Phantasie-Ticker: BVB besiegt Schalke im Traum-Derby – Favre feiert auf der Südtribüne

Revierderby

Stellen wir uns doch mal das Allerschönste vor: Borussia Dortmund hätte doch gegen den FC Schalke 04 gespielt. Klar ist das verrückt. Also haben wir es getan: Der Phantasie-Ticker.

Dortmund

, 14.03.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 13 min
BVB-Trainer Lucien Favre feiert mit der Südtribüne den Traum-Derbysieg. (Montage: maho)

BVB-Trainer Lucien Favre feiert mit der Südtribüne den Traum-Derbysieg. (Montage: maho) © Guido Kirchner

  • Phantasie-Ticker: BVB gegen Schalke 3:2 (1:0)
  • Gelbe Karten: Can (7.), Witsel (45.), Favre (45.), Zagadou (89.) // Kenny (15.), Schöpf (45.), Matondo (89.)
  • Gelb-Rote Karten: Can (89.) // Schöpf (89.)
  • Tore: 1:0 Haaland (09.), 2:0 Haaland (47.), 2:1 Burgstaller (53.), 2:2 Harit (71.), 3:2 Bürki (90.+4)
  • Aufstellung BVB: Bürki – Piszczek, Hummels, Zagadou – Guerreiro, Can, Witsel, Hakimi – Sancho, Haaland, Hazard (Schmelzer, 90.+2)
  • Aufstellung Schalke: Schubert – Becker, Todibo, Nastasic – Kenny, Oczipka, Schöpf, McKennie – Matondo, Burgstaller, Harit

17.30 Uhr: Borussia Dortmund gewinnt das Traum-Derby gegen den FC Schalke 04, der Phantasie Ticker ist beendet und wir konnten zumindest für ein paar Minuten der Corona-Tristesse aus dem Weg gehen. Liebe Leserinnen und liebe Leser, bleiben Sie gesund – wünscht ihre BVB-Redaktion der Ruhr Nachrichten.



Phantasie-Ticker zum Nachlesen: BVB besiegt Schalke im Traum-Derby



Apfiff!
Aytekin pfeift die Partie gar nicht mehr an. Jetzt brechen alle Dämme. Die Fans liegen sich in den Armen, die Spieler liegen sich in den Armen, die Schalker weinen. Und Favre? Der rennt auf die Südtribüne zu und klettert über den Zaun. Mehr Emotion geht nicht. Was für ein verrücktes Revierderby!


90.+4: TOOOOOOOOR FÜR DEN BVB!
Solche Geschichten schreibt nur der Fußball, die kann man eigentlich gar nicht erfinden. Schmelzer bringt den Freistoß in den Schalker Strafraum, Nastasic fälscht den Ball ab und verlängert unglücklich auf – ausgerechnet Bürki! Der BVB-Keeper erzielt doch hier allen Ernstes den Treffer zum 3:2! Jetzt steht alles Kopf.


90.+3:
Freistoß für den BVB im linken Halbfeld. Schmelzer steht bereit und will den Ball schlagen, die Fans toben noch immer. „Wir wollen den Derbysieg“, brüllen sie. Favre realisiert das, lässt Schmelle innehalten – und winkt Roman Bürki nach vorne. Ja, ist der denn verrückt geworden? Das kann auch ganz schnell in die Hose gehen.


90.+2:
Hier sitzt natürlich keiner mehr, das ganze Stadion rastet aus. Noch sind aber drei Minuten zu spielen. Favre nutzt eine Spielunterbrechung und bringt Marcel Schmelzer für Thorgan Hazard, um für mehr defensive Stabilität zu sorgen. Den BVB-Fans gefällt das gar nicht. Die wollen Offensive.


90.+1: Bürki hält!
Ist es denn zu fassen: Burgstaller bringt den Ball scharf in den linken Winkel, Bürki hebt ab und kommt mit den Fingerspitzen dran, lenkt den Ball unter den Querbalken. Die Pille klatscht auf die Grundlinie und Bürki hat sie im Nachgreifen.


