Prinzip der kleinen Schritte: BVB-Kapitän Marco Reus muss sich durchbeißen

rnBorussia Dortmund

Für Marco Reus ist das Augsburg-Spiel trotz vergebener Großchancen ein Schritt nach vorne. Spätestens im Februar benötigt der BVB seinen Kapitän in Bestform.

Dortmund

, 23.01.2020, 06:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fast unmerklich schüttelte Marco Reus den Kopf, und ein leichtes sarkastisches Grinsen machte sich in seinem Gesicht breit. Gottlob hatte der Schiedsrichter-Assistent gerade die Fahne gehoben. Abseits. Und der Reus-Fehlschuss, der dritte in diesem Spiel beim FC Augsburg, ging gar nicht als solcher in die Statistik ein.

BVB-Kapitän Reus verpasst Teile der Vorbereitung

Er zeigte gleichwohl, wie schwierig auch der Start in die Rückrunde für Borussia Dortmunds Kapitän war. Nach einer ersten Halbserie, die geprägt war von einer langen Suche nach Form und Selbstverständlichkeiten, präsentierte sich Reus auch in Augsburg eher als Arbeiter denn als Filou am Ball.

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Das lag natürlich auch daran, dass er in der zweiwöchigen Vorbereitung genug damit zu tun hatte, überhaupt fit zu werden für den Start. Die Folgen seines Muskelfaserrisses beschäftigten ihn während der kompletten Spanien-Woche. Was an Spritzigkeit, Tempo und Spielverständnis noch fehlte, und das war eine ganze Menge, wie der Marbella-Test gegen Rotterdam zeigte, musste Reus in den wenigen Tagen nach der Rückkehr aufholen. Soweit das überhaupt möglich war.

Reus lässt zahlreiche Großchancen liegen

Die Szene Mitte der zweiten Hälfte war die dritte, in der Reus zentral vor dem Tor freigespielt wurde. Den ersten Ball von Jadon Sancho setzte er neben den Kasten, den zweiten nach Axel Witsels Hereingabe traf er nicht richtig und beförderte ihn halb mit dem Schienbein in Richtung Augsburger Tor. Auch dieser Schuss verfehlte sein Ziel.

Prinzip der kleinen Schritte: BVB-Kapitän Marco Reus muss sich durchbeißen

© Deltatre

Die in der Torschützenliste führenden Robert Lewandowski und Timo Werner hätten einen zusätzlichen Konkurrenten, wenn Marco Reus nur seine Großchancen in dieser Saison genutzt hätte. Sieben zählten die Statistiker bislang, in einer Aufzählung, in der kein Spieler gern auftaucht, steht Reus damit auf Rang zwei - hinter Lewandowski übrigens. Sieben plus die neun Saisontore des 30-Jährigen. Macht 16 mögliche Reus-Treffer.

Reus kämpft erfolgreich gegen die Formkrise im Herbst an

Die Fähigkeit, einer Mannschaft entscheidende Impulse zu geben, hatte Reus in vielen Jahren unter Beweis gestellt und dadurch eine Erwartungshaltung geschürt, der er zuletzt nicht immer gerecht werden konnte. Reus hat erfolgreich gegen die Formkrise im Herbst gekämpft, seine Zahlen gegen Ende der Hinrunde waren der Beleg für seine klare Formsteigerung. Auch ihm half die Systemumstellung, „das passt momentan besser, wir fühlen uns darin wohler“, erklärte er unlängst in einem Interview.

Marco Reus vergibt in Augsburg eine von mehreren Großchancen.

Marco Reus vergibt in Augsburg eine von mehreren Großchancen. © imago/Krieger

Sieben Torbeteiligungen in den fünf Spielen mit Dreierkette, in denen er mitwirkte, sprechen eine eindeutige Sprache, und doch wird sich Marco Reus vielleicht schon gegen Köln wieder umstellen müssen. Lucien Favre benötigt eine tragfähige Abwehrformation, die ohne den verletzten Dan-Axel Zagadou auskommen muss. Schon in Augsburg stellte er zur Pause auf Viererkette um. Er dürfte nach dessen Gala in Augsburg auch das Startelf-Debüt von Erling Haaland ins Auge fassen, was auch offensiv Änderungen des taktischen Systems mit sich bringen würde. Auch für die Position von Marco Reus.

Der nächste Schritt für Marco Reus soll und muss folgen

Reus biss sich durch in der WWK Arena, das war am vergangenen Samstag sicher sogar wertvoller als eine oder mehrere Torbeteiligungen. Es waren 90 Minuten, die Marco Reus deutlich weitergebracht haben dürften. Der nächste Schritt soll und muss folgen. Im Februar, wenn Borussia Dortmund sieben Spiele in 28 Tagen bestreitet und in den Pokalwettbewerben gefordert ist, benötigt der BVB seinen Kapitän auf dem Weg zur Bestform.

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