Publikumsidol Dede bekommt sein Abschiedsspiel

Held der BVB-Fans

Als im Juli 1998 ein schmächtiger Junge aus Brasilien bei Borussia Dortmund vorstellig wurde, hätte wohl niemand damit gerechnet, dass er in diesem Augenblick dem Anfang einer großen Liebe beiwohnen würde. Der junge Brasilianer mit dem schönen Namen Leonardo de Deus Santos, kurz Dede, blieb 13 Jahre lang.

DORTMUND

, 12.05.2015, 07:29 Uhr / Lesedauer: 2 min
Publikumsidol Dede bekommt sein Abschiedsspiel

Großes Kino bei der Rückkehr: Leonardo Dede wurde am Samstag von der Südtribüne euphorisch gefeiert – erst danach konnte er den Grund seines Kommens aufklären. Das BVB-Idol bekommt am 5. September ein Abschiedsspiel im Signal Iduna Park.

Jetzt, vier Jahre nach seinem letzten Spiel für den BVB, bekommt der Publikumsliebling sein Abschiedsspiel in Dortmund. Schon jetzt ist klar: Es wird tränenreich.

"Business as usual"

Der Samstag war eigentlich ein recht gewöhnlicher Bundesliga-Spieltag in Dortmund. Der BVB gewann ein an Höhepunkten armes Spiel gegen Hertha BSC mit 2:0, man freute sich über die beiden Treffer und die Tore auf den anderen Plätzen. Das war es, „business as usual“.

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BVB-Legende Dede zu Besuch im Signal Iduna Park

BVB-Legende Dede zu Besuch im Signal Iduna Park.
10.05.2015
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BVB-Legende Dede besucht seine alten Kollegen.© Foto: dpa
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BVB-Legende Dede besucht seine alten Kollegen.© Foto: DeFodi
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BVB-Legende Dede besucht seine alten Kollegen.© Foto: DeFodi
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BVB-Legende Dede besucht seine alten Kollegen.© Foto: DeFodi
BVB-Legende Dede besucht seine alten Kollegen.© Foto: DeFodi

Eine Ausnahme gab es allerdings: Als kurz vor dem Anpfiff ein Überraschungsgast den Platz betrat, spielten die 80 000 Zuschauer auf den Rängen mal wieder sämtliche Dur-Töne auf der ganz großen Emotionalitäts-Klaviatur. Denn der Gast war Dede.

Popularität ungebrochen

Auch vier Jahre nach seinem letzten Spiel für Borussia Dortmund ist die Popularität des inzwischen 37-Jährigen ungebrochen. Unvergessen sind die 13 Jahre, in denen er seine Schuhe für den BVB schnürte und stets alles gab. Egal, ob es um die Meisterschaft oder gegen die Insolvenz ging. Dede war immer da, Dede war immer verlässlich. Dede war immer der Held der BVB-Fans.

Im vergangenen Sommer ging die Karriere des in Dortmund schon jetzt legendären Linksverteidigers in der Türkei zu Ende. Dede wollte sich ins Privatleben zurückziehen. „Endlich mal ausschlafen, in den Tag hinein leben, ein paar Monate in Brasilien sein, ein paar in Deutschland, ohne Stress“, wie er selbst sagt. Doch der Plan ging nicht auf. Michael Skibbe, sein einstiger Mentor und Förderer in Dortmund und inzwischen Trainer bei Dedes Ex-Klub Eskisehirspor, wollte ihn als Co-Trainer verpflichten. „Und wenn Michael Skibbe ruft, dann kann ich nicht nein sagen.“

5. September um 18 Uhr

Und das gilt auch für sein von den Fans schon lange gefordertes Abschiedsspiel, das am 5. September um 18 Uhr im Signal Iduna Park steigt. Eigentlich, sagt Dede, habe er es gar nicht gewollt. „Mein Abschied 2011 war doch schön genug.“ Noch immer könne er sich die Videos von damals nicht anschauen, so emotional würden sie ihn mitnehmen. Doch egal, wo er hinkam, „ob in Dortmund, am Flughafen, oder sogar auf Schalke, immer haben mich die Leute gefragt, wann denn mein Abschiedsspiel stattfinde“. Also organisierte er eins.

60 seiner rund 140 Mitspieler in 13 Jahren BVB sollen am 5. September Dede zuliebe nach Dortmund kommen und ihm einen gebührenden Abschied bereiten. Die Einladungen sind verschickt, die Rückmeldungen extrem positiv. Einem wie Dede, so scheint es, schlägt man einfach keinen Wunsch ab.

"Leute haben mich nicht vergessen"

Und genau das macht Dede stolz. Stolzer gar als all die sportlichen Siege und Titel, die er mit dem BVB gewann. „Viel wichtiger“, sagt er, „ist doch, dass die Leute mich nicht vergessen haben und mir noch immer wohlgesonnen sind.“ Dann erzählt er die Geschichte eines Shopping-Trips nach Oberhausen.

Ein Mann habe ihn damals gebeten, mit seinem Sohn für ein Foto zu posieren. Er selbst sei zwar Schalker, erklärte der Familienvater, „aber einen wie Sie, Dede, den wünscht sich doch jeder Verein“. Dedes Stimme stockt kurz, als er die Geschichte erzählt, seine Augen werden feucht. Dann lächelt er fast ein wenig verlegen und fängt sich wieder. Am 5. September dürfte ihm das nicht gelingen. Große Emotionen sind garantiert, wenn er noch einmal im BVB-Trikot den Rasen des Signal Iduna Parks betritt. Tränen werden fließen. Bei Dede – und bei den Fans. 

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