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Nur Yarmolenko trifft - BVB wacht beim 1:2 zu spät auf

DFB-Pokal

Erstmals seit 2013 wird das DFB-Pokalfinale ohne Beteiligung von Borussia Dortmund über die Bühne gehen. Der BVB verliert sein Achtelfinalspiel bei den Bayern mit 1:2 (0:2) - weil er erst in der Schlussphase aufwacht.

MÜNCHEN

, 20.12.2017, 22:45 Uhr / Lesedauer: 3 min
Nur Yarmolenko trifft - BVB wacht beim 1:2 zu spät auf

Der Treffer von Andrey Yarmolenko (l.) war für den BVB in München zu wenig. © dpa

Die Meteorologie bietet ja so einige schöne Begriffe, mit denen sich ganz gut umschreiben ließ, was Borussia Dortmund da in der Anfangsviertelstunde in der Münchner Allianz Arena widerfuhr. Man könnte es einen Orkan nennen, der da über den BVB hereinbrach, oder einen Hurricane, ganz bestimmt war es mehr als ein heftiger Wintersturm.

Dortmunder Schwindelgefühle

Als zum ersten Mal das Licht ausging und die Bayern ein Tor auch optisch eindrucksvoll zelebrierten, da hatte der Rekordmeister schon fünf Mal auf das Dortmunder Tor geschossen, zwei Mal die Latte getroffen und sämtliche Verteidiger in der Fünferkette, die die Borussia gegen den Ball formierte, mit starken Schwindelgefühlen zurückgelassen. Jerome Boateng war es schließlich, der eine unfassbare Passivität des BVB im Verteidigungsgang nur folgerichtig mit dem ersten Tor bestrafte. Gespielt waren wohlgemerkt erst 13 Minuten.

Es lässt sich darüber spekulieren, ob das tatsächliche Fehlen von Pierre-Emerick Aubameyang die Ursache war für den totalen Mutverlust, der die Borussia infiziert hatte. Der Torjäger war zwar mit nach München geflogen, fehlte offiziell dann aber wegen Hüftproblemen. Der Plan, dennoch "selbst aktiv zu werden", wie BVB-Trainer Peter Stöger vor dem Spiel erklärte, ging jedenfalls nicht auf. Das Gegenteil war der Fall. Weitgehend schutzlos ließ Dortmund das Angriffsgewitter der Bayern über sich ergehen - immer in der Hoffnung, es möge bald enden.

Dahoud ersetzt Bartra

Tatsächlich nahmen die Bayern Tempo aus dem Spiel. Stöger reagierte, in dem er Marc Bartra aus dem Spiel nahm und Mahmoud Dahoud brachte - das sollte für mehr Kompaktheit im Mittelfeld sorgen. Und Dahoud war kaum auf dem Platz, als sich aus dem Nichts die Ausgleichschance ergab. David Alaba rutschte an einer Flanke von Christian Pulisic vorbei, Andrey Yarmolenko stand so blank vor Sven Ullreich. Der Ukrainer brachte den Ball auch am Bayern-Keeper vorbei, doch auf der Linie rettete Alaba spekatkulär (35.).

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DFB-Pokal, Achtelfinale: FC Bayern München - BVB 2:1 (2:0)

20.12.2017
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Bilder des Pokalspiels zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund.© dpa
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Mal abgesehen davon, dass ein Dortmunder Ausgleich ein schlechter Witz gewesen wäre, hätte man schon gern verfolgt, wie die Bayern darauf reagiert hätten. So aber war die Aktion wohl der rechtzeitige Weckruf kurz vor dem Einschlafen. Und noch vor der Pause sorgte das 2:0 auch für klare Verhältnisse auf der Anzeigetafel. Als Thomas Müller und Robert Lewandowski Doppelpass spielten, ging es viel zu schnell für Ömer Toprak, auch Marcel Schmelzer kam nicht mehr hinterher. Müller überlupfte auch noch Bürki (40.).

Bürki mit mehreren Glanztaten

Es wurde zunächst nicht besser nach der Pause. James Rodriguez zwang Bürki nur 35 Sekunden nach Wiederanpfiff zu einer erneuten Glanztat. Drei Minuten später rettete der Schweizer artistisch gegen Müllers Kopfball. Wieder waren die Bayern über die Außen ungehindert durchgekommen.

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Stöger brachte in Andre Schürrle für den total enttäuschenden Raphael Guerreiro die nächste frische Kraft. Im 4-3-3 versuchte der BVB die Partie nun mehr in die Münchner Hälfte zu verlagern. Schürrle hatte eine erste kleine Chance (63.), doch die Bayern blieben vor dem Tor die deutlich strukturiertere und gefährlichere Mannschaft. Vidal hatte die nächste dicke Gelegenheit (65.).

Isak im Pech

Immerhin gestaltete Schwarzgelb das Spiel nun ein wenig offener. Dahoud konnte mit einigen gefälligen Pässen Werbung in eigener Sache betreiben, einer fand Schmelzer, der aus spitzem Winkel einfach draufhielt - Ullreich war auf dem Posten (70.).

Nun waren die Bayern deutlich zu passiv. Yarmolenko bestrafte das mit dem Kopfballtor zum 1:2 (76.). Und plötzlich witterte Schwarzgelb Morgenluft. Doch das Erwachen kam zu spät. Schürrles Schuss strich am Bayern-Tor vorbei (87.), dann trudelte ein abgefälschter Schuss des eingewechselten Alexander Isak hauchdünn am Tor vorbei (90.+2). Es war die letzte Chance.

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