Neuling Marc Bartra hat noch Anpassungsprobleme

Schleppende BVB-Eingewöhnung

Die Partie in Bremen brachten auch für Marc Bartra ernüchternde Erkenntnisse. Sven Bender verletzt, Sokratis die ganze Woche angeschlagen und nicht im Training - doch Thomas Tuchel setzte an der Weser dennoch auf den griechischen Abräumer. Der Gewöhnungsprozess an Abläufe und Intensität im Dortmunder Spiel läuft schleppend beim Sommer-Neuzugang aus Barcelona. Bartra braucht Geduld und muss weiter an sich arbeiten.

DORTMUND

, 25.01.2017 / Lesedauer: 4 min
Neuling Marc Bartra hat noch Anpassungsprobleme

Ein sich die Haare raufender Marc Bartra: Kein seltenes Bild in der bisherigen Bundesliga-Saison.

Es war kurz vor Weihnachten, als Thomas Tuchel seinem Innenverteidiger Marc Bartra in der Halbzeit des Bundesliga-Spiels gegen den FC Augsburg (1:1) bedeutete, dass er nach der Pause nicht mehr auf den Rasen zurückkehren müsse. Bartra war nicht verletzt, und seine Innenverteidiger wechselt man eigentlich nur bei Verletzungen - oder, wenn wie damals geschehen, ein Spieler einen rabenschwarzen Abend erlebt.

Letzte Bestätigung

Vielleicht war dieses Spiel die letzte Bestätigung für Borussia Dortmunds Trainer, dass es noch Zeit braucht mit Marc Bartra, dass der Sprung von der Reservebank - und sei es beim FC Barcelona - in die Stamm-Innenverteidigung eines ambitionierten Klubs wie dem BVB dann eben doch nicht immer und bei jedem Spieler so reibungslos gelingt.

Und als Tuchel am Samstag die Wahl hatte, Bartra neben Matthias Ginter zu stellen oder den Griechen Sokratis, der erst am Tag zuvor das Signal gegeben hatte, dass er nach einer Woche Verletzungspause doch noch rechtzeitig einsatzfähig sei, da zögerte Tuchel nicht.

Ein schmaler Grat

Später übernahm er für diese Entscheidung die Verantwortung, weil Sokratis mit zunehmender Dauer dann doch unübersehbar unrund lief, weil er immer stärkere Schmerzen verspürte und ihm wohl auch deshalb beim zwischenzeitlichen 1:1 im Laufduell gegen Fin Bartels Tempo fehlte. Doch Tuchel vertraute in dem Dilemma, das sich durch die erneute Verletzung von Sven Bender ergeben hatte, eher auf die scheinbar sicherere Variante.

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Das sind die Vertragslaufzeiten der BVB-Spieler

Das sind die Vertragslaufzeiten der BVB-Spieler.
24.01.2017
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Julian Weigl: 30. Juni 2021.© Foto: Guido Kirchner
Sebastian Rode: 30. Juni 2020.© Foto: Guido Kirchner
Marcel Schmelzer: 30. Juni 2021.© Foto: Guido Kirchner
Felix Passlack: 30. Juni 2019.© Foto: Guido Kirchner
Sokratis: 30. Juni 2019.© Foto: Guido Kirchner
Raphael Guerreiro: 30. Juni 2020.© Foto: Guido Kirchner
Eirk Durm: 30. Juni 2019.© Foto: Guido Kirchner
Lukasz Piszczek: 30. Juni 2018.© Foto: Guido Kirchner
Ousmane Dembele: 30. Juni 2021.© Foto: Guido Kirchner
Alexander Isak: unbekannt.© Foto: BVB
Marco Reus: 30. Juni 2019.© Foto: Guido Kirchner
Marc Bartra: 30. Juni 2020.© Foto: Guido Kirchner
Emre Mor: 30. Juni 2021.© Foto: Guido Kirchner
Mario Götze: 30. Juni 2020.© Foto: Guido Kirchner
Sven Bender: 30. Juni 2021.© Foto: Guido Kirchner
Shinji Kagawa: 30. Juni 2018.© Foto: Guido Kirchner
Mikel Merino: 30. Juni 2021.© Foto: Guido Kirchner
Neven Subotic: 30. Juni 2018.© Foto: Guido Kirchner
Roman Bürki: 30. Juni 2019.© Foto: Guido Kirchner
Christian Pulisic: 30. Juni 2020.© Foto: Guido Kirchner
Gonzalo Castro: 30. Juni 2019.© Foto: Guido Kirchner
Andre Schürrle: 30. Juni 2021.© Foto: Guido Kirchner
Dzenis Burnic: 30. Juni 2018.© Foto: Guido Kirchner
Joo-Ho Park: 30. Juni 2018.© Foto: Guido Kirchner
Roman Weidenfeller: 30. Juni 2017.© Foto: Guido Kirchner
Hendrik Bonmann: 30. Juni 2018.© Foto: Guido Kirchner
Pierre-Emerick Aubameyang: 30. Juni 2020.© Foto: Guido Kirchner
Matthias Ginter: 30. Juni 2019.© Foto: Guido Kirchner
Nuri Sahin: 30. Juni 2018.© Foto: Guido Kirchner
Schlagworte BVB , Borussia Dortmund

