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Neues Corona-Konzept soll Fan-Rückkehr auch ins BVB-Stadion ermöglichen

Borussia Dortmund

Geisterspiele sind in der Bundesliga zum Alltag geworden. Das trifft den BVB finanziell - aber auch sportlich. Eine Studie zeigt, unter welchen Voraussetzungen wieder Fans ins Stadion dürfen.

Dortmund

, 22.02.2021, 17:40 Uhr / Lesedauer: 2 min
Zu Beginn der Saison durften 10.000 Fans in den Signal Iduna Park zurückkehren. Die Auslastung soll mit einem neuen Konzept nun weiter gesteigert werden.

Zu Beginn der Saison durften 10.000 Fans in den Signal Iduna Park zurückkehren. Die Auslastung soll mit einem neuen Konzept nun weiter gesteigert werden. © Inderlied / Kirchner-Media

Je länger der Lockdown anhält, desto intensiver wird über mögliche Lockerungen diskutiert - auch im Sport. Wie groß die Sehnsucht nach Fußball mit Fans ist, verdeutlichten die Szenen nach dem Derby zwischen dem BVB und Schalke, als Dortmund-Fans den 4:0-Sieg ihrer Mannschaft bejubelten - dabei aber die Corona-Regeln missachteten.

Branchenübergreifendes Konzept soll Fan-Rückkehr ermöglichen

Ein branchenübergreifendes Konzept soll nun die kontrollierte Rückkehr von Zuschauern ermöglichen und weckt auch im Sport neue Hoffnungen auf baldige Lockerungen und ein Stück Normalität in der Corona-Krise. „Einen Mutmacher können momentan alle gut gebrauchen. Keiner hat mehr Lust auf den Lockdown“, sagte Frank Bohmann, Geschäftsführer der Handball-Bundesliga, der Deutschen Presse-Agentur am Montag nach der Vorstellung der Studie.

„Wir wissen um die Brisanz einer Öffnung, halten sie aber für verantwortbar.“ Der von 20 Experten und Wissenschaftlern in den vergangenen zwei Monaten erarbeitete Leitfaden unterteilt sich in drei Bereiche: Ein Basiskonzept mit einer Auslastung der Zuschauerkapazität bis zu 40 Prozent, ein Spezialkonzept mit einer Auslastung bis zu 80 Prozent und ein Testkonzept für eine hundertprozentige Vollauslastung (siehe Infokasten am Ende des Textes).

Ob wieder Fans ins Stadion dürfen, entscheidet die Politik

Dabei wird zwischen Indoor- und Outdoorveranstaltungen unterschieden. „Irgendwann muss die Frage beantwortet werden, wie gehen wir die Schritte zurück. Wir wollen der Politik einen Weg zeigen, wie geht es zurück. Das steht für uns im Vordergrund“, sagte Hygiene-Experte und Mitautor Florian Kainzinger.

„Das Wann ist eine Frage, die die Politik gerne mit uns diskutieren kann. Wir denken, dass der Einstieg bald möglich ist. Aber wichtiger ist das Wie.“ Kainzinger appellierte zugleich, über eine Lockerung nicht nur auf Grundlage der aktuellen Inzidenzzahlen zu entscheiden: „Die zentrale Frage dabei ist die Belastung des Gesundheitssystems.“ Über die Frage nach der Rückkehr entscheidet aber die Politik.

Der Profisport erfüllt schon viele Voraussetzungen

Der Profisport kann für sich in Anspruch nehmen, viele Voraussetzungen bereits zu erfüllen. Die Eckpunkte des modularen Plans umfassen unter anderem die Erstellung eines Hygiene- und Infektionsschutzkonzeptes, personenbezogene Tickets zum Kontaktmanagement, eine durchgehende Maskenpflicht und ein Ausschankverbot für alkoholische Getränke.

Als zu Beginn dieser Saison zeitweise 10.000 BVB-Anhänger zurück in den Signal Iduna Park durften, wurde ebenfalls kein Alkohol ausgeschenkt. Außerdem durften sich nur Dauerkartenbesitzer um Tickets bewerben, was eine Nachverfolgung von Kontaktpersonen erleichtern sollte.

Neues Konzept soll trotz neuer Virus-Varianten funktionieren

Nach Ansicht von Georg-Christian Zinn, Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin, könne man bei einer konsequenten Umsetzung der vorgesehenen Maßnahmen auch den neueren Virus-Varianten standhalten. „Mit guten Konzepten können diese Varianten zurückgedrängt werden. Das bereitet uns keine großen Bauchschmerzen“, sagte Zinn.

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Die Initiative wird unter anderen von den großen Verbänden und Profiligen aus dem Fußball, Handball, Basketball, Volleyball und Eishockey unterstützt. Einige Sportarten werden dabei noch härter als der Fußball von der Corona-Krise getroffen. Im Handball etwa machen die Einnahmen des Ticketverkaufs bis zu 30 Prozent des Saisonetats der Bundesligavereine aus.

Mit dpa-Material

Basiskonzept
  • Für Freiluftveranstaltungen geht das Konzept bei vergleichbaren Maßnahmen von einer möglichen Auslastung von 35 bis 40 Prozent der Kapazität aus. Im Amateur- und Breitensport schlagen die Autoren zudem eine „Bagatelluntergrenze“ vor, die bei Veranstaltungen mit ausreichend Flächen eine Sonderregelung vorsieht. Bei Einhaltung der Maskenpflicht und eines erweiterten Abstands sowie Kontaktmanagement durch technische Lösungen wie Apps könnten personenbezogene Tickets in diesem Bereich damit überflüssig werden.
  • Sowohl für Veranstaltungen in geschlossenen Räumen als auch für Freiluftveranstaltungen sieht das Basiskonzept zudem bestimmte Sitzplatzschemata vor, die die Einhaltung der Mindestabstände gewährleisten. Das Basiskonzept kann mit vertretbarem Aufwand und mit begrenzten finanziellen Ressourcen von jeder Spielstätte bei der Entwicklung eines Hygienekonzeptes umgesetzt werden. Das könnte insbesondere auch kleineren Einrichtungen in Kultur und Sport einen pragmatischen Weg zurück in einen geregelten Vorstellungs- und Spielbetrieb ermöglichen.
Fachärztliche Hygienekonzepte
  • An Indoor-Veranstaltungsorten mit großen Räumen und moderner Lüftungstechnik sowie ebenso bei Outdoor-Veranstaltungen ist - über das Basiskonzept hinaus - auch eine höhere Zuschauerzahl machbar. Für eine weitere Erhöhung der Auslastung empfehlen die Autoren ein fachärztliches Hygienekonzept als einheitlichen Standard.
„Maximalmodell“ mit Teststrategie
  • Auf Basis neuer Diagnostikmöglichkeiten soll die Erweiterung der Zugangsmöglichkeit zu Veranstaltungen umgesetzt werden – bis hin zu einer möglichen Vollauslastung von Opern, Konzerten und Sportereignissen. Zu diesem Zweck könnte die Kultur- und Sportbranche unter anderem Zuschauern und Gästen einen Antigentest am Veranstaltungsort zur Verfügung stellen sowie digitale Portale zur Unterstützung des Kontaktmanagements fördern.

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