Quintett vertritt Schwarzgelb

DORTMUND Der DFB setzt bei der Europameisterschaft nicht auf BVB-Akteure. Dafür vertreten fünf ausländische Profis Schwarzgelb in der Schweiz und Österreich. Das Quintett im Portrait:

von Von Thomas Rellmann

, 30.05.2008, 15:53 Uhr / Lesedauer: 2 min
Jubelnde Schweizer: Alexander Frei (l.) und Philipp Degen.

Jubelnde Schweizer: Alexander Frei (l.) und Philipp Degen.

Spätestens seit diesem Mittwoch im November ist sein Standing zementiert: Mladen Petric, Borussias bester Angreifer der abgelaufenen Saison (13 Tore), traf doppelt beim 3:2-Sieg seiner Kroaten in England und stürzte ein ganzes Königreich in Depressionen. Die „Three Lions“ verpassten so die EM – und Petric war plötzlich in aller Munde. Mit einem Stammplatz in der eigenen Nationalelf sieht‘s gut aus. Das Standing des 27-Jährigen könnte kaum besser sein. Allerdings plagte er sich zuletzt mit Rückenproblemen herum. Die sind inzwischen aber weitgehend ausgeheilt.

  • In der Bundesliga entzündete sich an ihm oft harsche Kritik. Das ist anders, wenn Robert Kovac das weiß-rot karierte Trikot seines Heimatlandes trägt. Dort gilt der 34-Jährige gemeinsam mit dem Berliner Josip Simunic und Schlussmann Stipe Pletikosa als Zentrum der Stabilität, auch wenn zuletzt ähnlich wie in Deutschland Bedenken wegen seines Alters auftauchten. Kovac selbst findet‘s „lustig“. Das Auftaktmatch gegen Österreich sei das „absolute Schlüsselspiel“.
  • Für Jakub Blaszczykowski verlief die Vorbereitung auf die EM bisher nicht optimal. Wegen der Nachwirkungen einer Oberschenkelzerrung musste der 22-Jährige mehrfach allein trainieren, auch in den letzten Tests musste „Kuba“ zuschauen. Wie groß das Vertrauen von Trainer Leo Beenhakker in der Mittelfeldspieler mit den schnellen Beinen ist, beweist die Aussage des Niederländers, er habe nicht eine Sekunde daran gedacht, auf „Kuba“ zu verzichten. Der soll mit Jacek Krzynowek (VfL Wolfsburg) den rechten Part der Flügelzange des ersten deutschen Gegners bilden.
  • Eine ganze Nation zitterte in den vergangenen Monaten: Findet Alexander Frei, der Kapitän der Eidgenossen, rechtzeitig seine Form? Und eine ganze Nation atmete in den vergangenen Wochen langsam auf: Er trifft wieder, Gott sei Dank! Sechs Treffer in der Rückrunde, in der Frei zusätzlich einige Male von muskulären Wehwehchen heimgesucht wurde, sind eine akzeptable Quote. Er gilt als Fixpunkt des Gastgebers. Es wird eine Bewährungschance, nachdem er bei der letzten EM in Portugal wegen einer Spuckattacke früh gesperrt wurde. Er sagt ganz selbstbewusst: „Wir wollen Geschichte schreiben.“
  • Am Ende war‘s ein Wettlauf mit der Zeit. Philipp Degen hat ihn gewonnen. Er steht im Aufgebot der Schweizer – obwohl eine Seuchensaison mit Syndesmosebandriss, Leistenbruch, Sprunggelenksverletzung und allerlei anderem hinter dem 25-Jährigen liegt. Sein Zwillingsbruder David vom FC Basel hatte weniger Glück, er muss die EM vor dem Fernseher verbringen. Lange hatte Philipp seinen Platz in der ersten Elf sicher. Jetzt wird er wegen seines großen Rückstandskämpfen müssen, um im Eröffnungsspiel gegen die Tschechen dabei zu sein.

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