So sah es kurz vor dem Anpfiff des BVB-Heimspiels gegen Mainz am Süd-Ost-Einlass aus. © imago / Sven Simon
Borussia Dortmund

Nach massiven Einlassproblemen: Diese Änderungen nimmt der BVB nun vor

Viele BVB-Fans schieben beim Bundesliga-Heimspiel gegen Mainz Frust, weil es am Süd-Ost-Eingang des Stadions zu massiven Problemen kommt. Jetzt kündigt der Verein Änderungen an.

Die aktuelle logistische Herausforderung für den BVB klingt vergleichsweise entspannt. Nur rund 22.000 Fans werden am Dienstagabend zum Pokalspiel gegen Ingolstadt in den Signal Iduna Park strömen, nachdem zuvor binnen kurzer Zeit eine Zuschauer-Steigerung von 25.000 über 41.000 auf 63.000 unter Corona-Bedingungen zu bewältigen war.

BVB-Testlauf für die Heimspiele gegen Köln und Amsterdam

Aber: Am Süd-Ost-Eingang des Stadions werden am Dienstag dennoch mehr als 12.000 Menschen anstehen, die auf die Südtribüne wollen, bei derzeit voller Auslastung wären es rund 15.000. Und deshalb taugt das Pokalduell für die Ordnungskräfte als guter Testlauf für den doppelten Ernstfall, der vier Tage später gegen den 1. FC Köln und acht Tage später gegen Ajax Amsterdam eintreten wird – mit dann voraussichtlich jeweils mehr als 60.000 Stadionbesuchern.

Testlauf deshalb, weil die Borussia am Dienstagabend ihre Lehren ziehen will aus dem jüngsten Heimspiel gegen Mainz am 16. Oktober, als es am Süd-Ost-Eingang zeitweise zu einem extremen Zuschauerstau gekommen war, Hunderte genervte Fans erst bis zu 15 Minuten nach dem Anpfiff der Partie die Kontrollen passieren konnten. Die von einigen betroffenen Fans als „Desaster“ und „Katastrophe“ eingeordnete Situation am Einlass soll sich nicht wiederholen.

Beschallungsanlage soll die wartenden BVB-Fans informieren

„Wir haben das Geschehen am Süd-Ost-Eingang analysiert“, erklärte Borussia Dortmunds Stadionchef Dr. Christian Hockenjos am Montag im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten, „und wir werden daraufhin jetzt einige Änderungen vornehmen.“ Der BVB erhöht die Kapazitäten im Süd-Osten an allen Kontrollpunkten. So soll es direkt vor den Drehkreuzen mehr Schleusen geben. An der Körperkontrolle werden nur Männer abgetastet, Frauen werden erst auf der Fläche dahinter von weiblichen Ordnungskräften gecheckt. Das soll die Warteschlange zusätzlich entzerren.

BVB-Stadionchef Dr. Christian Hockenjos. © imago / Team 2 © imago / Team 2

Neu installiert wird eine Beschallungsanlage, die den Informationsfluss an die wartenden Fans verbessern soll. Gegen Mainz waren Versuche des BVB, per Megaphon auf die Wartenden Einfluss zu nehmen, weitgehend erfolglos geblieben. Vor allem im Hinblick darauf, alle nötigen Belege für die „Corona-Kontrolle“ bereit zu halten. Da nicht wenige Fans ihre Impfdokumente erst am Kontrollpunkt auf Anforderung der Ordner zeitraubend zusammensuchten, verschärfte dies die Einlasssituation.

Vorgelagerte Corona-Kontrolle kann kurzfristig eingerichtet werden

Sollte es sich gegen Ingolstadt trotz aller Maßnahmen extrem stauen, hält der BVB eine teils räumlich vorgelagerte Corona-Kontrolle am Süd-Osten in der Hinterhand, die binnen kurzer Zeit eingerichtet werden würde. Gegen Köln und Ajax wäre dann sogar ein komplett vorgelagerter „GGG-Check“ denkbar.

Die Analyse des BVB zum Spiel gegen Mainz ergab zudem, dass viele Fans im Süd-Osten das auf ihren Tickets angegebene Zeitfenster nicht berücksichtigten – oder unter anderem aufgrund der Parkplatzprobleme im Stadionumfeld den Eingang erst deutlich später erreichten. Christian Hockenjos appellierte vor dem Spiel gegen Ingolstadt an die Ticketinhaber: „Kommen Sie gern früher ans Stadion, vor allem, wenn Sie Timeslots kurz vorm Anpfiff bekommen haben.“

BVB-Heimspiel gegen Mainz: Bislang kein Infektionsfall nachgewiesen

Der Süd-Ost-Eingang birge aufgrund der baulichen Enge gewisse Probleme, die nur schwer umfassend zu lösen seien. „Aber unsere Maßnahmen fruchten hoffentlich und verbessern die Lage für die Besucher“, so Hockenjos, der auch die Probleme im Stadion gegen Mainz erkannte: Ordner hatten allem Anschein nach teils nicht genügend auf die Einhaltung der Corona-Maßnahmen unter den Besuchern geachtet. „Alle unsere Ordnungskräfte wurden noch einmal eingehend informiert, worauf unbedingt Wert zu legen ist“, betonte Hockenjos.

Generell jedoch hat das Hygiene- und Sicherheitskonzept rund um die jüngste BVB-Heimpartie im Signal Iduna Park offenbar funktioniert. Auf Anfrage der Ruhr Nachrichten n teilte das Gesundheitsamt der Stadt Dortmund am Montag mit, dass „bislang kein Infektionsfall vorliegt, der auf den Besuch des Mainz-Spiels zurückzuführen ist“.

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Sportredaktion Dortmund
Sascha Klaverkamp, Jahrgang 1975, lebt im und liebt das Münsterland. Der Familienvater beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren mit der Sportberichterstattung. Einer seiner journalistischen Schwerpunkte ist Borussia Dortmund.
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Sascha Klaverkamp
BVB-Redaktion
Jahrgang 1980, liebt Sport und lebt (meistens) sportlich. Erste journalistische Gehversuche mit 15. Einser-Diplom in Sportwissenschaft an der Universität Hamburg (2006). Heinz-Kühn-Stipendiat. Seit 2007 bei Lensing Media tätig. Seit 2012 BVB-Reporter.
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Jürgen Koers