Nächste Saison: Hummels im BVB-Trikot vorstellbar?

Pro und Kontra

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sagt zu einem möglichen Mats-Hummels-Transfer zu den Bayern: "Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Die Vorstellungen realisieren sich zu 100 Prozent, oder es gibt keinen Transfer." Ein Teil der Fans findet: "Der Kapitän geht als Erster von Bord – am besten sofort." Wir fragen: Ist es noch vorstellbar, dass Hummels in der nächsten Saison weiter das BVB-Trikot trägt?

Dortmund

, 02.05.2016, 15:34 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nächste Saison: Hummels im BVB-Trikot vorstellbar?

Ein Teil der BVB-Fans würde Hummels lieber heute als morgen wechseln sehen.

Ja, Verbleib ist vorstellbar - Interner Rückhalt

Wer Mats Hummels am Samstag in die Augen blickte, als er vor die Südtribüne trat, der sah: Dieser Mann ist noch nicht fertig mit dem BVB. Die Pfiffe und Schmähungen von einigen Tausend Fans gingen ihm nahe, natürlich. Zugleich tröstete ihn der aufmunternde Applaus, der ebenfalls gut hörbar auf den Rängen zu vernehmen war.

Hummels ist seit mehr als acht Jahren beim BVB. Er hat vom Klub in dieser Zeit viel bekommen, ihm aber auch viel gegeben. Ein Teil der Fans will das nicht wahrhaben, das legen einige Kommentare im Internet nahe. Intern aber sind seine Verdienste unstrittig. Und auch über sein Verhalten in den vergangenen Wochen gibt es keine zwei Meinungen: Hummels hat sich korrekt verhalten und nie einen Hehl daraus gemacht, dass ihn sein Weg vom BVB wegführen könnte. Die – denkbar knappe – Entscheidung für München war keine gegen die Borussia, sondern eine für die Familie.

Sollte der Sommer-Transfer also noch platzen – sei es, weil die Münchner die Ablöseforderung nicht erfüllen wollen oder weil Hummels sich nach den dissonanten Tönen aus dem Süden noch umentscheidet – wäre die Tür für ihn beim BVB nicht zu. Selbst eine Vertragsverlängerung würde dann wieder in greifbare Nähe rücken.

Von Matthias Dersch

Nein, Verbleib ist unvorstellbar - Vom Hof gejagt

Mats Hummels hat am Samstag eine Menge Größe gezeigt. Der Gang vor die Südtribüne nach dem Spiel gegen Wolfsburg dürfte sein schwerster in den vergangenen achteinhalb Jahren gewesen sein. Der BVB-Kapitän ertrug die Schmähgesänge, die Plakate, die unsäglichen Gesten einiger „Fans“ mit Fassung, er stellte sich, er bedankte sich sogar bei der „Süd“, ohne genau zu wissen, wer zuvor bei jeder Ballberührung gepfiffen und wer geklatscht hatte.

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Die Botschaft aber, die ihm die Tribüne in diesem Moment entgegensandte, war unüberhörbar: Einen Wechselwunsch zu Bayern München verzeihen wir dir nicht! Hummels sprach anschließend von 300, die ihn bepöbelt hätten, Hans-Joachim Watzke immerhin von 4000. Allein die Tatsache aber, dass sich der BVB-Geschäftsführer dazu veranlasst sah, seinen Kapitän vor den eigenen Zuschauern zu verteidigen, zeigte: Es ist einiges schiefgelaufen am Samstag.

Ein Wechsel zu den Bayern scheint in der Logik vieler BVB-Anhänger mehr zu zählen als achteinhalb Jahre Einsatz, Leistung und Identifikation mit dem Verein. Hummels hat dies schmerzhaft erfahren müssen. Den Abschied dürfte es leichter machen.

Von Tobias Jöhren

 

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