90. Minute:
Der Handelfmeter kann jetzt endlich ausgeführt werden. Burgstaller steht bereit zum Duell mit BVB-Keeper Roman Bürki. Der Schweizer kann sich jetzt zum Derby-Helden aufschwingen und zumindest das Unentschieden retten. Nebenbei: 04 Minuten werden nachgespielt. Die Schalker Fans pfeifen, weil sie mehr Nachspielzeit haben wollen, die BVB-Fans pfeifen ob der bloßen Zahl.


89. Minute:
Schiedsrichter Aytekin pfeift ein paar Mal und marschiert wütend und gleichzeitig gelassen in Richtung der Streithähne. Sofort ist Ruhe. Der Mann hat Autorität. Sappalott. In der Folge fliegen Schöpf und Can mit Gelb-Rot vom Platz, Matondo kommt mit einer Gelben davon, ebenso Zagadou.


88. Minute:
Rudelbildung an der Eckfahne! Zagadou hat da offensichtlich noch Diskussionsbedarf, ist auf Matondo zugestürmt und unterstellt ihm Absicht. Die anderen Spieler eilen herbei und ein wildes Handgemenge bricht aus.


87. Minute: Elfmeter für Schalke!
Ja, ist es denn die Möglichkeit? Zagadou bekommt im Strafraum eine missglückte Flanke von Matondo an die Hand, Aytekin zeigt sofort auf den Punkt.


86. Minute:
Dortmund zieht sich jetzt zurück, will da etwa einer das Unentschieden über die Zeit bringen? Die Schalker rennen an, finden aber kein Mittel. Beide Fanlager machen noch mal richtig Stimmung.


84. Minute:
Angriff Dortmund. Sancho wirbelt über rechts. Seitenwechsel, er nimmt den nachrückenden Guerreiro mit, der wiederum mit ganz feiner Klinge Haaland auf die Reise schickt in der Mitte. Der Norweger zieht ab, bleibt aber mit dem Fuß im Rasen hängen. Was schmerzhaft aussieht, dürfte nur dem Platzwart wehtun. So viel Heu macht nicht der beste Mähdrescher. Meine Güte, hat dieser Haaland einen Zug im Bein! Den Ball hat er trotzdem nicht getroffen.


82. Minute:
Harit bringt den Ball in die Mitte, Nastasic gewinnt das Kopfballduell gegen Hummels – Latte! Das ganze Tor zittert. Mein lieber Scholli, da wäre Bürki nicht mehr drangekommen.


81. Minute:
Wieder fahren die Königsblauen einen Angriff, Burgstaller stolpert im Dortmunder Strafraum den Ball irgendwie auf das Tor. Bürki ist hellwach und pariert. Ecke für Schalke.


79. Minute:
Dem BVB tut der Ausgleich weh. Mit 2:0 hat Borussia Dortmund im Revierderby geführt und war eigentlich besser. Jetzt sind die Schalker aber näher dran am Sieg.

77. Minute:
Endlich die Entscheidung! Das Tor zählt. Wie sich herausgestellt hat, ist eine Taube vom Stadiondach durch das Bild geflogen und der VAR in Köln hat den Ruhrpott-Flamingo fälschlicherweise für ein Handspiel von Harit gehalten. Die Technik ist eben noch nicht ganz ausgereift…

75. Minute:
Wir haben uns kurz eine Bratwurst geholt, Kollege Florian Groeger hat `ne Runde geschmissen. Aytekin steht noch vor dem Fernseher.

73. Minute:
Aytekin überprüft immer noch, die Fans starten wieder ihren altbewährten Wechselgesang.

72. Minute:
Aytekin hält sich mal wieder das Ohr. Im Kölner Keller ist gerade der Pizzabote mit der Bestellung eingetroffen, die Herren finden aber trotzdem die Zeit, das Revierderby kurz zu unterbrechen. Harit soll den Ball vor dem Schuss an die Hand bekommen haben, Aytekin überprüft die Szene.


