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Polizeipräsident Lange: „Es ging um die Verhinderung von Straftaten“

Ausschreitungen bei BVB-Spiel

Die Polizei hat am Montagnachmittag über den Einsatz und die Ausschreitungen durch Berliner Ultras während des BVB-Spiels gegen die Hertha informiert. Der Live-Ticker zum Nachlesen.

Dortmund

, 29.10.2018, 12:37 Uhr / Lesedauer: 4 min



Der Live-Ticker:

Das war‘s von der Pressekonferenz!

16.03 Uhr: Nun noch eine Frage, die auf das Spiel gegen Union Berlin am Mittwoch abzielt. Freyhoff: „Die Einsatzplanung steht und wir werden sie nicht verändern. Wir erwarten knapp 8000 Fans. Die frühe Anstoßzeit macht uns schon Sorgen. Um 17 Uhr werden alle ins Stadion wollen. Wir wollen kritische Personendichten vermeiden.“


15.59 Uhr:
Es gibt eine Frage zur Absprache vor der Eingriffs-Entscheidung. Freyhoff: „Wir haben mit dem Verein Rücksprache genommen. Der Ordnungsdienst war informiert und involviert. Das Vorgehen war abgesprochen. Dass die Fanbeauftragten von dem Einsatz abgeraten hätten, das war mir klar. Die Symbolik einer Ultra-Fahne ist mir auch klar. Aber sie rechtfertigt keine Körperverletzung.“

Lange ergänzt noch einmal: „Was nach diesem Einschreiten passiert ist, ist unglaublich und absolut nicht zu tolerieren. In diesem Fall war diese Abwägung sehr vernünftig. Es ging um die Verhinderung von Straftaten.“



15.54 Uhr:
Frage: Wie kommt so viel Pyrotechnik ins Stadion?
Freyhoff: „Es ist offensichtlich möglich, Pyrotechnik ins Stadion zu bringen. Es gibt Vorschriften - auch für den BVB - wo und wo nicht durchsucht werden darf. Gehen Sie nicht davon aus, dass die Pyrotechnik von Ultras ins Stadion gebracht wird. Sie werden es nie hundertprozentig verhindern können.“

Lange ergänzt: „Klar ist, man muss sich die Frage stellen, wie so viel Zeug geschmuggelt wird und dann, wie man es abstellt.“



15.51 Uhr:
Lange zieht noch einmal Bilanz: „Es gab keine Verletzungen unbeteiligter Stadionbesucher.“ Zehn Verletzte gab es durch Rauchentwicklung, 35 verletzte Angreifer auf die Polizei. „Der Einsatz hat alle Ziele erreicht“, so Lange.



15.48 Uhr:
Es gibt ein Frage zur Einschätzung des Spiels. Warum waren nur so wenige Einsatzkräfte vor Ort? Freyhoff: „Mehr Leute hätten dabei auch nicht geholfen. Das Festsetzen der Leute wäre mit mehr Polizisten möglicherweise gelungen. Da hätte es aber weit mehr als 400 Einsatzkräfte benötigt.“ Zur Blocksperre habe es keine rechtliche Grundlage gegeben. Freyhoff betont, die Einsatzlage stand in keinem Zusammenhang zum hohen Polizeiaufkommen im Hambacher Forst.


15.44 Uhr:
Freyhoff auf die Frage, warum diesmal bei Pyrotechnik eingegriffen wurde, sonst aber schon mal nicht: „Es ist immer eine Einzelfallentscheidung. Es gab eine massive Rauchentwicklung und die Fahne lag auf dem Boden. Es war Zugriff möglich auf ein Tarnungsmittel.“


15.40 Uhr:
Aßmus: „Seit heute morgen um 7 Uhr ermitteln wir.“ Es gebe umfangreiches Bild- und Videomaterial. Die Ermittlungskommission werde unterstützt von szenekundigen Beamten aus Berlin. „Die Auswertung wird einige Zeit in Anspruch nehmen.“ Nun beginnt die Fragerunde.


15.36 Uhr:
Freyhoff sagt, während und nach dem Spiel habe es seitens einiger Dortmunder Ultras Versuche gegeben, zu den Berlinern durchzudringen und sich mit ihnen zusammenzuschließen. Das konnte verhindert werden.


15.32 Uhr:
Freyhoff zum Einsatz: „Es bestand die Gefahr, dass weitere Pyrotechnik gezündet wird. Wir haben beraten: Was sind die Folgen? Ich wusste, dass wir eine Reaktion bekommen würden und eine Sicherstellung des Banners mit Verletzungen der Kollegen einhergehen könnte. Wir wollten Unbeteiligten ein sicheres Stadionerlebnis ermöglichen. Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht.“




15.30 Uhr:
Freyhoff sagt, vor dem Spiel sei die Stimmung „völlig entspannt“ gewesen. Dann aber: „Ich habe schon viele Pyroshows im Stadion gesehen. Aber diesmal waren die Verrauchungen derart massiv.“

15.27 Uhr: Freyhoff: „Der Einsatz wird positiv gesehen. Es gibt aber auch Kritik an dem Einsatz. Wir haben ein Spiel mit geringem Risiko erwartet. Wir hatten nicht allzu viele Einsatzkräfte am Start.“



15.22 Uhr: Lange: „Alle Verantwortlichen bei den Vereinen und Verbänden sind in meinen Augen in der Pflicht, ihren Anteil zu erbringen zu der Frage, wie verhindert werden kann, dass solche Chaoten zum Zuge kommen. Diese Chaoten haben im Stadion nichts zu suchen. Wir wollen den friedlichen Fußball unterstützen und den friedlichen Fans Schutz gewähren.“ Lange spricht abschließend von einem „guten Einsatz“ und dankt Polizeiführer Freyhoff.

