Neuzugänge Immobile, Ramos und Ginter enttäuschen

Verlierer der BVB-Saison

Wenn ein Team bis in den März hinein um den Klassenerhalt bangen muss, tummeln sich in seinem Kader naturgemäß mehr Verlierer als Gewinner. Mit seinen Sommer-Neuzugängen hatte Borussia Dortmund wenig Glück - und auch die lange unumstrittene Nummer eins fand sich zuletzt in einer tragischen Rolle wieder.

DORTMUND

, 27.05.2015, 21:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Neuzugänge Immobile, Ramos und Ginter enttäuschen

Ciro Immobile

48 Millionen Euro investierte der BVB im vergangenen Sommer in drei Neuzugänge. Zwei davon hatten die schwere Aufgabe, dem nach München gewechselten Robert Lewandowski zu ersetzen. Der Dritte im Bunde war ein Versprechen in die Zukunft.

Dass Matthias Ginter (21) in eine neue Welt eintauchte, als er vom SC Freiburg zum BVB wechselte, implizierte auch, dass man ihm ausreichend Eingewöhnungszeit einräumen musste. Überhaupt strömte viel ein auf den defensiven Mittelfeldspieler, der mit seiner zurückhaltenden und bescheidenen Art so gar nicht den Eindruck erweckte, als könne er sich im knallharten Bundesliga-Geschäft behaupten.

Da war die WM in Brasilien, bombastische Eindrücke für einen so jungen Kerl, und als er in Dortmund angekommen war, war es nicht verwunderlich, dass er mit der Rolle, sofort die Innenverteidigung zu stabilisieren, noch überfordert war. 14 Einsätze sind es am Ende geworden, er selbst sagt, das sei völlig in Ordnung, und Ginter hat unbestritten gelernt in diesem Jahr. Zuletzt aber war noch nicht einmal mehr Platz im Kader für ihn.

Ciro Immobile muss das erste Jahr in Dortmund ebenso als verschenktes bilanzieren wie sein Sturmpartner Adrian Ramos. Zum Stammspieler reichte es weder beim Italiener, der für 18,5 Millionen Euro kam, noch beim Kolumbianer Ramos, der zehn Millionen Euro kostete, es aber nur sechs Mal in die Startelf schaffte und das Saisonfinale verletzt verpasste.

Immobile musste schmerzhaft erkennen, dass er mit zunehmender Dauer immer mehr wie ein Fremdkörper wirkte, allem Lob für Trainingseifer zum Trotz gab ihm Trainer Jürgen Klopp nicht das Gefühl, in seinen Planungen eine gewichtige Rolle zu spielen. Die Zeichen bei Immobile stehen auf Trennung, Ramos wird wohl bleiben und soll unter dem neuen Trainer Thomas Tuchel einen neuen Anlauf nehmen.

Wie Ginter feierte auch Roman Weidenfeller im vergangenen Sommer in Rio emotionale Momente voller Jubel über den vierten WM-Titel für Deutschland, zurück in Dortmund erlebte der Routinier jedoch eine durchwachsene Saison mit überraschenden Wendungen auch für ihn persönlich.

"Wieder ein Lachen im Tor"

Im Dezember verlor der 34-Jährige erstmals seinen langjährigen Platz im Tor an Mitchell Langerak. Grobe Patzer hatte sich Weidenfeller eigentlich nur zwei geleistet, damit befand er sich angesichts der Talfahrt des BVB in guter Gesellschaft. Trainer Jürgen Klopp aber wollte im Niedergang ein Zeichen setzen, er wolle „wieder ein Lachen im Tor“ haben, wie Klopp erklärte.

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Weidenfeller fügte sich klaglos, er hängte sich rein im Training und kehrte nach der Winterpause ins Tor zurück. Und spielte bis zum 3:0 gegen Paderborn. Dan verletzte er sich vor dem Halbfinale im DFB-Pokal gegen die Bayern, in der Folge sorgten unterschiedliche Beurteilungen dieser Verletzung für Irritationen. Weidenfeller fühlte sich schon fit für das Duell mit den Bayern, mitfahren durfte er nicht - und saß danach auch in den Liga-Spielen draußen.

90 Minuten gegen Bremen

Die festgezurrte Aufteilung (Weidenfeller in der Liga, Langerak im Pokal) war aufgehoben. Gegen Bremen durfte der 34-Jährige zwar noch einmal ins Tor, das lässt sich auch als Geste interpretieren, ihm noch einmal 90 Minuten im Signal Iduna Park schenken zu wollen. Denn es ist nicht ausgeschlossen, dass Weidenfeller sich doch noch einmal einen neuen Verein suchen wird. 

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