Ömer Toprak erlebt eine überraschende Renaissance im BVB-Trikot

rnBorussia Dortmund

Ömer Toprak galt beim BVB vor dieser Saison als Verkaufskandidat. Im Supercup steht er plötzlich in der Startelf. Seine Erfahrung könnte für die Borussen auch in dieser Saison noch von großem Wert sein.

Dortmund

, 06.08.2019, 10:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Starke 71 Prozent gewonnene Zweikämpfe, 73 Ballkontakte, 95 Prozent angekommene Pässe - die Statistik nach dem 2:0 gegen den FC Bayern im Supercup wies Ömer Toprak als grundsoliden Vertreter des kurzfristig ausgefallenen Mats Hummels aus. Topraks Startelf-Berufung am Samstag war die logische Konsequenz einer bislang starken Vorbereitung des 30-Jährigen in diesem Sommer. Er erlebt eine überraschende Renaissance im BVB-Trikot. Toprak hat die Chance beim Schopf gepackt.

Toprak liegt vorerst vor Zagadou

Nach der BVB-Rückkehr von Hummels schienen sich Topraks Perspektiven auf Einsatzzeiten noch weiter zu verschlechtern. Vor seinem dritten Jahr in Schwarzgelb wurde heftig über seinen Stellenwert in diesem Kader diskutiert. Toprak war immer einer der Erstgenannten, wenn es darum ging, an welchen Stellen Borussia Dortmund den aufgeblähten Kader noch abspecken könne, denn mit Hummels bewarben sich sechs Innenverteidiger um die zwei freien Plätze. Und in der Hierarchie war Toprak schon in der vergangenen Saison abgerutscht. 36 Pflichtspiele bestritt er in seinem ersten Jahr, als sowohl Peter Bosz als auch Peter Stöger noch regelmäßig auf seine Dienste setzten. Unter Lucien Favre hingegen kam er nur noch auf 14 Pflichtspiele.

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Nicht aber Ömer Toprak floh vor der neuen Konkurrenz, es war Abdou Diallo, der sich Paris St. Germain anschloss. Und den Zweikampf mit Dan-Axel Zagadou um den ersten Vertreter der als gesetzt erscheinenden Hummels und Manuel Akanji hat der in Ravensburg geborene Deutsch-Türke zunächst einmal für sich entschieden.

Toprak erlebt im Jahr 2009 einen Horror-Unfall

Nicht vor der Herausforderung wegzulaufen, das mag auch damit begründet sein, dass Topraks Vertrag ausgesprochen üppig dotiert ist und es schwer geworden wäre, anderswo ähnlich gut zu verdienen. Doch es passt auch zu seinem Naturell. Toprak hat gelernt, sich durchzubeißen, und dazu trug auch der Horror-Unfall bei, der ihn 2009 beinahe nicht nur die Karriere, sondern auch sein Leben gekostet hätte.

„Ich hatte meinen schlechtesten Tag erlebt. Aber ich wollte mich durchbeißen, ich wollte nicht aufgeben.“
Ömer Toprak

Sieben Tage lag Ömer Toprak nach einem Unfall mit einem in Brand geratenen Kart auf der Intensivstation, 42 Prozent seiner Haut waren mehr oder weniger stark verbrannt. Nur sieben Monate nach dem Crash aber stand er wieder auf dem Fußballplatz. „Ich hatte meinen schlechtesten Tag erlebt. Aber ich wollte mich durchbeißen, ich wollte nicht aufgeben“, hat er unlängst in einem Interview bei „RTL-West“ über die schweren Monate erzählt.

Ömer Toprak hat die Erwartungen erfüllt, die mit seinem Talent als Spieler in den Junioren stetig wuchsen. Er reifte in Freiburg zum Bundesligaspieler, setzte sich in Leverkusen durch und trotzte in Dortmund der Hypothek, dass der Trainer, der ihn zum BVB gelotst hatte (Thomas Tuchel), nicht mehr da war, als die Vorbereitung begann.

Toprak erteilt Wechselgerüchten eine Absage

Gleich zu Beginn dieser Sommer-Vorbereitung erteilte Ömer Toprak allen Wechselgerüchten eine Absage. Er wolle sich dem Konkurrenzkampf stellen, erklärte er. Und er setzte seine Worte in Taten um. „Er hat es im Verbund mit Manuel Akanji sehr gut gelöst“, lobte Sportdirektor Michael Zorc am Tag nach dem Dortmunder Supercup-Triumph. Toprak sei ein „sehr erfahrener Spieler, im Zweikampf sehr robust und präsent“, meinte Lizenzspieler-Chef Sebastian Kehl.

Ömer Toprak erlebt eine überraschende Renaissance im BVB-Trikot

Ömer Toprak mit vollem Einsatz im Supercup gegen den FC Bayern. © Guido Kirchner

Viel Lob von allen Seiten für einen, der zuletzt selten im Blickpunkt gestanden hat, auch Lucien Favre scheint die Qualitäten des 30-Jährigen nun mehr zu schätzen. War nicht fehlende Erfahrung im Abwehrzentrum auch ein Grund für das Verpassen der Meisterschaft?

Toprak verfügt über reichlich Erfahrung

Toprak bietet diese Erfahrung, er hat 227 Bundesliga-Spiele und 39 Europacup-Einsätze auf dem Buckel. 27 Mal trug er das Trikot der türkischen Nationalmannschaft. Und angesichts der Vielzahl an BVB-Spielen ist die Wahrscheinlichkeit gar nicht so gering, dass er seine Einsatzquote in Dortmund in dieser Saison wieder steigern kann.

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