Pause für den Unersetzbaren Bender

Besserung bei Götze

Donnerstagmorgen, berichtete Borussia Dortmunds Pressechef Josef Schneck, habe Sven Bender schon wieder mit den englischen Krankenschwestern gescherzt. „In bestem bayrischen Englisch.“ Und so gut, wie das mit seinem gleich doppelt gebrochenen Kiefer denn möglich war. Bender, meinte Schneck noch kopfschüttelnd, sei eben unverwüstlich.

LONDON

von Von Dirk Krampe

, 25.11.2011, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sven Bender musste nach seiner schweren Kieferverletzung vom Platz getragen werden.

Sven Bender musste nach seiner schweren Kieferverletzung vom Platz getragen werden.

Noch in der Nacht wurde der gebürtige Rosenheimer in einer Klinik in London operiert. „Doppelter Kieferbruch an beiden Seiten der Kieferaufhängung“, diese Horror-Diagnose sorgte für einen Schock im Lager des Deutschen Meisters. Auch das Knie Benders war beim Foul an Vermaelen in Mitleidenschaft gezogen worden, die erste Nachricht eines Innenbandrisses entpuppte sich Donnerstagmorgen als Falschmeldung, die festgestellte Innenbanddehnung bereitet dem Klub momentan keine Sorgen und sollte ausgeheilt sein, wenn der zweikampfstarke Abräumer mit der Kieferfraktur wieder Sport treiben darf.

Während Bender noch bis Freitag in London bleiben muss und am Mittag in Begleitung von Teamarzt Dr. Markus Braun den Heimflug antreten wird, konnte Mario Götze schon am Donnerstag eine Teilentwarnung geben. Schon in der 6. Minute hatte er bei einem Zusammenprall mit Alex Song einen üblen Pferdekuss oberhalb des rechten Knies davongetragen, am Donnerstag ging es ihm schon besser. „Es hat sich deutlich gebessert“, erklärte er am Flughafen, offiziell gilt er fürs Derby weiter als Wackelkandidat, doch die Hoffnung ist groß, dass die medizinische Abteilung des BVB den Bluterguss bis zum Samstag in den Griff bekommt.

Benders Rückkehr auf den Platz wird sich hingegen bis in den Januar hinein hinziehen – er fehlt damit mindestens ebenso lange wie Innenverteidiger Neven Subotic (Mittelgesichts-Fraktur). Lange Zeit war Borussia Dortmund in der Hinrunde von Verletzungspech weitgehend verschont geblieben, jetzt hat es mit unerbittlicher Härte zugeschlagen. Sollte auch noch Götze im 139. Revierderby am Samstag passen müssen, würde das die Statik im Spiel des BVB deutlich verändern. Götze-Ersatz Ivan Perisic blieb in London vieles schuldig, vielleicht schlägt ja auch mal wieder die Stunde des Polen Jakub Blaszczykowski, dessen Stellenwert in den vergangenen Wochen dramatisch gelitten hat.

Erster Kandidat als Bender-Ersatz ist der junge Moritz Leitner (18), wodurch die Doppel-Sechs des Deutschen Meisters erheblich offensiver ausgerichtet wäre als bei der Kombination Bender/Kehl. „Wir werden uns was einfallen lassen“, versprach Jürgen Klopp am Donnerstag. Dass der teamintern in höchstem Maße geschätzte Bender als Abräumer lange fehlen wird, hatte auch ihm die Laune verdorben.

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