Paul Jankowski feiert seinen 80. Geburtstag

Der Seelendoktor des BVB II

Betreuer, Zeugwart, Mann für alle Fälle: Es gibt viele Bezeichnungen für den Job von Paul Jankowski bei der U23 des BVB. Er ist immer zur Stelle, wenn man ihn braucht - und das nun schon seit 23 Jahren. Heute feiert Jankowski bei bester Gesundheit seinen 80. Geburtstag.

von Udo Stark

DORTMUND

, 11.09.2016, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sein Alter merkt und sieht man ihm nicht an. Das Rezept für seine Vitalität gibt’s bei keinem Arzt. „Der Umgang mit den Jungs“, sagt er, „hält mich jung.“ Und deshalb will er noch so lange dabei bleiben, wie es nur geht.

"Herz schlägt für Borussia"

Woraus zieht er Antrieb und Motivation, um sich fast täglich in den Dienst von rund zwei Dutzend Fußballtalenten und deren Trainerstab zu stellen, anstatt weit jenseits des Renten-Einstiegsalters die Füße einfach mal hochzulegen? „Mein Herz schlägt für Borussia, von Kindheit an“, sagt er - damit ist ein Großteil der Frage beantwortet.

Und außerdem: „Die Arbeit mit den jungen Burschen und den Trainern macht mir immer noch riesigen Spaß. Ich habe noch eine Berufung. Hier wartet man auf mich, hier habe ich etwas zu tun. Etwas Schöneres kann es doch im Alter gar nicht geben.“

Zwischen Borsigplatz und Hoeschpark aufgewachsen

Paul Jankowski - ein „Dortmunder Junge“, wie er selbst über sich sagt. Groß geworden an der Wambeler Straße, zwischen Borsigplatz und Hoeschpark. Mit 13 Jahren streifte er sich erstmals das schwarzgelbe Trikot über. Als rechter Verteidiger und Mittelläufer war er so gut, dass er später sogar als Kandidat für die erste Mannschaft galt.

Doch nach einer schweren Knieverletzung kam alles ganz anders: „Ich war zwar wieder fit, sollte aber erst noch ein Jahr bei den Amateuren spielen - aber das kam damals für mich nicht in Frage.“ Ärger und Enttäuschung über die verpasste Chance waren so groß, dass er sich aus dem Verein abmeldete und sich zwischenzeitlich sogar komplett vom aktiven Fußball verabschiedete.

Zu allen Trainern ein "super Verhältnis"

Nach zwei Jahren kehrte er wieder zurück in die große Borussia-Familie, spielte bis zum 30. Lebensjahr dann doch bei den Amateuren, wechselte früh zu den Alten Herren, weil es die Wechselschicht bei Hoesch nicht anders erlaubte. Mit 55 Jahren bestritt er sein letztes Spiel, doch auch die weiteren Übergänge waren fließend.

Der damalige Abteilungsleiter Heinz Keppmann engagierte ihn 1991 als Schiedsrichter-Betreuer. Und als Michael Henke zwei Jahre später einen Zeugwart suchte, fiel seine Wahl fast zwangsläufig auf Paul Jankowski, der, inzwischen pensioniert, auch die nötige Zeit für den Job mitbrachte. Acht Trainer hat er in dieser Funktion seit 1993 erlebt, von Michael Henke bis Daniel Farke. „Zu allen“, sagt er stolz, „hatte und habe ich ein super Verhältnis.“

Stets ein offenes Ohr

Mit den Spielern war das nicht anders, „selbst wenn ich sie mal wegen mangelnder Ordnungsliebe anmeckern musste“. Stets hatte er ein offenes Ohr für die großen und kleinen Sorgen der Jungprofis. Paul, der Seelendoktor. „Auch dafür brauchen wir ihn“, sagt Manager Ingo Preuß, „vor allem, wenn es mal nicht so gut läuft. Dann schafft er es durch sein ruhiges, besonnenes Auftreten auf tolle Weise immer wieder, die Jungs aufzubauen.“

Es gab Höhen und Tiefen in der „Ära Jankowski“ beim BVB II. An die Highlights, die Aufstiege mit Michael Skibbe, Horst Köppel, Theo Schneider oder David Wagner, erinnert er sich gerne. „Die Abstiege dagegen“, ergänzt er, „haben wehgetan. Aber das waren auch die einzigen bitteren Momente in all den Jahren.“

"Aufstieg wäre eine tolle Sache"

Natürlich wünscht sich Paul Jankowski zu seinem runden Geburtstag vor allem Gesundheit, auch um noch lange seinem Hobby frönen zu können. Und sonst? „Gerne würde ich noch einmal einen Aufstieg miterleben. Das wäre eine tolle Sache.“

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