71. Minute: Tor für Schalke!
Das gibt es doch nicht, Borussia Dortmund kassiert den Ausgleich. Mit Ansage. Ballverlust des BVB im faden Aufbauspiel, dann geht es schneller als das Ableben von Ned Stark in „Game of Thrones“. Kenny zieht über den Flügel an, schickt Matondo, der noch ein paar Meter Boden gutmacht und in die Mitte auf Amine Harit legt. Der zieht aus ungefähr genau 19,04 Metern ab und haut den Ball ins Netz. 2:2, Ausgleich.

69. Minute:
Wieder startet der BVB einen Angriff. Wieder ist der zu schläfrig. Der Derby-Kampf der Anfangsminuten ist abgeflaut. Schalke zieht sich zurück und lauert auf Konter, Dortmund kann in Ruhe den Ball zirkulieren lassen.

65. Minute:
Das dauert alles zum Glück zu lange bei Königsblau! Can stürmt vor, knallt zwischen den Schalker Konter. Anschließend bolzt er den Ball auf die Pressetribüne – Kollege Sascha Staat muss sich jetzt wohl ein neues Mikro für den RNBVB-Podcast kaufen. Das kommt davon, wenn man sein Equipment immer so offen rumliegen lässt.

64. Minute:
Der BVB hat sich ganz schön überraschen lassen von diesem Schalker Umschaltspiel, muss sich sortieren.


63. Minute:
Da ist der Ballverlust! Sancho will nach innen ziehen wie einst Arjen Robben bei den Bayern, bleibt aber an Schalkes Todibo hängen. Der leitet den Konter ganz verrückt ein: Rabona-Schuss ins Mittelfeld!


61. Minute:
Mit der Geduld ist das aber so eine Sache. Bisschen zu viel Ruhe jetzt hier in diesem Revierderby. Die Borussen meiden den Schalker Strafraum wie ein S04-Ultra den BVB-Fanshop. Die Schwarzgelben müssen aufpassen, dass sie sich gleich nicht ein ganz blödes Ding fangen.


57. Minute:
Der BVB ist wieder in Ballbesitz, will jetzt die nötige Geduld an den Tag legen, um eine Torchance zu kreieren.


55. Minute:
Favre wedelt und wedelt, versucht seinem Team mehr Ruhe zu signalisieren. Es wirkt so, als wolle er sagen, dass man ja alles im Griff hatte, so ein Tor passieren kann. Doch die ersten leichteren Pass- und Stockfehler deuten auf Verunsicherung bei der Borussia hin. Guerreiro möchte einen Ball ohne Bedrängnis auf der linken Seite annehmen, lässt ihn unter dem Schlappen durchrollen. Einwurf Schalke, ein Raunen geht durchs Publikum.


53. Minute: Tor für Schalke
– da ist der Anschlusstreffer! Burgstaller beordert Schalke wieder zurück in die Partie! Eigentlich sah es hier in der zweiten Hälfte nach einer schwarzgelben Party ohne Ende aus, plötzlich taucht Burgstaller nach einem Freistoß aus dem Halbfeld von Oczipka völlig frei vor Bürki auf und trifft! Sein erster Treffer in der Bundesliga, sein erstes Pflichtspieltor seit Anfang August! Und was für eins: Der Österreicher beordert die Knappen damit direkt wieder in die Partie!

50. Minute:
Was hat Lucien Favre denn seinen Jungs in der Halbzeit mit auf den Weg gegeben? Schalke ist noch völlig von der Rolle, da musste Schubert bereits den Ball aus seinem Kasten holen. Der BVB presst, die Südtribüne spielt verrückt: „Die Nummer Eins, die Nummer Eins, die Nummer Eins im Pott sind wir!“ Der Gesang hallt in den Nacken der Schalker Spieler, die Elf von Favre presst von vorne, ein Zusammenspiel von Fans und Mannschaft. S04 wirkt eingeschüchtert und überfordert, wie ein kleiner Junge, der seinen Ball von den älteren Jungs wiederhaben will.


