Nur noch eine Nebenrolle für Nuri Sahin

Drei Mal nicht im BVB-Kader

Thomas Tuchel zierte sich ein wenig, das Thema Nuri Sahin behagte ihm nicht, weil es auch einen wunden Punkt berührt: "Nicht so gerne", meinte Tuchel, der am Montag seinen 43. Geburtstag feierte, wolle er über Spieler sprechen, die nicht im Kader gestanden hätten. Er tat es dann aber doch.

DORTMUND

, 30.08.2016, 21:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nur noch eine Nebenrolle für Nuri Sahin

Momentan außen vor beim BVB: Nuri Sahin.

Drei Pflichtspiele hat Borussia Dortmund in dieser Saison bislang bestritten, der Supercup zählt ja auch dazu, und in keinem dieser drei Spiele war für Nuri Sahin Platz auf dem Spielberichtsbogen. Sahin spielte stattdessen am Tag nach dem Supercup in Sandhausen, und er führte den BVB am Tag nach dem Pokalsieg in Trier sogar als Kapitän aufs Feld, als Tuchel für die Trainingsnachzügler den Test beim Halleschen FC ansetzte. Auch Sahin ist einer dieser Nachzügler. Er spielte bei der Europameisterschaft für die Türkei – dort allerdings kam er nicht über einen 45-minütigen Kurzeinsatz im Gruppenspiel gegen Spanien (0:3) hinaus.

Dennoch muss man Sahins aktuelle Situation differenziert sehen, da er wie alle EM-Teilnehmer längeren Urlaub genießen durfte. In diese Richtung argumentierte auch Tuchel: Ein Härtefall sei Sahin noch nicht, meinte er, dafür sei es noch zu früh, weil Sahin eben erst nach vielen anderen Spielern ins Training eingestiegen sei. „Er hat noch Nachholbedarf in Sachen Athletik und Tempohärte.“

"Konkurrenz ist riesengroß"

Allerdings stieg der bald 28-Jährige noch deutlich eher ein als zum Beispiel die deutschen EM-Teilnehmer Weigl, Schürrle und Götze. Auch wenn Sahin fit wirkt wie lange nicht, nachdem er in der vergangenen Saison beinahe eine komplette Halbserie wegen seiner hartnäckigen Sehnenreizung verpasste, ist Weigl deutlich weiter und momentan erste Einwechseloption hinter den Startelf-Spielern Castro und Rode. „Die Konkurrenz“, sagt auch Tuchel, „ist riesengroß.“

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Die grundsätzliche Frage ist allerdings eher die, ob Sahin seine Spielweise an das neue Ideal des Trainers anpassen kann. Zu den Sprintern zählte er noch nie, sein Auge und die Fähigkeit, die gegnerische Verteidigungslinie mit punktgenauen Pässen zu überwinden, waren lange gefragt in Dortmund. Auch bei Tuchel, der noch im vergangenen Herbst während Sahins Verletzungspause betont hatte, wie sehr er die Rückkehr des Spielers herbeisehnen würde.

Ruhe bewahren 

Doch die Dinge haben sich geändert. In seiner schon 12. Profisaison könnte es für Sahin schwierig werden mit den Einsatzzeiten. Andererseits ist er auch lange genug im Geschäft, um Ruhe zu bewahren. Gegen Mainz befand sich Sahin auf der Tribüne in guter Gesellschaft. Da saßen unter anderem auch die Herren Götze und Reus. 

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