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"Respektvollste Möglichkeit, Mitgefühl zu zeigen"

Westerfellhaus im Interview

Nach dem tragischen Tod eines Fans während des BVB-Spiels gegen Mainz herrschte im Stadion nach der Halbzeit eine bedrückende Atmosphäre. Tobias Westerfellhaus, Vorstandsmitglied der BVB-Fanabteilung, saß bei einem Sanitätereinsatz in nächster Nähe. Wie er die Geschehnisse im Stadion erlebte, erzählt er im Interview.

Dortmund

, 14.03.2016, 19:32 Uhr / Lesedauer: 2 min
"Respektvollste Möglichkeit, Mitgefühl zu zeigen"

Bilder der Partie Dortmund gegen Mainz.

Was haben Sie vom tragischen Zwischenfall in der Südwest-Ecke des Stadions mitbekommen?

Ich saß nur circa 15 bis 20 Reihen entfernt. Wir haben mitbekommen, wie zahlreiche Sanitäter in den Block stürmten und dachten zunächst an eine Auseinandersetzung unter den Zuschauern. Merkwürdig war, dass zwei Sanitäter-Teams im Einsatz waren.

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Das Spiel lief ja parallel ganz normal weiter…

Und in den ersten Minuten konzentrierte man sich auch auf das, was auf dem Rasen passierte. Aber der Einsatz dauerte lange, da schaute man natürlich immer mal wieder hin. Es gab dann nach ein paar Minuten noch Standing Ovations, als das eine Team dann den reanimierten Patienten abtransportierte. Dann aber sprach sich sehr schnell herum, was noch passiert war. Ich kann sagen, dass die Sanitäter einen Bombenjob gemacht haben. Die waren ruckzuck da.

 

Wie lief da die Kommunikation, beeindruckend war ja vor allem auch, dass das ganze Stadion geschwiegen hat?

Das ging über diverse Netzwerk-Gruppen unter den Fans, die Meldung hat sich dann auch über die sozialen Medien und Mundpropaganda in den Blöcken sehr schnell herumgesprochen. Es gab dann die Ansage, den Support einzustellen aus Respekt vor den beiden Personen. Wir wussten da ja noch nicht genau, wie es ihnen ging. Einige, die das noch nicht mitbekommen hatten, haben dann nochmal kurz versucht, Stimmung zu machen, aber insgesamt war es ruhig. Die Stimmung war sehr gedrückt, auch beim 2:0 wurde ja nicht mehr richtig gejubelt.

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Wie ist der Austausch mit den Mainzer Fans gelaufen?

Mit den Mainzern haben wir seit langem einen guten Draht, auch da waren die Kommunikationswege kurz. Die haben sich uns dann sofort angeschlossen, vor allem, weil sie vor kurzem selbst in ihrem Stadion so einen Zwischenfall hatten. Aber es stimmt, es war schon sehr krass, wenn so viele Fans schweigen.

 

Und die Idee, kurz vor Abpfiff "You‘ll never walk alone" anzustimmen?

Die kam relativ spontan, die Vorsänger haben dann die Podeste erklommen. Es war sehr eindrucksvoll und, wie ich finde, die respektvollste Möglichkeit, unser Mitgefühl zu zeigen.

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