Borussia Dortmund

„Nicht akzeptabel“: BVB entzieht Ex-Kanzler Gerhard Schröder die Ehrenmitgliedschaft

Borussia Dortmund hat Gerhard Schröder die Ehrenmitgliedschaft entzogen. Der Schritt steht im Zusammenhang mit dem Krieg Russlands gegen die Ukraine. Die Begründung des BVB ist nachvollziehbar.
Im Januar 2002 erhält Gerhard Schröder, damals noch als Kanzler, einen Fußball mit den Unterschriften der BVB-Spieler. © picture-alliance / dpa/dpaweb

Borussia Dortmund hat Gerhard Schröder mit sofortiger Wirkung die Ehrenmitgliedschaft entzogen. Der Verein reagierte damit auf die fehlende Bereitschaft des Ex-Kanzlers, als Folge der russischen Invasion in die Ukraine seine Führungspositionen beim staatlichen russischen Energiekonzern Rosneft und bei den Pipeline-Projekten Nord Stream und Nord Stream 2 niederzulegen.

BVB-Präsident Rauball unterrichtet Schröder in persönlichem Gespräch

„Über einen entsprechenden und einstimmig getroffenen Präsidiumsbeschluss unterrichtete Vereinspräsident Dr. Reinhard Rauball den Bundeskanzler a.D. am heutigen Vormittag in einem persönlichen Gespräch“, schreibt der BVB in einer Mitteilung am Mittwoch. Die Übernahme von Führungspositionen in russischen Staatskonzernen durch ein BVB-Ehrenmitglied sei vor dem Hintergrund des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine und des damit einhergehenden gravierenden Verstoßes gegen geltendes Völkerrecht nicht akzeptabel.

„Unserer Meinung nach gehört dazu in einer Situation, in der an jedem einzelnen Tag unschuldige Menschen durch Bomben sterben, zwingend nicht nur ein mündliches Bekenntnis gegen jede kriegerische Handlung (dieses hat Gerhard Schröder abgegeben), sondern auch der klare Wille und die Überzeugung, auf Führungspositionen in russischen Staatskonzernen verzichten zu müssen. Wir hoffen inständig, dass Gerhard Schröder zu dieser Ansicht gelangen wird und möchten ihm die Gelegenheit dazu geben“, hieß es einer ersten Mitteilung des BVB am Montag.

SPD-Politiker üben harsche Kritik am Ex-Kanzler

„Gerhard Schröder haben wir während seines politischen Wirkens als Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland als mutigen, streitbaren Demokraten kennengelernt, der sein freiheitliches Weltbild auch gegen Widerstände verteidigt“, erklärte der BVB weiter. „Diesen Gerhard Schröder halten wir gern in Erinnerung und hoffen, dass dieser Gerhard Schröder nicht nur eine Vergangenheit, sondern auch eine Zukunft hat.“

Da der 77-Jährige sich aber nicht weiter äußerte, hat der Klub ihm nun am Mittwoch die Ehrenmitgliedschaft entzogen. Auch mehrere Sozialdemokraten hatten das Verhalten Schröders unlängst harsch kritisiert. „Gerhard Schröders Gesinnungslosigkeit zugunsten des eigenen Egos, seine Verantwortungslosigkeit gegenüber den Opfern in der Ukraine und gegenüber der eigenen Partei, das ist einfach nur unerträglich“, hatte die SPD-Politikerin Gesine Schwan dem „Spiegel“ gesagt.

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