Anzeige


Pokerspiel um Erling Haaland? BVB-Sportdirektor Michael Zorc bleibt entspannt

Borussia Dortmund

Erling Haalands Berater Mino Raiola sorgt mal wieder für Schlagzeilen, Michael Zorc reagiert gelassen. Borussia Dortmund bleibt in der Personalie Haaland fürs Erste entspannt.

Dortmund

, 25.02.2021, 16:52 Uhr / Lesedauer: 3 min
BVB-Stürmer Erling Haaland (r.) und Jude Bellingham jubeln.

BVB-Stürmer Erling Haaland (r.) und Jude Bellingham jubeln. © picture alliance/dpa/Pool AP

Michael Zorc durfte mal wieder etwas zu Erling Haaland sagen. Oder musste. Wie man es nimmt. Der 20 Jahre alte Norweger, der in 43 Pflichtspielen für Borussia Dortmund 43 Tore erzielt hat, war am Donnerstag einmal mehr Thema auf einer BVB-Pressekonferenz. Das lag zum einen freilich an Haalands Fabel-Torquote im Dortmunder Trikot, zum anderen in diesem Fall aber auch an seinem Berater Mino Raiola.


Haaland-Berater Raiola lobt seinen Schützling: BVB-Stürmer sei „einer der Stars des nächsten Jahrzehnts“

Denn Raiola, der nicht besonders häufig Interviews gibt, hatte zu Beginn der Woche eine Ausnahme gemacht und bei der englischen „BBC“ gesprochen, unter anderem über seinen Schützling Haaland, der mit 110 Millionen Euro Marktwert aktuell als wertvollster Spieler der Bundesliga gilt. Sein Klient sei „einer der Stars des nächsten Jahrzehnts“, hatte Raiola über Haaland erzählt. „Ich glaube, es gibt weltweit keinen Sportdirektor oder Trainer, der sagen würde: ‚nicht interessiert‘.“

Jetzt lesen

Das läge vor allem daran, meinte der gebürtige Italiener, dass aktuelle Stars wie Zlatan Ibrahimovic, der ebenfalls zu Raiolas Klienten zählt, Cristiano Ronaldo oder Lionel Messi allmählich in die Jahre kämen. Jeder in der Branche frage sich daher, wie lange diese Superstars noch bewundert werden könnten – und genau deshalb gerate nun die Spielergeneration um Haaland und Co. ins Blickfeld der internationalen Topklubs. Dabei müsse man allerdings wissen, dass sich „nur maximal zehn Klubs“ Haaland überhaupt leisten könnten, und vier dieser Klubs seien seiner Meinung nach englische Vereine.

Poker um Haaland eröffnet? BVB bleibt gelassen

Der Boulevard schlussfolgerte aus Raiolas Aussagen, dass der Berater den Poker um sein Sturmjuwel, das in Dortmund noch bis zum 30. Juni 2024 unter Vertrag steht, durch sein Interview auf der Insel bereits offiziell eröffnet habe, auch wenn eine Ausstiegsklausel in Haalands BVB-Vertrag frühestens im Sommer 2022 greifen könnte und eine mögliche Ablösesumme im kommenden Sommer für den BVB frei verhandelbar wäre.

Jetzt lesen

Zorc reagierte am Donnerstag gelassen auf die Spekulationen. Raiolas Aussagen würden ihn weder nerven noch fände er sie besonders aufregend, meinte der 58-Jährige. „Dass Erling Haaland irgendwann nach seiner Zeit bei Borussia Dortmund nicht zu jedem Klub wechseln kann, möchte und wird ist sonnenklar und erschließt sich vermutlich jedem“, sagte der BVB-Sportdirektor und schob lachend hinterher, dass er - anders als Raiola - nicht einmal auf zehn Klubs komme, die sich Haaland leisten könnten. Jedenfalls sei es „ein ganz normales Statement“ gewesen, das Raiola abgegeben habe. Zorc weiter: „Wir sind happy, dass wir Erling hier haben, dass er in den vergangenen Spielen vermehrt getroffen hat und dass er seinen Wert für uns damit unter Beweis gestellt hat. Ich kann nur sagen, dass wir weiter mit ihm planen und dass ich glaube, dass er sich nicht so unwohl fühlt bei uns in Dortmund.“

Borussia Dortmund will auch in der nächsten Saison in der Königsklasse spielen

Etwaige Rechenspiele, was alles passieren könne, falls der BVB die Qualifikation zur Champions League verpassen sollte, die in der Tabelle nach 22 Spieltagen sechs Zähler entfernt ist, stehen laut Zorc derzeit noch nicht auf dem Plan. „Aktuell ist das für mich der komplett falsche Zeitpunkt. Wir gehen davon aus, dass wir unser Ziel, nämlich die Champions-League-Qualifikation, erreichen werden.“

Damit war von Zorcs Seite alles gesagt – und vermutlich war er nicht böse darum, dass er nicht auch noch auf Haalands Interview im norwegischen Fernsehen angesprochen wurde. Gegenüber dem TV-Sender „Viaplay Football“ hat Haaland nämlich verraten, dass er sich „jedes Spiel des FC Bayern“ anschaue und er dort viel lernen könne, weil „sie ein fantastisches Team“ seien. Vor allem Robert Lewandowski habe es ihm angetan. „Wenn ich ein Tor erziele, sage ich mir: ‚Okay, jetzt bin ich ihm ein Tor näher gekommen‘. Aber dann macht er einfach mal wieder einen Hattrick, als wäre es etwas Alltägliches“, berichtete Haaland. „Der Typ ist verrückt. Er ist einfach verrückt.“ Und wahrscheinlich noch einer dieser Stars, die allmählich in die Jahre kommen und bei denen sich womöglich jeder in der Branche fragt, wie lange er noch zu bewundern ist…

Der RN-BVB-Podcast

Der BVB-Podcast der Ruhr Nachrichten - einmal in der Woche Experten-Talk zum BVB. Jetzt hier, bei Spotify oder bei Apple Podcasts hören.

BVB-Newsletter

Täglich um 18 Uhr berichtet unser Team über die wichtigsten schwarzgelben Neuigkeiten des Tages.

Lesen Sie jetzt