Alternativen für die Außenpositionen in der Viererkette waren beim BVB lange nicht vorhanden. Kurzfristige Hilfe ist gefunden, doch die Suche geht weiter. Vor allem rechts droht ein Engpass.

Dortmund

, 15.10.2018, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Spricht Lukasz Piszczek über Achraf Hakimi, gerät der sonst so pragmatische Pole regelrecht ins Schwärmen. „Er hat richtig Power“, sagt Piszczek, „und dabei er ist erst 19!“ Hakimi hat begeistert in seinen zuletzt drei Bundesliga-Einsätzen von Beginn an. Vor allem offensiv, diese Differenzierung sollte man schon vornehmen.

Hakimi sieht Konkurrenzkampf als wichtige Herausforderung

Denn im Rückwärtsgang ist Piszczek deutlich stabiler, da offenbarte der junge Marokkaner einige Schwächen. „Zu den Besten zu gehören“, sagt Hakimi selbstkritisch zu seiner Spielweise, „benötigt Zeit.“ Den Konkurrenzkampf mit Piszczek betrachte er „als wichtige Herausforderung“ für die Weiterentwicklung seiner Karriere.

Borussia Dortmunds Fahndung nach einem gleichwertigen Ersatz für den schon 33-jährigen Piszczek hat sich lange hingezogen, nun scheint der Klub einen Rohdiamanten an Land gezogen zu haben.

Hakimi ist nur ausgeliehen - ohne Kaufoption

Doch die Abhilfe ist leider nur relativ kurzfristiger Natur – für den von Real Madrid ausgeliehenen Hakimi besitzt die Borussia keine Kaufoption. Und wenn Hakimi so weiterspielt wie in seinen ersten BVB-Einsätzen, dürfte sich die Frage, ob sein Klub Real Madrid ihn nach Ende der zweijährigen Leihe zurückbeordert, relativ schnell und leicht beantworten lassen.

Da im Jahr 2020 auch der Vertrag von Piszczek endet, droht dem BVB gleich ein doppelter Engpass auf einer Planstelle, auf der Fachkräfte rar und begehrt sind. Zweifel sind angebracht, ob sich Jeremy Toljan, der vor einem Jahr die Hoffnung verkörperte, eine Alternative gleich für beide Seiten zu sein, bis dahin so weiterentwickelt, dass er wieder in den engen Kandidatenkreis rücken könnte.

Auf Links setzt Schmelzer ein Zeichen

Auch links ist der BVB nur vordergründig besser aufgestellt. Marcel Schmelzer hat ein bemerkenswertes Zeichen gesetzt in dieser bisherigen Saison, in der er von der Last der (Kapitäns-)Verantwortung befreit und vom Verletzungspech weitgehend verschont sehr stabil gespielt hat. Doch auch Schmelzer hat sein 30. Lebensjahr vollendet.

Als er jetzt mit Knieproblemen zwei Bundesliga-Spiele verpasste, wechselte Abdou Diallo von der Position des linken Innenverteidigers auf die linke Außenbahn. Diallo hatte in Mainz unter anderem in den Spielen gegen den FC Bayern und den BVB mit einer bemerkenswerten Abgeklärtheit seine Befähigung für diese Rolle nachgewiesen, doch im Dortmunder Dress bei den Partien in Leverkusen und gegen Augsburg blieb Diallo nicht ohne Schwächen.

Guerreiro ist in der Viererkette keine Alternative

Seine Pass- und Zweikampfquoten sind in den Partien als Linksverteidiger deutlich gesunken, die richtige Balance, wann er offensive Vorstöße wagen kann, hat der U 21-Nationalspieler noch nicht gefunden. Innen, das zeigen die Werte, fühlt sich der Franzose deutlich wohler.

Ein möglicher dritter Spieler für die Linksverteidiger-Position taucht in den Gedankenspielen des neuen Trainers Lucien Favre offenbar nicht auf: Mit Raphael Guerreiro scheint der Schweizer andere Pläne zu haben.

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