„Provokante Botschaft – mit Inhalten gefüllt“

Kampagne „Kein Bier für Rassisten“

Wer derzeit im Dortmunder Nachtleben unterwegs ist, kommt an den schwarzgelben Bierdeckeln mit der Aufschrift „Kein Bier für Rassisten“ nicht vorbei. Initiator der Antirassismus-Kampagne ist die Fanabteilung vom BVB. Unser Reporter Matthias Dersch hat mit Vorstandsmitglied Tobias Westerfellhaus gesprochen.

DORTMUND

, 25.03.2015, 12:08 Uhr / Lesedauer: 2 min
Diese Bierdeckel tragen eine klare Botschaft. Auf der Rückseite liefern sie für Smartphone-Nutzer zusätzliche Informationen.

Diese Bierdeckel tragen eine klare Botschaft. Auf der Rückseite liefern sie für Smartphone-Nutzer zusätzliche Informationen.

Herr Westerfellhaus, politische Botschaften auf Bierdeckeln. Das klingt – mit Verlaub – zunächst nach einer Schnapsidee. Wie sind Sie darauf gekommen? Tobias Westerfellhaus: (lacht) Die Idee ist uns in der Tat in einer Kneipe gekommen. Wir saßen vor einiger Zeit mit Freunden in Köln zusammen, als uns dort ein Flyer in die Hände fiel mit der Aufschrift „Kein Kölsch für Nazis“. Das fanden wir gut. Wir haben dann überlegt, welches Medium wir nutzen können. Die Wahl fiel ziemlich schnell auf den Bierdeckel. Der liegt in jeder Kneipe – und jeder liest, was draufsteht, weil das Glas ja häufig gehoben wird.

Der Slogan „Kein Bier für Rassisten“ ist sehr plakativ … Uns war sofort klar, dass wir eine provokante Botschaft brauchen würden, um Aufmerksamkeit zu erlangen. Wir wollten es dabei allerdings nicht belassen. Nach langen Überlegungen sind wir dann auf die Idee des aufgedruckten QR-Codes gekommen. Auf der Internetseite, zu der der Code führt, füllen wir die Botschaft mit Inhalten.

BVB-Präsident Dr. Reinhard Rauball war einer der ersten, die sich mit dem Bierdeckel haben fotografieren lassen. Wie hat er die Aktion aufgenommen? Wir haben unsere Idee sowohl der KGaA als auch dem e.V. vorgestellt, beide Male waren die Reaktionen ausnahmslos positiv. Dr. Rauball hat spontan gesagt, er würde sich um die Finanzierung kümmern – obwohl wir das gar nicht im Sinn hatten. Er fand es charmant, sich der Problematik auch mal humoristisch zu nähern und es nicht nur an bestimmten Aktionstagen im Stadion zu thematisieren.

Die Bierdeckel wurden von freiwilligen Helfern in Dortmunder Kneipen verteilt. Sind sie überall freundlich empfangen worden? In zwei Kneipen wurden sie abgewiesen, alle anderen waren begeistert von der Aktion. Vor allem, als wir ein zweites Mal vorbeigekommen sind, um Nachschub zu bringen. Ein Freund von mir saß letztens in einer Tapas-Bar, die unsere Deckel benutzte. Als er zur Kellnerin meinte, dass er es gut fände, dass die Bar bei der Aktion mitmache, sagte sie ihm: „Wir machen da nicht mit, wir stehen dahinter.“ Das freut uns natürlich sehr.

Eine Million Bierdeckel sind derzeit im Umlauf. Wie soll es weitergehen? Wir überlegen derzeit, die Aktion über die Stadtgrenzen hinauszutragen. Die Resonanz ist extrem positiv. Wir erhalten zum Beispiel unheimlich viele E-Mails von Fanklubs oder Fankneipen, die die Bierdeckel verwenden wollen. Bevor wir uns weitere größere Schritte überlegen, wollen wir die Aktion jetzt aber erst einmal etwas laufen lassen.

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