48. Minute:
Das Stadion bebt, die Südtribüne flippt völlig aus! Der „Öööööööörling“-Ruf von Stadionsprecher Norbert Dickel wiederholt sich gleich dreifach! Der BVB kann sich freuen, nicht nur über die Führung, sondern auch über das ganze Bier, was mit Überschwang auf der Südtribüne weggeworfen wurde, als der junge Norweger ins Tor traf. Da müssen einige schwarzgelbe Anhänger direkt wieder Nachschub holen. Aber damit werden sie wohl leben können, es steht 2:0 für die Borussen!


47. Minute: TOOOOOOOOR FÜR DEN BVB!
Was ist denn hier los? Keine zwei Minuten in Hälfte zwei und Borussia Dortmund erhöht auf 2:0! Hakimi treibt den Ball über die rechte Seite an, spielt ins Zentrum auf Hazard. Dieser legt wieder auf rechts hinaus, wo Sancho in Position gelaufen ist und Oczipka wie einen Schuljungen aussehen lässt. Kurzer Blick nach oben, Pass in den Rückraum, wieder ist Haaland da - 2:0! Keine Chance für Schubert bei dem Schuss aus neun Metern!

46. Minute:
Weiter geht‘s.

16.36 Uhr:
Der Nebel lichtet sich, Schalkes Fanschar hat sich wieder einbekommen, die letzten Fackeln sind abgebrannt. Aytekin pfeift an, der Ball rollt wieder!

16.31 Uhr:
Jetzt sieht man kaum noch was auf dem Rasen! Schalkes Fantross hat unter dem blauweißen Banner eine Armada an Pyrotechnik hervorgeholt, brennt diese jetzt ab. Rote Fackeln werden geschwenkt. Aytekin zögert mit dem Anpfiff. Droht eine Unterbrechung? Im schlimmsten Fall ein Spielabbruch? Es wäre ein Trauerspiel.


16.30 Uhr:
Die Teams marschieren aus den Katakomben: Emre Can vorne weg: Kurzer Sprint, wuchtiger Sprung in die Höhe! Can ist bereit! Haaland ist ihm direkt auf den Fersen. Im Mittelkreis klatschen beide ab, trommeln Brust an Brust aneinander.


16.28 Uhr:
Derweil holen die Schalke-Fans ein blau-weißes Banner hervor. Es wirkt so, als wäre da etwas geplant für die zweite Halbzeit.


16.26 Uhr:
Bei Sky entfacht das Einsteigen von Schöpf gegen Hazard kurz vor der Halbzeit eine wüste Diskussion. Zur Halbzeitanalyse stehen BVB-Berater Matthias Sammer und Schalke-Legende Gerald Asamoah am Spielfeldrand. „Das ist ein klare Rote Karte, mit so einer Grätsche gefährdet er die Karriere von Hazard“, poltert Sammer. Asamoah entgegnet: „Man muss aus so einem Foul nicht wieder so eine große Nummer machen. Foulspiel, Gelbe Karte, gut ist!“ Sky-Reporter Ecki Heuser schafft es nicht zu vermitteln und spricht von fehlender Mentalität. Die Kamera schwenkt in Richtung Tribüne, wo der verletzte Marco Reus das Derby verfolgt. Der BVB-Kapitän rollte genervt mit den Augen…



Halbzeit!
Der BVB führt mit 1:0, bekommt Applaus von den Rängen! Schalke-Coach David Wagner stürmt noch zu Matija Nastasic, der beim BVB-Führungstor gepatzt hatte. Es gibt eine klare Ansage Wagners, er packt sich seinen Innenverteidiger, der dabei bedröppelt in die Ferne guckt. Im Anschluss geht es in die Kabine.

45.+2:
Drei Minuten Nachschlag gab es für die Geschehnisse in der ersten Halbzeit. Dortmund kontrolliert den Ball, Schalke wartet ab. Beide Teams wirken einig über das Halbzeitergebnis.


