Politik der kleinen Schritte: BVB-Trainer Favre darf sich als Gewinner fühlen

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Nach zwei BVB-Siegen binnen vier Tagen darf sich Lucien Favre als Gewinner fühlen. Das Team zeigt zuletzt verschütt gegangene Tugenden. Doch es geht nur mit der Politik der kleinen Schritte.

Dortmund

, 03.11.2019, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sein Premierentor im BVB-Trikot widmete er mit einem breiten Grinsen dem Trainer, der am Samstag seinen 62. Geburtstag feierte. Auch der Sportdirektor war extrem gut gelaunt und hatte „am Ende sogar so etwas wie Spielfreude“ gesehen. Man musste nur in die Gesichter von Thorgan Hazard und Michael Zorc schauen, um etwas über die Gemütsverfassung im Lager von Borussia Dortmund zu erfahren. Da spiegelten sich Freude und Genugtuung, Erleichterung und auch langsam zurückkehrendes Selbstvertrauen.

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Zur Wahrheit gehörte freilich, dass erst das 1:0 den dicken Klumpen in der Magengegend so richtig löste, dass gegen ein zuvor immerhin gut verteidigendes Wolfsburg die Räume erst aufgingen, als der VfL durch den Rückstand gezwungen war, nach vorne zu spielen. Doch wie der BVB dann den Ball nach vorne trug, wie zielstrebig er auch den Abschluss suchte, wie auf einmal die seit Wochen verschüttete Kombinationsfreude wieder an die Oberfläche kam, das machte vor der kommenden Englischen Woche, einer extrem wichtigen für den BVB, Mut.

Mailand und München werden zum Gradmesser für den BVB

Denn die Spiele gegen Inter Mailand und in München werden der Gradmesser für den frisch renovierten BVB, das werden zwei Spiele, in denen sich auch viel entscheiden kann für Borussia Dortmund. Das Heimspiel in der Champions League muss Dortmund gewinnen, um den Anschluss nicht zu verlieren, für ein Auswärtsspiel in München waren die Voraussetzungen wohl selten so gut wie in diesem Moment.

Michael Zorc predigte auch nach dem letztlich fast noch zu niedrigen 3:0 die Politik der kleinen Schritte. Er hatte nicht verdrängt, dass der VfL Wolfsburg zur Pause die einzige Mannschaft gewesen war, die für eine Führung in Frage kam. Dortmunder Chancen gab es bis dahin nämlich nicht. Und die Probleme, gegen die robusten Zwei-Meter-Kerle in der VfL-Abwehr gefährlich vors Tor zu kommen, waren offensichtlich. Die Arbeit geht also unvermindert weiter. Nur ab sofort mit einem ganz anderen Gefühl beim Training. Eins, das die Borussia seit Wochen nicht mehr kannte. Daraus darf die Mannschaft gern Kapital schlagen.

Das 3:0 ist auch ein Befreiungsschlag für BVB-Trainer Favre

Dieses 3:0 war ein großer Befreiungsschlag für Borussia Dortmund. Auch für den Trainer, der spät am Abend wohl mit seiner Frau bei einem Gläschen Rotwein darüber philosophiert haben dürfte, wie eng es für ihn auch gewesen war. Als Trainer des BVB muss Lucien Favre für Erfolg sorgen. Konstant. Der Schweizer weiß dies, entsprechend unter Druck hatte er in den vergangenen Wochen gestanden. Jetzt kehrt endlich ein wenig Ruhe ein. Auch Favre hat gepunktet in dieser Woche.

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