15.19 Uhr: Lange: „Wir schützen die Stadionbesucher, die das Fußballspiel erleben wollen. Aber auch alle friedlichen Fans in den Ultra-Gruppierungen. Das ist unser Anliegen. Das sollte das Anliegen aller Fangruppen sein. Dass man sich distanziert von Gewalttätern, Chaoten und Kriminellen, die als Fußballfan eigentlich nicht mehr beschrieben werden können.“

15.16 Uhr: Die Reaktionen aus der Bevölkerung seien überwiegend positiv gewesen. Viele Bürger wollen auch mit Videomaterial helfen. Lange: „Ich sehe eine gute Chance, einen Großteil der Täter zu identifzieren und einer Bestrafung zuzuführen.“ Auch Hertha BSC habe ausdrücklich die Unterstützung bei der Identifizierung der Straftäter zugesagt.

15.13 Uhr: Lange: „Hier muss man sagen: Wir müssen aufpassen, dass wir keine Parallelgesellschaft haben - mit eigenen Regeln, die nicht daran interessiert ist, die Regeln eines demokratischen Rechtsstaats zu akzeptieren. Es war das einzig Richtige einzuschreiten, um weitere Straftaten zu verhindern und Signale zu setzen, dass auch im Stadion die Regeln des Rechtsstaats gelten. Das Stadion ist kein rechtsfreier Raum.“

15.09 Uhr: Gregor Lange: „Es ist leider so, dass wir es mit einer Situation zu tun haben, von der ich überzeugt bin, dass es falsch ist, einfach zur Tagesordnung überzugehen. Es geht gar nicht nur um die Frage „Pyrotechnik ja oder nein?“, sondern darum, wie wir Unbeteiligte schützen können. Es gab kein Interesse am Spiel und keinerlei Rücksicht. Die Prognose war: Hinter dem Schutz einer solchen Fahne waren die Vorbereitungen weiterer Straftaten zu befürchten.“

15.00 Uhr: Es geht los. Zunächst werden rund sieben bis acht Minuten auf einer Leinwand Bilder und Videos von Samstagnachmittag gezeigt. Oliver Peiler spricht von „massiven Angriffen auf die Einsatzkräfte“.


14.45 Uhr: In rund 15 Minuten geht es los! An der Pressekonferenz teilnehmen werden Polizeipräsident Gregor Lange, Edzard Freyhoff (Leiter der Polizeiinspektion 1), Dr. Ronald Aßmus (Leiter der Ermittlungskommission „Bär“) und der Leiter der Pressestelle Oliver Peiler.

Das war passiert:

Zu Spielbeginn der Bundesligapartie zwischen dem BVB und Hertha BSC zündeten Berliner Anhänger Pyrotechnik und nebelten den gesamten Nord-Ost-Bereich des Stadions ein. Schiedsrichter Sascha Stegemann musste den Anpfiff hinauszögern, bis wieder freie Sicht war. Dabei wurden zehn unbeteiligte Personen verletzt. Um sich zu tarnen, versteckten sich die Berliner Fans unter ihrer riesigen Ultra-Fahne. Als nach einer Viertelstunde Spielzeit erneut Pyrotechnik entflammte, schritt die Polizei „zur Verhinderung weiterer Straftaten“ ein.

Polizeipräsident Lange: „Es ging um die Verhinderung von Straftaten“

Unter und hinter diesem Banner versteckten sich die Berliner Ultras, als sie die Pyrotechnik zündeten. © dpa

Eine Hundertschaft postierte sich vor dem Hertha-Block und kassierte die Fahne ein. Die gilt in der Ultra-Szene als „heilig“, die Reaktion folgte prompt: Sofort sprangen Berliner den Ordnungskräften entgegen. Beide Seiten lieferten sich eine wilde Schlägerei. Die Polizei setzte Tränengas und Schlagstöcke ein, die Herthaner wehrten sich unter anderem mit den Befestigungsstangen vor dem Block, schlugen damit auf die Polizisten ein und bewarfen sie sogar mit Pyrotechnik.

Insgesamt wurden 45 Personen verletzt. 35 mussten nach Pfeffersprayeinsatz behandelt werden, zehn aufgrund von Gewaltanwendung. „Einige Personen wurden zur weiteren ärztlichen Versorgung dem Krankenhaus zugeführt. Alle verletzten Polizeibeamten verblieben dienstfähig“, hieß es von Seiten der Polizei, die Strafanzeigen wegen Landfriedensbruchs, Widerstand gegen Polizeivollzugsbeamte, tätlichen Angriffs auf Polizeivollzugsbeamte und Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz anfertigen wird. „Die beteiligten Straftäter wurden umfangreich videografiert. Die Polizei Dortmund wird eine Ermittlungskommission einsetzen.“

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