45. Minute:
Es hat zwei Minuten gedauert, ehe Aytekin sich die Bilder angeguckt hat. Die einzige Solidarisierung der beiden Fanlager an diesem Tag. „Ihr macht unseren Sport kaputt“, hallt es von der Gelben Wand, aber auch aus dem Gästeblock. Wechselgesänge mit Kritik am DFB schließen sich an, bis Aytekin seine Entscheidung verkündet: Gelb für Schöpf, Gelb für Favre, Gelb für Witsel, der sich für seinen belgischen Kollegen eingesetzt hat.


43. Minute:
Böse, böse, böse! An der Seitenlinie bringt Schöpf den belgischen Wirbelwind Thorgan Hazard rüde zu Fall. Mit gestreckten Bein rutscht Schöpf in Hazard hinein. Das ganze passiert genau vor den Trainerbänken. Ein Schubser hier, ein Schubser dort. Favre präsentiert sich wie schon in Gladbach als Schlichter, das Stadion bebt. Derbyfeeling im Signal Iduna Park!


40. Minute:
Schalkes Pressing hat nachgelassen, zwei kämpferische Balleroberungen durch Witsel und Hummels feiert der schwarzgelbe Anhang frenetisch!


38. Minute:
Sancho dribbelt, Sancho verliert den Ball. Dafür gibt es einen deutlichen Rüffel von Emre Can: Der Winter-Neuzugang brüllt Englands Nachwuchshoffnung zusammen. In der eigenen Hälfte setzte Sancho zum Dribbling an, verlor den Ball und leitete eine Schalker Möglichkeit ein.


35. Minute:
Es war die letzten zwei Minuten verdächtig ruhig im Dortmunder Anhang. Der Schock von der Burgstaller-Chance? Dynamisch, agil, überraschend: Wo war diese Schalker Truppe in der ersten halbe Stunde muss man sich fragen? Schwarzgelb wird in der eigenen Hälfte eingeschnürt.


33. Minute:
Königblau spielt jetzt wie ausgewechselt. Die Schalker finden besser in die Partie. Erst scheitert Harit an Bürki, im Anschluss Guido Burgstaller an sich selbst. Er stolpert über den Nachschuss aus sechs Metern. Das hätte der Ausgleich sein müssen!


29. Minute:
Schalke wittert Morgenluft, schiebt sich jetzt mutig weiter nach vorn. Dem BVB fehlt der Schwung, Haaland bekommt in der Spitze kaum einen verwertbaren Ball. Die Kombinationen des Favoriten stocken. Lucien Favre hat das erkannt, steht jetzt leicht außerhalb der Coachingzone an der Seitenlinie und versucht, seinen Akteuren taktische Zeichen zu geben. Was auf beiden Seiten aber passt: Der Einsatz. Hier hat jeder kapiert, was Derby bedeutet. Was wir hier sehen ist das Gegenteil von langweilig.


27. Minute: Gaaanz dickes Ding für Schalke!
Burgstaller vernascht Zagadou auf der rechten Seite, flankt, Harit gewinnt das Laufduell gegen Can und platziert einen Hechtkopfball aus neun Metern perfekt neben den rechten Pfosten. Aber da ist Piszczek! Der Dortmunder Routinier kratzt den Ball mit der Fußspitze von der Torlinie, dann wirft sich Bürki auf den Ball. Das war beinahe der Ausgleich.


24. Minute:
Jubel und Gelächter im gesamten Stadion. Der Ruhm gehört einem Herrn, dessen Name gerade vom Stadionsprecher ausgerufen wurde. Er möge bitte zuhause anrufen, er sei gerade Vater einer Tochter geworden. Es ist halt Derby, man muss da als Fan Prioritäten setzen.


22. Minute:
Was macht denn Hazard da? Nach feinem Zuspiel Sanchos kann er eigentlich sorgenfrei aus 15 Metern abziehen, doch er entscheidet sich für den Querpass auf Haaland. Den Braten hat Nastasic gerochen und vereitelt die Chance.


