Reinier (M.) wartet auf den Durchbruch beim BVB. © picture alliance/dpa
Borussia Dortmund

Reinier ist beim BVB noch nicht angekommen: Klappt‘s noch?

Reinier wartet auf den Durchbruch beim BVB. Schon sehr lange. Gelingt der überhaupt noch? Trainer Edin Terzic versucht es mit einer verbalen Streicheleinheit.

Wer schwarz auf weiß nachlesen möchte, wie sich die Geschichte von Borussia Dortmund und seinem brasilianischen Leiharbeiter Reinier bislang am treffendsten erzählen lässt, dem sei die Statistik des Spiels Borussia Dortmund gegen den VfB Stuttgart am 12. Dezember des vergangenen Jahres ans Herz gelegt. Nach 59 Minuten wurde Reinier beim Spielstand von 1:2 aus Dortmunder Sicht zum achten und bis heute letzten Mal in einem BVB-Spiel eingewechselt, eine Minute später stand es 1:3, beim Schlusspfiff dann 1:5, und einen Tag später wurde der Trainer gefeuert – alles ziemlich gruselig.

Reinier und Borussia Dortmund ist bislang noch keine Erfolgsgeschichte

Reinier und Borussia Dortmund, das darf und muss man zum jetzigen Zeitpunkt vorsichtig so feststellen, ist bislang freilich keine Erfolgsgeschichte. Unter BVB-Trainer Edin Terzic spielte die 19 Jahre alte Leihgabe von Real Madrid noch keine einzige Sekunde, unter Vorgänger Lucien Favre ebenfalls insgesamt und wettbewerbsübergreifend nur 136 Minuten und nie von Beginn an. Darüber hinaus stehen null Torbeteiligungen in Reiniers trister BVB-Bilanz – natürlich hatten sich das beide Seiten anders vorgestellt.

Trotzdem lobt Terzic den Spieler für sein Engagement auf und neben dem Platz: „Reinier ist ein sehr, sehr talentierter Fußballer, der hart an sich arbeitet. Das gilt sowohl im sprachlichen Bereich, um immer mehr verstehen zu können, als auch im fußballerischen Bereich im Training“, sagt der 38-Jährige. „Es fällt mir schwer, das nicht belohnen zu können. Wir wünschen uns, dass wir vielleicht auch mal einen Spielverlauf haben, wo wir dem einen oder anderen Spieler etwas Spielpraxis und Spielrhythmus schenken können.“ Gegen Paderborn sei die Chance eigentlich da gewesen, meint Terzic, „wenn das Spiel nicht noch einmal gekippt wäre“. Aber er sei nicht weit davon entfernt, „jedem Spieler die Chance zu geben, der sie verdient hat“. Und Reinier gehöre auf jeden Fall zum Kandidatenkreis.

Reinier wartet auf den Durchbruch: Der BVB übt sich in Geduld

Noch besteht also ein wenig Grund zur Hoffnung, dass das auf zwei Jahre angelegte Reinier-Leihgeschäft zwischen Real Madrid und dem BVB vielleicht doch noch eine Erfolgsgeschichte wird. Borussia Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc hatte bereits im vergangenen Dezember erklärt, dass der Verein Geduld mit Reinier haben werde, der ein schwieriges Jahr 2020 erlebt habe. Es gebe grundsätzlich auch keine Überlegung, die Leihe vorzeitig zu beenden. Er hoffe daher, sagte Zorc, dass auch Reinier die nötige Geduld mitbringe.

Zumindest bis Sommer wird Reinier sie haben müssen, nun, da das Winter-Transferfenster geschlossen ist. Der Offensivspieler, der vor einem Jahr für 30 Millionen Euro von Flamengo Rio de Janeiro nach Madrid wechselte, um dann im vergangenen Sommer weiter nach Dortmund verliehen zu werden, hat sich dazu entschieden, sich beim BVB durchzubeißen.

Reinier muss beim BVB kleine und viele Schritte gehen

Dafür wird er kleine und viele Schritte gehen müssen. An den vergangenen fünf Spieltagen stand Reinier immerhin jedes Mal im Kader der Schwarzgelben, das muss mittlerweile vermutlich schon als einer dieser kleinen Schritte gewertet werden. Man werde Reinier „die nötige Zeit geben, um sich an den deutschen Profifußball zu gewöhnen, dann wird er eine zusätzliche Option in der Offensive sein“, sagte Zorc bei der Verkündung des Transfers im vergangenen August. Knapp sechs Monate dieser Zeit sind mittlerweile um, 18 weitere und angestrebte bleiben, um tatsächlich noch eine Option für die BVB-Offensive zu werden.

Über den Autor
BVB-Redaktion
Tobias Jöhren, Jahrgang 1986, hat an der Deutschen Sporthochschule in Köln studiert. Seit 2013 ist er Mitglied der Sportredaktion von Lensing Media – und findet trotz seines Berufes, dass Fußball nur die schönste Nebensache der Welt ist.
Zur Autorenseite
Avatar