Peter Stöger ist beim BVB als Psychologe gefordert

Der Kommentar

Nach dem neunten sieglosen Pflichtspiel in Serie ist Peter Bosz nicht mehr zu halten. Der BVB zieht die Reißleine - und präsentiert gleich eine überraschende Nachfolgelösung. Peter Stöger ist als Psychologe gefordert. Dirk Krampe kommentiert.

DORTMUND

, 10.12.2017, 13:18 Uhr / Lesedauer: 2 min
Peter Stöger ist beim BVB als Psychologe gefordert

Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (l.) und Michael Zorc (l.) setzen in den kommenden sechs Monaten auf Peter Stöger. © dpa

Nur 163 Tage nach dem offiziellen Dienstantritt von Bosz am 1. Juli saß am Sonntag Peter Stöger auf dem Podium, gerade mal eine Woche nach seiner Entlassung in Köln soll der Österreicher nun den BVB wieder auf Kurs bringen.

Höhepunkt der BVB-Krise

Die Entlassung von Bosz als vorläufigem Höhepunkt der BVB-Krise war die logische Konsequenz einer beispiellosen Talfahrt, die am 14. Oktober mit dem 2:3 gegen RB Leipzig seinen Anfang nahm. Seither hat der BVB in 13 Pflichtspielen nur einen Sieg feiern können, das war im Pokal beim Drittligisten Magdeburg. In den acht Bundesliga-Spielen hat Dortmund 18 (!) Punkte auf Tabellenführer Bayern München verloren und ist auf Rang sieben abgerutscht.

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Stöger steht, das ist allen bewusst, nun vor einer Herkulesaufgabe. Er ist in den nächsten Tagen bis zur kurzen Winterpause mehr als Psychologe denn als versierter Trainer gefordert. Er muss auch die Spannungen innerhalb der Mannschaft ausgleichen, die Sportdirektor Michael Zorc ziemlich unverblümt einräumte.

Persönliche Niederlage für Watzke und Zorc

Der 51-Jährige weiß das. Er hat dennoch nicht gezögert, als die Anfrage der Borussia kam, das spricht für die ungebrochen große Strahlkraft dieses Klubs.

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BVB präsentiert Peter Stöger als neuen Trainer

10.12.2017
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Der BVB präsentiert Peter Stöger als neuen Trainer.© dpa
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Der BVB präsentiert Peter Stöger als neuen Trainer.© Guido Kirchner
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Für Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc ist das Scheitern von Peter Bosz auch eine persönliche Niederlage. Sie haben es im Sommer aufgrund der besonderen Umstände nicht geschafft, der Öffentlichkeit die unumgängliche Trennung von Thomas Tuchel hinreichend zu begründen.

Unnötige Starthypothek

Für Bosz war dies eine unnötige Starthypothek. Selbst die eindrucksvolle Siegesserie zu Beginn hat nicht verhindert, dass dem Niederländer schnell Vorbehalte entgegenschlugen, als es dann nicht mehr lief.

Merkwürdig mutet die kurze Vertragslaufzeit des neuen Trainers an. Selbst für die BVB-Verantwortlichen kam es überraschend, dass Stöger sich auf diesen Deal einließ. Er bietet natürlich die Chance, in Ruhe an der Realisierung der Wunschlösung zu arbeiten, die offenbar Julian Nagelsmann heißt.

Schnell vom gemeinsamen Weg überzeugen

Dass die Spieler wissen, dass dieser Trainer ihre Geschicke nur für einen überschaubaren Zeitpunkt bestimmen wird, kann sehr schnell auch zum Nachteil gereichen. Stöger weiß, dass er schnell auf seine Seite ziehen und vom gemeinsamen Weg überzeugen muss.

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