21. Minute:
Der große Dampf der ersten Viertelstunde ist jetzt irgendwie ein bisschen raus. Dortmund hat seine Führung eingesackt und ein wenig Tempo rausgenommen, Schalke hat sich erholt und sich mittlerweile gut auf die BVB-Kombinationen eingestellt, macht die Flügel gut zu. Auch auf den Rängen ist das erste Sturmtief vorübergezogen.


19. Minute:
Dan-Axel Zagadou. Ein Mann wie ein Baum und mit einer unfassbaren chirurgischen Ruhe am Ball gesegnet. Nervenfrei behält er gleich gegen drei Schalker an der eigenen Strafraumkante die Übersicht und bringt die Kugel sicher zum eigenen Mann, zu Guerreiro. Was hat dieser

Zagadou für einen Derby-Puls? 40?


18. Minute:
Eieiei, da durchzuckt es plötzlich das ganze Stadion: zeitgleich entfalten die Schalker und Dortmunder Fans große Fadenkreuz-Banner auf den Tribünen. Schiri Aytekin hat die Pfeife bereits im Mund, da ist der zweite Teil der Banner zu lesen: „Corona, du Hurensohn!“ steht drauf. Puh, da muss

sogar Aytekin grinsen. Coole Aktion beider Fanlager, Hut ab.


15. Minute:
Gelbe Karte für Jonjoe Kenny nach einem taktischen Foul gegen Raphael Guerreiro. Es war Kennys fünfte Verwarnung der Saison, er ist damit gesperrt für die nächste Partie. Und darum ärgert er sich wohl auch so.

14. Minute:
McKennie fehlen nur Zentimeter! Hummels‘ Kopfballabwehr gerät zu kurz, Alessandro Schöpf schaltet schnell und spielt zwischen Hummels und Piszczek hindurch zu Weston McKennie. Der US-Amerikaner verpasst den Ball nur knapp, er hätte sonst allein vor Roman Bürki sechs Meter vor dem Tor gestanden…


12. Minute:
Feiner Doppelpass von Burgstaller und Harit, Piszczek geht da nicht konsequent drauf, aber Can hilft per fairer Grätsche. Man, man, dieser Junge hat Cojones. Hat schon Gelb und schraubt die Risikoskala trotzdem keinen Millimeter runter.


10. Minute:
Der BVB-Anhang flippt aus, weiter geht die wilde Fahrt: Thorgan Hazard kommt aus 20 Metern unbedrängt zum Schuss, aber Schalke-Keeper Markus Schubert hält sicher. Da war mehr drin für Dortmund. De Gäste brauchen hier gerade einen Moment, um sich wieder zu ordnen.




09. Minute: TOOOOOOOOOOOOR! TOOOOOOR für den BVB!
Meine Güte ging das jetzt fix. Jadon Sancho schnappt sich ein Zuspiel Cans, setzt Oczipka kurz ins Karussell, zündet den Turbo und flankt dann butterweich mitten vors Schalker Tor, Matija Nastasic ist zu weit weg von Haaland, und der Norweger bleibt eiskalt und hält den Schädel hin – die Borussia führt 1:0 (09. Minute, das hätte man nicht besser erfinden können).


7. Minute:
Erster großer Aufreger, erste Rudelbildung: Emre Can brüllt auf Harit ein, weil dieser ihm im Duell auf den Fuß gestiegen war. Das tat weh, aber Can überzieht: Wütend packt er Harit noch am Trikot und schimpft in einer Tour. Aytekin zieht Gelb für Can, der sich jetzt bremsen muss. Burgstaller hat Glück, dass er nicht auch noch den Gelben Karton sieht, er war Hart zur Hilfe geeilt und hatte Stirnkontakt zu Can gesucht. Ja, hier ist Tabasco drin. Das dürfte man auch zuhause auf dem Sofa merken.

