Im Hinspiel war die Welt für Borussia Dortmund in der Champions League noch in Ordnung: Mit 2:1 gewann der BVB bei Besiktas Istanbul. © picture alliance/dpa
Borussia Dortmund

Pause für viele Stammspieler: So könnte der BVB gegen Besiktas spielen

Tausend Gedanken im Kopf, Besiktas vor der Brust: Der BVB verabschiedet sich heute vorerst aus der Champions League. Sportlich fehlt die Brisanz, weswegen einige Spieler eine Pause bekommen könnten.

Es gab viel zu besprechen bei Borussia Dortmund am Montag. Sehr viel sogar. Bellingham, die Bayern, der falsche Bus, Brummschädel Brandt. Bis der Blick in Richtung Besiktas (21 Uhr, live bei Prime Video) weiterwanderte, dauerte es eine ganze Weile.

BVB-Trainer Marco Rose: „Es wurde mit zweierlei Maß gemessen“

„Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass es mich kalt gelassen hat“, berichtete Trainer Marco Rose von den Nachwehen des 2:3 im Bundesliga-Klassiker gegen die Münchner. „Ich hatte eine unruhige Nacht, weil wir uns ungerecht behandelt gefühlt haben.“ Frust und Unverständnis sitzen tief bei den Schwarzgelben, sie überdecken zeitweise sogar die Anerkennung über 70 bockstarke Minuten, in denen Dortmund am Samstag dem Sieg nahe war, der durch kapitale Eigenfehler verschenkt wurde.

Nun sind die Punkte weg und die Deutungshoheit über die Ereignisse bekommt der BVB auch nicht zurück. „Der DFB hat auf seine Art durch kleine interne Interviews das Thema abmoderiert. Aber bei diesem Spiel wurde zu oft mit zweierlei Maß gemessen“, betonte Rose. Es gärt und brodelt weiter.

Für den BVB geht es gegen Besiktas um 2,8 Millionen Euro

Am Dienstagabend kann die dienstliche Pflicht die Gemüter beruhigen. Vom Glanz der Königsklasse bekommt das abschließende Gruppenspiel nach dem vorzeitigen Knock-out vor 14 Tagen nur das Rahmenprogramm angeheftet. Immerhin steht auch eine Menge Geld auf dem Spiel, 2,8 Millionen Euro Prämien erhält der Sieger. Und sonst?

Stürmer Steffen Tigges betonte am Montagmittag auf der Pressekonferenz, dass Spiele in Europas Eliteliga immer ihre besonders Faszination besäßen, „da kann man gar nicht oft genug spielen“. Als er das bemühte Bild vom Spiel um die „Goldene Ananas“ anbrachte, fuhr ihm sein Trainer in die Parade. „Das ist kein Goldene-Ananas-Spiel. Es geht ums Prestige, es geht um Geld für den Verein und es geht darum, dass wir ein paar Sachen in der Champions League wieder geraderücken.“ Der Fußballlehrer Rose sagt das ernst und mit Schärfe. Explizit auch in solchen Spielen wolle er sehen, dass seine Mannschaft eine Top-Leistung abliefere. „Wenn man das schafft, unabhängig vom Wettbewerb“, dann hätte seine Elf den nächsten Schritt in ihrer Entwicklung geschafft.

Es dürfte viele Veränderungen in der BVB-Startelf geben

Ein Dreier gegen das punktlose Besiktas vorausgesetzt, wäre der Abschied aus der Beletage mit neun Zählern protokolliert, ehe im neuen Jahr der Anlauf in der zweitklassigen Europa League herhalten muss, um verlorenes Geld und Renommee zurückzugewinnen. „Wir müssen daran arbeiten, uns 13 Millionen Euro zurückzuholen durch den Gewinn der Euro-League“, hat Klubchef Hans-Joachim Watzke gefordert. „Das ist der Titel, der Borussia Dortmund noch fehlt.“

Doch auch das lenkt vom Intermezzo mit Istanbul ab. De facto fehlt sportliche Brisanz, was Rose dazu veranlasst, bei seiner Startelf umfangreich zu variieren. Es gebe „ein paar Spieler, bei denen wir die Belastungen nach Verletzungspausen regulieren müssen“. Erling Haaland, Raphael Guerreiro oder Mahmoud Dahoud zählte er auf, auch Nico Schulz und Marius Wolf.

BVB-Profis Brandt, Hazard und Reyna sind keine Optionen

Ob Mats Hummels, der laut Rose „sehr reflektiert und selbstkritisch“ mit seinem samstäglichen Arbeitstag umgegangen sei, lieber eine Pause wünscht oder erst recht im Rhythmus bleiben möchte, darf der Abwehrchef selbst mitentscheiden. Fehlen werden Julian Brandt (Gehirnerschütterung), Giovanni Reyna (Aufbautraining) und Emre Can (Sperre), wohl auch der phasenweise spürbar an Corona erkrankte Thorgan Hazard.

Der gedanklichen Ablenkungen nicht genug, gab auch Rose zu: „Wir werden eine gute Mannschaft auf das Feld schicken, müssen aber im Hinterkopf haben, dass wir am Samstag in Bochum wieder ein wichtiges Bundesligaspiel haben.“

So könnte der BVB gegen Besiktas spielen:

Hitz – Wolf, Pongracic, Zagadou, Schulz – Witsel – Dahoud, Reinier – Reus – Tigges, Malen

Über den Autor
BVB-Redaktion
Jahrgang 1980, liebt Sport und lebt (meistens) sportlich. Erste journalistische Gehversuche mit 15. Einser-Diplom in Sportwissenschaft an der Universität Hamburg (2006). Heinz-Kühn-Stipendiat. Seit 2007 bei Lensing Media tätig. Seit 2012 BVB-Reporter.
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Jürgen Koers

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