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Jude Bellingham wird rassistisch beleidigt und wehrt sich – BVB hilft

Borussia Dortmund

Jude Bellingham wird nach seinem Abschied bei Birmingham City rassistisch beleidigt. Der Youngster wehrt sich und deckt Missstände auf. Rückendeckung gibt es auch vom BVB.

Dortmund

, 23.07.2020, 11:07 Uhr / Lesedauer: 2 min
BVB-Neuzguang Jude Bellingham verabschiedet sich bei Birmingham City.

BVB-Neuzguang Jude Bellingham verabschiedet sich bei Birmingham City. © Screenshot/Instagram

Es war eigentlich ein guter Abend für BVB-Neuzugang Jude Bellingham. In seinem letzten Spiel für seinen Jugendverein sicherte er mit Birmingham City trotz Niederlage die Klasse, der Großteil der Fans verabschiedete ihn emotional. Doch dann wurde der 17-Jährige rassistisch beleidigt.

BVB-Neuzugang Bellingham verabschiedet sich tränenreich – und wird beleidigt

Birmingham City, das die Trikotnummer von Bellingham nicht mehr vergeben wird, veröffentlichte nach dem letzten Spiel von BVB-Neuzugang Jude Bellingham ein kurzes Videointerview. Unter Tränen verabschiedete er sich. „Das ist mein Klub, ich liebe diesen Klub. Ich werde auf meine Zeit bei Birmingham City immer mit Liebe zurückblicken“, erklärte Bellingham. Dann schlug ihm von einer Einzelperson Hass entgegen.

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Ein User mit dem Namen „Poor Guy“ („armseliger Typ“ – das trifft es, Anm. d. Red.) beleidigte Bellingham unter dem Beitrag rassistisch, auch die Kollegen von Ruhr24.de berichten über den Fall. Bellingham veröffentlichte den Vorfall auf seiner Instagram-Seite. „Dumme Seite und Mannschaft. Jude Bellingham ist ein überbewertetes Talent. Er ist nutzlos und denkt nur an Geld“, schreibt der User „armseliger Typ“. Damit kam Bellingham noch klar: „Mich nicht als Spieler oder sogar als Person zu mögen, ist in Ordnung für mich.“ Doch dann beleidigte „armseliger Typ“ ihn rassistisch.

BVB-Neuzugang Bellingham wehrt sich nach Rassismus-Vorfall

„Er ist schwarz. Schwarze denken immer nur an Geld“, schrieb er. Das ging zu weit – auch für BVB-Neuzugang Bellingham. „Wie kann jemand meine Herkunft und schändliche Vorurteile benutzen, um eine Entscheidung zu kritisieren, dich ich für meine Karriere getroffen haben?“, fragte Bellingham, und er setzte nach: „Die Zeiten haben sich verändert, aber noch mehr muss geschehen!“

Bellingham ist bei Weitem nicht der einzige Profi-Fußballer, der sich rassistischen Sprüchen ausgesetzt sieht. Otto Addo, der als BVB-Talentförderer eng mit Bellingham zusammenarbeiten wird, kennt solche Vorfälle aus seiner Zeit als aktiver Spieler – und auch heute noch. „Ich mache immer noch Erfahrungen, die ich ausschließlich mit meinen dunkelhäutigen Freunden teile. Mit der Zeit entwickelt man ein Gespür für gewisse Situationen und weiß, bestimmte Blicke oder Gesten einzuordnen“, sagte er jüngst in der 11Freunde. „Unser Alltag sieht anders aus. Auch heute noch“, so Addo. „Diese Denkweisen“, sagte er gegenüber den Ruhr Nachrichten, „die gilt es aufzubrechen.“

BVB-Neuzugang Bellingham prangert falsches Verhalten an

Bellingham jedenfalls wehrte sich gegen den Rassismus, beteuerte, dass er mit der Situation klarkomme. „Ich fand es einfach wichtig, meine Plattform zu nutzen, um aufzuzeigen, wie falsch dieses Verhalten ist“, schrieb er – und liegt richtig.

Auch der BVB unterstützte seinen neuen Schützling. Via Twitter teilte Borussia Dortmund mit: „Wir unterstützen Jude Bellingham nach den rassistischen Beschimpfungen über Social Media. Rassismus hat bei Borussia Dortmund keinen Platz! Wir freuen uns auf Dich, Jude!“

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