Peinliches 0:4! BVB-Desaster gegen Hoffenheim sorgt für neue Unruhe

Borussia Dortmund

Der BVB verabschiedet sich mit einer katastrophalen Leistung in die Sommerpause. Das 0:4-Desaster gegen Hoffenheim hinterlässt mehr als einen faden Nachgeschmack.

Dortmund

, 27.06.2020, 17:27 Uhr / Lesedauer: 2 min
Fassungslos: BVB-Abwehrchef Mats Hummels.

Fassungslos: BVB-Abwehrchef Mats Hummels. © Ralf Ibing / firo Sportphoto / POOL

Der Signal Iduna Park ist spätestens jetzt keine Festung mehr. Nach dem 0:1 gegen die Bayern und dem 0:2 gegen Mainz setzte es für die Borussia auch gegen Hoffenheim eine bittere und verdiente Heimpleite. Anstatt mit erhobenen Häuptern schleicht der verprügelte Vizemeister jetzt mit heftigen Bauschmerzen in den Sommerurlaub.

Leonardo Balerdi gibt sein Startelf-Debüt für den BVB

Emre Can aufgrund der fünften Gelben Karte gesperrt, Marco Reus, Manuel Akanji, Thomas Delaney und Mahmoud Dahoud verletzt, Mario Götze fehlte aus privaten Gründen - BVB-Trainer Lucien Favre musste sein Personal für das Saisonfinale gegen Hoffenheim noch einmal neu ordnen. Und er entschied sich für die Devise „Jugend forscht“. Leonardo Balerdi feierte sein Startelf-Debüt, der 21-jährige Argentinier übernahm Cans Platz in der Abwehr-Dreierkette. Und Mateu Morey (20) und Giovanni Reyna (17) durften erneut von Beginn an ihr Können zeigen, nachdem sie in Leipzig erstmals in der Dortmunder Startelf gestanden hatten.

Der umformierte BVB legte zunächst beherzt los und machte Druck, Thorgan Hazard und Julian Brandt suchten den Abschluss. Dann aber übernahmen plötzlich die Gäste aus Hoffenheim die Initiative, und die Borussia lief fortan fast nur noch hinterher. Pavel Kaderabek bediente Andrej Kramaric, und der Kroate vollstreckte mit klugem Schlenzer aus 18 Metern ins rechte Eck zum 0:1 (8.). Die in dieser Saison so gefürchtete Offensivmaschine des BVB weckte das aber nicht auf. Im Gegenteil. Hoffenheim blieb am Drücker und stellte die behäbigen Schwarzgelben, die im Defensivverhalten eklatante Schwächen offenbarten, vor große Probleme. Nach einer halben Stunde profitierten die Gäste von der Dortmunder Schläfrigkeit. Lukasz Piszczek rückte zu spät vor und hob damit das Abseits auf, der allein gelassene Kramaric durfte so seelenruhig zum 0:2 einschieben.

BVB ohne Leidenschaft - Favre wechselt doppelt

Die Borussia fand einfach nicht zu ihrem Spiel, es fehlten Tempo und Präzision, die unnötigen Ballverluste kletterten auf eine extrem hohe Quote. Das leidenschaftslos wirkende Dortmund besaß oft den Ball, die gefährlichen Aktionen aber lieferten die Gäste. Lucien Favre reagierte, und versuchte, seiner Mannschaft zum zweiten Durchgang mit den Einwechslungen von Achraf Hakimi und Jadon Sancho anstelle von Hazard und Raphael Guerreiro einen neuen Impuls, mehr Dynamik und Kreativität zu verleihen.

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Die Wirkung aber verpuffte, weil es fünf Minuten später schon 0:4 stand. Zunächst verteidigte die Borussia erneut schlampig, Hummels patzte, Piszczek ließ sich von Kramaric im Strafraum austanzen, und der TSG-Torjäger schoss zum 0:3 ein (48.). Als die Borussen den erneuten Rückschlag noch gar nicht richtig realisiert hatten, ertönte ein Elfmeterpfiff. Mats Hummels hatte Munas Dabbur im Strafraum von hinten umgestoßen, Schiedsrichter Guido Winkmann wertete das als Foul - eine harte Entscheidung. Kramaric war das völlig egal, er trat an und schob unter BVB-Keeper Roman Bürki hindurch zum 0:4 ein (50.).

Michael Zorc und Matthias Sammer können es nicht fassen

Eine noch größere Blamage bahnte sich an, denn nur zwei Minuten später verpasste Dabbur das mögliche fünfte Tor für die Gäste. BVB-Sportdirektor Michael Zorc schnaubte auf der Bank vor Wut, Borussias Berater Matthias Sammer schüttelte auf der Tribüne fassungslos den Kopf über die extrem schlechte und kraftlose Darbietung der Borussen, die auch danach defensiv wacklig und offensiv so gut wie wirkungslos blieben. Erling Haaland? Null Torschüsse in 90 Minuten. Auch Sancho und Hakimi wussten sich nicht durchzusetzen.

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Bundesliga, 34. Spieltag: BVB - TSG Hoffenheim 0:4 (0:2)

Die Bilder der Bundesliga-Partie zwischen Borussia Dortmund und der TSG Hoffenheim.
27.06.2020
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Die Bilder der Bundesliga-Partie zwischen Borussia Dortmund und der TSG Hoffenheim.© dpa
Die Bilder der Bundesliga-Partie zwischen Borussia Dortmund und der TSG Hoffenheim.© dpa
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Die Bilder der Bundesliga-Partie zwischen Borussia Dortmund und der TSG Hoffenheim.© dpa
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Die Bilder der Bundesliga-Partie zwischen Borussia Dortmund und der TSG Hoffenheim.© dpa

Um 17.22 Uhr pfiff Schiri Winkmann den Dortmunder Alptraum ab. Es war ein erlösender Moment für alle, die ein schwarzgelbes Trikot trugen. Hoffenheim dagegen feierte Rang sechs - und damit den sicheren Einzug in die Europa League.

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