Roman Weidenfeller über Schrauben, Scheichs und Signale

Das Interview

Roman Weidenfeller (30) kann in dieser Saison gleich mehrere Ziele erreichen. Mit Dortmund Meister werden etwa. Die beste Fangqoute aller Bundesliga-Torhüter aufweisen. Oder mitsamt seinen Vorderleuten den Gegentor-Minusrekord des FC Bayern München (21) einstellen.

DORTMUND

von Von Sascha Fligge

, 26.03.2011, 06:13 Uhr / Lesedauer: 3 min
Vielleicht der beständigste Torhüter dieser Bundesliga-Saison: Dortmunds Roman Weidenfeller.

Vielleicht der beständigste Torhüter dieser Bundesliga-Saison: Dortmunds Roman Weidenfeller.

Mit 41? Ich werde im Sommer 31. Keine Ahnung, was in zehn Jahren ist.

Ja, wenn ich dann noch mal die Möglichkeit bekäme zu spielen, egal ob in der Bundesliga oder in der Premier League, ich würde sie nutzen. Das Angebot war ein Geschenk für Jens. Ich freue mich riesig für ihn. Ich glaube aber nicht, dass er auf die Insel gezogen ist, um sich dort sechs Wochen lang auf die Bank zu setzen.

Ich kenne Jens aus unserer gemeinsamen Zeit beim BVB. Er ist extrem ehrgeizig und wird die Chance suchen, noch einmal in der Kiste zu stehen. Verletzungen und Patzer der teaminternen Konkurrenten spielen ihm im Moment in die Karten.

Ich glaube, dass sich die Leute, die über ein angebliches Dortmunder Tief schreiben oder schreiben müssen, sich im Moment selbst nicht wohl dabei fühlen. Das ist doch alles übertrieben!

Wir sind sensibilisiert, wir müssen an ein, zwei kleineren Schrauben drehen. Aber das werden wir unaufgeregt tun. Die Mannschaft ist ja auch nicht hysterisch geworden, als sie 13 Punkte Vorsprung hatte. Wir wissen schon, dass wir in dieser Saison eine Menge richtig machen.

Das ist nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.

Nein, kein bisschen.

…sind noch immer ein gutes Polster. Aber wir werden uns darauf nicht ausruhen, haben noch schwere Auswärtsspiele in Hamburg, Bremen und Gladbach – und nächste Woche kommt in Hannover der Tabellendritte zu uns. Der Gedanke, dass wir jedes Spiel dominieren und 3:0 oder 4:0 gewinnen müssen, sollte aus den Köpfen der Leute raus. Wir spielen immer noch in der Bundesliga, in einer der stärksten Ligen der Welt.

Sicher. Aber wir sind ja auch ein Phänomen. Mit uns hat da oben keiner gerechnet, und ehrlich gesagt hätte ich das ebenfalls nicht. Wenn man mir vor der Saison garantiert hätte, wir würden auf Platz fünf ins Ziel kommen, wäre ich happy gewesen. Aber jetzt ist die Situation eben eine andere. Jetzt wollen wir mehr erreichen, die Saison krönen.

Sie haben offenbar nicht damit gerechnet, dass vermeintlich kleinere Klubs sich als Kollektiv so aufstellen können, dass sie dauerhaft dynamisch umschalten und aggressiv draufgehen können. Über Monate hinweg.

Die Gefahr ist immer gegeben. Wenn irgendein Scheich daher kommt und eine Megasumme für einen Spieler bietet, dann weiß man nie, was passiert. Aber der BVB hat das klare Signal ausgesandt, dass er die Mannschaft zusammen halten möchte. Viele Verträge wurden verlängert. Das ist sehr positiv. Und ich finde es auch klasse, dass diese Mannschaft, die sich möglicherweise die Champions League-Qualfikation erarbeitet, dann auch weitgehend gemeinsam in der Königsklasse spielen dürfte.

Sie ist etwas ganz Besonderes. Ich hätte ehrlich gesagt nicht mehr damit gerechnet, dass ich noch mal auf diesem hohen Niveau spielen darf. Aber es sind ja auch noch sieben Spiele, die wir vor der Brust haben. Sechs Wochen bis ins Ziel. Wir müssen das jetzt einfach durchziehen. 

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