4. Minute: S04 setzt zur ersten Attacke an: Weston McKennie lässt Axel Witsel kurz hinter der Mittellinie alt aussehen, macht vier, fünf schnelle Schritte und steckt dann aus halblinker Position durch in den Lauf Amine Harits. Der zieht aus 17 Metern einfach mal ab – eineinhalb Meter links vorbei.

2. Minute: Da muss Achraf Hakimi das Visier aber noch ordentlich nachjustieren: Die erste Hereingabe des flinken Marokkaners von rechts segelt fünf Meter zu hoch Richtung Eckfahne.

1. Minute:
Kein laues Abtasten, hier geht es direkt voll zur Sache. Schalke ist zwar um Ballkontrolle bemüht, doch der BVB geht früh drauf. Haaland braust in langen Schritten auf den ballführenden Bastian Oczipka zu, der Schalker schlägt die Kugel unter Bedrängnis lieber ins Seitenaus.

Anpfiff!
Auf die Sekunde pünktlich pfeift Aytekin an. Das Revierderby läuft. Schalke stößt an.

15.27 Uhr:
Wolle ma se reinlasse? Logisch. Darum sind wir hier. Schiedsrichter Deniz Aytekin führt die Teams aufs Feld. Applaus, Sprechchöre, Pfiffe – ein Mix der Emotionen, die Freude, die Anspannung, die Nervosität, alles entlädt sich jetzt irgendwie. Die Kapitäne schreiten zur Seitenwahl. Dortmunds Lukasz Piszczek (in Vertretung des verletzten Marco Reus) und Schalkes Guido Burgstaller quälen sich ein Lächeln raus, ein kurzer Wimpeltausch, fertig. Das war das Protokoll, ab jetzt darf das Überraschungsei abgepellt werden. Erling Haaland hüpft an der Mittellinie auf und ab mit Blick geradeaus auf das Schalker Tor. Kein Zweifel, diesem Teenager kommt das Adrenalin gleich aus den Ohren raus. Haaland, wie das Rodeopferd, Sekundenbruchteile, bevor der Cowboy aufsteigt.

15:24 Uhr:
Ein Moment, der längst zum Spiel gehört wie die Nordmanntanne zu Weihnachten: Nobbi Dickel zelebriert die Dortmunder Aufstellung. Der Held von 89 unten vor 23.000 auf der Süd. Nobbi ruft den Vornamen, zurück kommt der Nachname im Orkanformat. Immer wieder ein Genuss. Vor allem der neue Clou: „Und mit der Nummer 17: ÖÖÖÖRling“ – „HAAAALAND“. Irgendwie eher liebevoll gesungen denn gesprochen. Hach, schön hier.

15:21 Uhr:
Ein Video mit coolen Derby-Szenen flimmert über die XXL-Leinwände. Legendäre Tore fallen noch einmal. Schön gemacht, aber einen Appetithappen braucht hier offenbar keiner mehr. De Atmosphäre hier verdient nur ein Wort: Hochspannung.

15:19 Uhr:
Derby-Normalzustand: Der Schall trägt die ersten Beleidigungen von Nord- nach Süd und zurück. Beide Farben packen nun ihr gesamtes Schimpfwort-Arsenal aus. Hier und da halten Väter ihren Kindern die Ohren zu. Oder brüllen mit.

15:17 Uhr: Die Teams sind in den Kabinen und ziehen sich um, der Rasen gehört nun den Greenkeepern, letzter Schliff für das perfekt gepflegte Geläuf. Wer hier heute gleich keinen guten Ball spielt, der sollte ernsthaft über einen Berufswechsel nachdenken.

15:14 Uhr: Jetzt dampft der Kessel kräftig, jeder hat seinen Platz gefunden, laute Musik dröhnt aus den Boxen. Und die Polizei meldet: Alles friedlich bei der Anreise. Keine Schlägerei, keine Randale. Eine sehr schöne Nachricht.

