Platzt der Knoten gegen die Bayern? BVB vor wegweisendem Topspiel

Borussia Dortmund

Borussia Dortmund ist dem FC Bayern München in der Bundesliga dicht auf den Fersen. Wie lange das so bleibt, wird auch davon abhängen, ob der BVB in den direkten Duellen punktet.

Dortmund

, 07.11.2020, 09:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wenn der der BVB den FC Bayern stoppen will, benötigt er eine Top-Mannschaft. Dazu gehört auch Abwehrchef Mats Hummels (l.).

Wenn der der BVB den FC Bayern stoppen will, benötigt er eine Top-Mannschaft. Dazu gehört auch Abwehrchef Mats Hummels (l.). © dpa

Es wurde seinerzeit im Mai viel darüber spekuliert, ob Borussia Dortmund einen 0:1-Rückstand im eigenen Stadion gegen die Bayern mit der Unterstützung der fast 80.000 Zuschauer im Rücken wohl noch wettgemacht hätte. Und damit den Titelkampf wieder richtig hätte scharf machen können. Die Geister-Atmosphäre half unübersehbar eher den Gästen, die mit dem Sieg in Dortmund ihren Vorsprung auf den BVB auf sieben Zähler ausbauten. Das war ein Meilenstein auf dem Weg zur nächsten Meisterschaft. Die mit großen Ambitionen angetretenen Borussen hingegen schauten mal wieder in die Röhre.

Empfindliche BVB-Niederlagen gegen Bayern München

Unnötige Ausrutscher gegen vermeintlich „Kleinere“ waren als das größte Manko der vergangenen Saison schnell ausgemacht. In der knallharten Analyse nach dem Ende der Spielzeit aber gelangte der BVB unweigerlich auch zu einer weiteren Erkenntnis: Wer gegen die Bayern mithalten will, der muss auch in den direkten Duellen etwas Zählbares mitnehmen. In der vergangenen Saison verlor Dortmund beide Bundesliga-Gipfeltreffen, am Ende waren es wegen der späten Heim-Ausrutscher gegen Hoffenheim (0:4) und Mainz (0:2), als in der Mannschaft erkennbar die Luft raus war, dann satte 13 Punkte Rückstand.

Vor zwei Jahren lief der BVB nur zwei Punkte hinter den Bayern ein, gewann damals immerhin das Heimspiel, bevor es in München einmal mehr eine empfindliche Pleite (0:5) setzte, die beim Rekordmeister den Glauben an eine erfolgreiche Aufholjagd auf Tabellenführer Dortmund noch weiter steigerte. Und genau so kam es.

Der BVB in der Saison 20/21: Hinten stabil, vorne mit Power

Am Samstag nun startet die Borussia den nächsten Anlauf - der Eindruck, dass die Zeit nun mal wieder reif sein könnte für einen Sieg gegen den deutschen Dauerrivalen, wuchs mit jeder Partie, die der BVB im bisherigen Saisonverlauf für sich entschied und dabei ohne Gegentor blieb. Hinten erstaunlich stabil, vorne mit genug Power, um irgendwie zu treffen - es gab schon deutlich schlechtere Vorzeichen aus Dortmunder Sicht.

Keine zu gewagte Prognose ist allerdings, dass der BVB eine Top-Besetzung in Top-Form braucht. Nicht umsonst schonte Lucien Favre seinen Abwehrchef Mats Hummels am Mittwoch in Brügge. Sollte der 31-jährige Vizekapitän, der sich zuletzt in herausragender Form präsentierte, wegen seiner Oberschenkelblessur auch am Samstag nicht einsatzfähig sein, sinken die BVB-Chancen, auch wenn sich die Kombination mit Manuel Akanji an der Seite von Axel Witsel in Brügge als tragfähig erwies.

Hohe Belastung beim BVB und bei den Bayern

Ob Hummels‘ Verletzung, die er sich am vergangenen Samstag in Bielefeld zugezogen hat, eine Folge der immensen Belastung schon in der Frühphase der Saison ist, ist eine hypothetische Frage. Fakt ist, dass Hummels schon 806 Minuten in neun Pflichtspielen in den Beinen hat. Dazu kommen noch 76 Minuten aus dem Supercup. Schonung konnte Favre seinem hoch belasteten Führungsspieler wegen der angespannten Personallage in der Defensive nicht verschaffen.

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Enorme Anstrengungen haben allerdings beide Mannschaften hinter sich. Ruhe vor dem Sturm gab es nicht. Die meisten A-Nationalspieler haben auf die Pflichtspiele im Verein noch bis zu fünf Länderspiele draufgepackt. Ein Erling Haaland zum Beispiel kommt seit dem 7. September in 59 Tagen auf 14 (!) Pflichtspiele und 1174 Einsatzminuten. Auch er musste vor Brügge verletzt passen.

Der FCB bringt in wichtigen Momenten die beste Leistung

Nicht nur die körperliche Frische aber wird am Samstag mitentscheiden - keiner anderen Mannschaft in der Liga gelingt es in so großer Regelmäßigkeit, in wichtigen Momenten die beste Leistung zu bringen. Die mentale Stärke der Bayern sucht ihresgleichen hierzulande. „Wir brauchen eine Top-Leistung“, weiß Favre. Auch im Kopf.

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