Es ist ein schmaler Grat, auf dem Dortmunds Trainer da wandeln muss im Moment. Bartra, meinte Tuchel nach jenem Spiel gegen Augsburg, sei es „nicht gewohnt, im Drei-Tages-Rhythmus Verantwortung für unser Spiel zu übernehmen.“ Sich im Training täglich mit Spielern wie Neymar, Messi und Suarez zu messen, wappnet offensichtlich nur bedingt für den Fall, dann nach einem Vereinswechsel stärker im Fokus (und in der Verantwortung) zu stehen.

Forsches Auftreten

Bartra war sehr forsch aufgetreten in seinen ersten Spielen, natürlich war er zu Beginn auch darauf angesprochen worden, welch schweres Erbe er in Dortmund antritt als nomineller Nachfolger eines Weltklasse-Innenverteidigers wie Mats Hummels. Es beeindruckte, dass er kess von sich gab, davon überzeugt zu sein, ihn ersetzen zu können. Und in seinen Anlagen lassen sich durchaus einige Züge des Hummelschen Spielstils entdecken.

Auch Bartra liebt es, den Ball nach vorne zu treiben oder den scharfen Pass in die Schnittstellen zu spielen. Das gelang ihm zum Beispiel beim Test in Paderborn vor einer Woche sehr gut, als er das 5:1 von Raphael Guerreiro mit eben diesem Mix klasse vorbereitete.

Personal für Dreierkette fehlt

Mit hohem Risiko sind solche Bälle versehen, und genau darin lag für den 26-Jährigen in der Hinrunde aber auch das Problem. Die richtige Dosierung zu finden zwischen Sicherheit und Risiko, sich vielleicht erst einmal Sicherheit zu holen für das eigene Spiel, in dem man zunächst einfache Bälle spielt, das gelang ihm vor der Winterpause zunehmend weniger. So verlor der Katalane recht schnell seinen Stammplatz, und wenn er dann die Chance bekam, wollte er es oft zu gut machen.

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Bilder aus der Karriere des Alexander Isak.
21.01.2017
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Für die Sonntagspartie in Mainz ist bei Tuchel die Hoffnung groß, dass Sokratis die Woche nutzen kann, um die Sprunggelenksprobleme in den Griff zu bekommen. Bartra würde dann zweite Wahl bleiben. Dadurch, dass Bender noch einige Wochen fehlen wird und das letzte Vertrauen in den Neuen aus Barcelona offensichtlich gerade nicht sehr groß ist, ist Tuchel in seinen taktischen Überlegungen eingeschränkt. Eine Dreierkette aus drei Innenverteidigern mit zwei vorgeschobenen Außenspielern kommt in der Liga mehr und mehr in Mode - dazu fehlt Dortmunds Trainer aber momentan das Personal.

Geduldig bleiben

Bartra muss geduldig bleiben, was sicher nicht leicht ist - und wird hoffentlich dazulernen. Vielleicht können die Mitspieler beim BVB, die schon etwas länger da sind, ihm ja ein ganz gutes Beispiel aus der Vergangenheit nennen. Es gab mal einen Robert Lewandowski, der nach seinem Wechsel aus Polen ein gutes Jahr brauchte, um in Dortmund so richtig durchzustarten. 

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