15:12 Uhr: Ein breites Grinsen im Gesicht von David Wagner. „Dafür lieben wir den Fußball. Dortmund gegen Schalke, die ganze Welt schaut zu. Da kriege ich eine Ganzkörper-Gänsehaut“, gesteht der Schalker Trainer und verrät: „Mit Beton anrühren werden wir heute nicht weit kommen. Wir müssen versuchen, den BVB unter Druck zu setzen, zu Fehlern zu zwingen. Wir müssen ackern, Dortmund mit gesunder Härte die Lust auf Fußball nehmen. Und auch unser Glück vorn versuchen.“ Und wieder strahlt Wagner. Er scheint sich innerlich auf den Anpfiff zu freuen wie ein Junge, der gleich ins Disneyland darf.

15:09 Uhr: BVB-Sportdirektor Michael Zorc steht vorm Sky-Mikrofon am Spielfeldrand. Er wirkt angespannt, spricht mit ernster Miene klare Worte: „Wir wollen heute zeigen, wer die Nummer eins ist im Revier. Wir wissen, wie stark und heiß die Schalker besonders im Derby sind. Zweikämpfe annehmen, alles reinwerfen, volle Konzentration von der ersten bis zur letzten Sekunde, darauf wird es für uns ankommen.“ Der Mann muss es mit all seiner Erfahrung wissen: Er hat schon mehr Derbys gegen Schalke gespielt als Gerhard Schröder Ehen geschlossen.

15:06 Uhr: Hui, es wird zum ersten Mal höllisch laut in Deutschlands größtem Fußballtempel. Spätestens jetzt ist also klar, dass hier heute nicht die Nationalmannschaft kickt. Nein, die Dortmunder und Schalker kommen raus zum Aufwärmen. Die Gelbe Wand bläst ihren Helden ein mehrfaches „BeVauBehe“ entgegen, die Schalker gegenüber mühen sich trotz Unterzahl nach Kräften, auch ihre königsblauen Jungs mutmachend zu empfangen.


15:03 Uhr: Die Aufstellungen sind da! Dortmunds Chefcoach Lucien Favre setzt auf seine Erfolgsformation. Diese Elf schickt er ins Rennen: Bürki – Piszczek, Hummels, Zagadou – Guerreiro, Can, Witsel, Hakimi – Sancho, Haaland, Hazard

Also im Vergleich zum Sieg im Topspiel in Gladbach tauscht Favre nur einmal: Jadon Sancho rein, Julian Brandt muss auf die Bank.

Auch Schalke-Trainer David Wagner wirbelt nix groß durcheinander. Hier ist seine Wahl: Schubert – Becker, Todibo, Nastasic – Kenny, Oczipka, Schöpf, McKennie – Matondo, Burgstaller, Harit

Amine Harit darf sich von Anfang an austoben, dafür muss der Belgier Benito Raman erst einmal zuschauen.

15:00 Uhr: Herzlich willkommen zu unserem Live-Ticker. Endlich wieder die Mutter aller Derbys dieser Republik. Schön, dass Sie dabei sind. Gutes Fußballwetter in Dortmund, 10 Grad, die Sonne sticht hier und da durch die Wolken. Und es ist alles angerichtet für den Festschmaus. Volle Hütte im Signal Iduna Park – und beide Fanlager singen sich warm. Es knistert schon jetzt, ziehen Sie daheim besser die Blutdrucksenker-Packung in Griffnähe an sich heran, ich habe da so ein Gefühl…

Phantasie-Ticker: Borussia Dortmund gegen FC Schalke 04 – das RN-Traumspiel

Das Coronavirus hat den Fußball im Griff. Kein Zweifel: Völlig zurecht ist auch das Revierderby abgesagt worden, denn die Gesundheit muss vorgehen. Punkt. Aber ein solch schöner Samstagnachmittag bietet statt feiernden Fans und feinem Fußball nur fiesen Frust? Das können wir nicht einfach tatenlos mitansehen. Wir helfen jetzt dank viel Phantasie allen Derbyabsage-Betroffenen für zweieinhalb Stunden raus aus dieser unerträglichen Schockstarre.

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