomas Tuchel hatte offenbar Redebedarf. Doch es änderte sich nicht viel: Dortmunds Spiel blieb fehlerbehaftet, Leipzig am Drücker.

Symptomatisch war eine Szene in der 57. Minute: Roman Bürki schaute sich vor einem Abstoß lange nach einer möglichen Anspielstation um. Bevor ihn Schiedsrichter Wolfgang Stark wegen Zeitspiels ermahnen konnte, haute er den Ball schließlich lieber ins Seitenaus.

Doppelwechsel nach 70 Minuten

Dortmund kam durch das frühe, aggressive und zuweilen überharte Attackieren der Leipziger zu selten hinten raus - was umso ärgerlicher war, weil hinter der RB-Pressinglinie in Götze und Schürrle zwei Spieler lauerten, deren Aktionen meist Hand und Fuß hatten. Das Glück der Borussia in dieser Phase des Spiels war es, dass die Leipziger noch immer kein Kapital aus den Dortmunder Unzulänglichkeiten schlagen konnten. Es dauerte bis zur 69. Minute, eher Werner im Strafraum des BVB mal wieder zu einem Schuss ansetzte, der Ball jedoch wurde zur Ecke geblockt.

Erst nach 70 Minuten reagierte Tuchel auf die spielerische Armut seiner Elf und brachte in Raphael Guerreiro (für Götze) und Ousmane Dembele (für Castro) zwei frische Kräfte. Und das hätte sich fast umgehend ausgezahlt: Gleich zweimal binnen 60 Sekunden tauchte Dembele direkt nach seiner Einwechslung vor dem Leipziger Tor auf, beide Male fehlte nur ein Tick zu einem gefährlichen Abschluss.

Dembele bleibt hängen

Acht Minuten später dann bewies der junge und hochveranlagte Franzose, was ihm noch fehlt. Im Strafraum der Leipziger hatte er seinen Gegenspieler eigentlich schon aussteigen lassen und dadurch freie Schussbahn. Doch anstatt abzuschließen, machte er noch einen Haken - und blieb hängen.

Im direkten Gegenzug schickte Leipzigs neuer Schotte Oliver Burke Werner auf die Reise, Bürki verhinderte mit seiner Parade Schlimmeres. Nach der anschließenden Ecke hatten die RB-Fans erneut den Torschrei auf den Lippen, Guerreiro drosch den Kopfball des früheren Dortmunders Marcel Halstenberg allerdings noch vor der Linie aus der Gefahrenzone. So langsam war es ein glückliches Remis für den Vize-Meister.

Mehrere Optionen

Dann jedoch hätte sich die Partie um ein Haar doch noch zugunsten des BVB gedreht. Nach einem Pass von Piszczek und einer schönen Körpertäuschung von Schürrle standen die Dortmunder plötzlich mit vier Spielern frei vor dem RB-Tor. Schürrle boten sich mehrere Optionen, er entschloss sich für die direkte und zog ab, doch der Ball ging hauchzart und mit Lattenberührung ins Aus (83.).

Und das rächte sich kurz vor Schluss, als die Dortmunder Verteidigung den kurz zuvor eingewechselten Naby Keita im eigenen Strafraum vergessen zu haben schien. Völlig ungedeckt drosch der Neuzugang aus Salzburg den Ball aus zentraler Position ins Tornetz - und löste damit einen akustischen Orkan auf den Rängen des früheren Zentralstadions aus.

Mittwoch gegen Warschau

Nach Ramos' zur Ecke geklärten Schuss in der Nachspielzeit war die Dortmunder Niederlage besiegelt. Leipzig jubelte über den ersten Bundesliga-Sieg, Dortmunds Spieler schlichen mit hängenden Köpfen vom Platz. Am Mittwoch, wenn die Borussen zum Auftakt der Champions-League-Gruppenphase bei Legia Warschau zu Gast sind, wird eine Steigerung auf vielen Ebenen und an vielen Stellen nötig sein.

 

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