Paco Alcacer schießt den BVB zum Sieg gegen Wolfsburg. Der BVB-Stürmer scheint seine Treffsicherheit pünktlich zum Saisonendspurt wiederzufinden - und sein Spitzname klingt gefährlich.

Dortmund

, 01.04.2019, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie nannten ihn Matador. Das klingt ein bisschen wie ein alter Film aus der VHS-Zeit, als es noch Videokassetten und passend dazu sogar Videotheken gab. „Man nannte ihn Hombre“ mit Paul Newman hätte vermutlich direkt daneben im Regal gestanden, „Sie nannten ihn Mücke“ sowieso – mit Bud Spencer in der Hauptrolle, bekannter Pfundskerl.

Mit der Erscheinung als Pfundskerl ist das bei Paco Alcacer so eine Sache. 1,75 Meter. 72 Kilogramm. Bisschen mickrig. Der spanische BVB-Stürmer geht eher in Richtung Teufelskerl. Und er wird ja auch nicht Mücke, sondern nun mal Matador genannt, zumindest von Axel Witsel, seinem Mannschaftskameraden aus dem Mittelfeld.

„Er ist verrückt. Er braucht einfach nicht viele Chancen, um zu treffen.“
Axel Witsel über Paco Alcacer

„El Matador“, die spanische Bezeichnung für Mörder. „Ich nenne ihn so, weil er auf dem Platz wie ein Killer spielt. Er ist verrückt. Er braucht einfach nicht viele Chancen, um zu treffen“, sagt der Belgier.

Nur 25 Ballkontakte für Alcacer

Am Samstag hat Alcacer, der Matador, mal wieder zugeschlagen. Ein ganzes Rudel Wölfe musste dran glauben. Dabei hatte es danach lange nicht ausgesehen, denn Alcacer hatte nur gelegentlich am Spielgeschehen zwischen Borussia Dortmund und dem VfL Wolfsburg teilgenommen. Lediglich 25 Ballkontakte hatte er gehabt, nur zehn Zweikämpfe gewonnen und er war gerade mal neun Kilometer gelaufen. Am Ende rannten dennoch alle Borussen zu ihm, um ihn als Mann des Spiels zu feiern.

Paco Alcacer hat seine Treffsicherheit zum Saisonendspurt wiedergefunden

Denn mit seinen Ballkontakten 24 und 25 hatte Alcacer das Spiel zugunsten des BVB entschieden, als es im Signal Iduna Park verdächtig nach gebrauchtem Samstag roch. Ein Freistoß ins Glück in der Nachspielzeit, der über Umwege mittig im Tor einschlug, und ein reingestolperter Ball drei Minuten später: Dortmund zwei, Wolfsburg null, Torschütze mit der Nummer neun – Paco Alcacer.

Alcacer mit den Saisontoren 15 und 16

Es waren die Bundesliga-Tore 15 und 16 für den 25-jährigen Spanier. „Pure Freude“ habe er gespürt, erklärte Alcacer, „pura alegria“. Freude über einen Sieg, aber auch Freude darüber, dass Paco Alcacer seine Treffsicherheit passend zum Saisonfinale scheinbar wiedergefunden hat.

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Bundesliga, 27. Spieltag: BVB - VfL Wolfsburg 2:0 (0:0)

Die Bilder der Bundesliga-Partie zwischen Borussia Dortmund und dem VfL Wolfsburg.
30.03.2019
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Bilder der Bundesliga-Partie zwischen Borussia Dortmund und dem VfL Wolfsburg.© dpa
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Bilder der Bundesliga-Partie zwischen Borussia Dortmund und dem VfL Wolfsburg.© Guido Kirchner
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Schlagworte Fußball, Bundesliga

Nach seinem Raketenstart in Dortmund hatte er von Mitte Dezember bis Anfang März auf ein Tor warten müssen. Neun Pflichtspiele lang. Das ist eine schrecklich lange Zeit für jemanden, der statistisch betrachtet alle 60 Minuten trifft. Doch in den jüngsten drei Pflichtspielen, in denen Alcacer auflief, nämlich in Augsburg, gegen Stuttgart und nun gegen Wolfsburg, traf er viermal.

Alcacer sichert sich einen neuen Rekord

„Es wird ihm gut tun, weil er auch schwierige Zeiten hatte zuletzt“, sagte Sebastian Kehl, der Leiter der Lizenzspieler-Abteilung des BVB, „aber er hat bewiesen, wie wichtig er ist und was für ein Näschen er hat.“

Alcacers Auftritt als Wolfsmörder jedenfalls war filmreif. Und nebenbei stellte „El Matador“ noch einen Rekord auf. Er hat in dieser Saison schon fünfmal in der 90. Minute oder später zugeschlagen. So viel Heimtücke gab’s in der Bundesliga noch nie.

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