Borussia Dortmund

Rose steht vor einem Personalpuzzle: So könnte der BVB in Bielefeld spielen

Der Haaland-Ausfall trifft Borussia Dortmund ins Mark. Der Außenverteidiger-Mangel nimmt absurde Züge an. Marco Rose steht vor einem großen Personalpuzzle. So könnte der BVB in Bielefeld spielen.
© imago images/Team 2

Nun ist also das passiert, wovor sich Borussia Dortmund fürchten muss, seit dieser Spieler am 18. Januar 2020 beim Spiel in Augsburg mit der ihm eigenen Urgewalt in den BVB-Kosmos eindrang und binnen Wochen einen ganzen Klub mit sich riss. Erling Haaland wird längerfristig fehlen, gleich „mehrere Wochen“, wie Trainer Marco Rose am Freitag umschrieb, was genügend Interpretationsspielraum lässt, um die Sorgenfalten noch weiter zunehmen zu lassen.

Auf das peinliche 0:4 bei Ajax folgt für den BVB der Haaland-Schock

Vor allem, wenn man die Art der Verletzung bedenkt: Der Hüftbeuger hat etwas abbekommen, er ist eine der sensibelsten Stellen bei einem Profisportler. Ohne ihn könnte man das Bein nicht heben, was auch heißt, dass der Muskel auch im Alltagsleben (und während einer Verletzung) relativ stark belastet wird.

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Haaland erneuter Ausfall, nachdem er gerade genesen war von einer nervenden Oberschenkel-Blessur, trifft die Borussia ins Mark. Auf den „Amsterdam-Schock“ mit dem peinlichen 0:4 am Dienstag in der Champions League folgt der „Haaland-Schock“, der auch die Frage aufwirft, ob der Norweger vielleicht zu schnell zu stark belastet wurde nach seiner lang ersehnten Rückkehr in den Trainings- und Spielbetrieb.

BVB-Trainer Rose über Haaland: „Hat keinerlei Probleme angegeben“

In der ersten Partie nach auskurierter Verletzung stand der Norweger am vergangenen Samstag gegen Mainz gleich über 90 Minuten auf dem Rasen, drei Tage später folgten die nächsten intensiven 90 Minuten. Eine Chance, ihn frühzeitig vom Platz zu nehmen, gab der Spielverlauf gegen Mainz nicht her und hätte allenfalls am Dienstag in Amsterdam bestanden, als die Partie nach dem Tor zum 0:4 früh entschieden war. „Er hat sich nach Mainz sehr gut gefühlt, er hat keinerlei Probleme angegeben, er sich auch am Dienstag sehr gut gefühlt“, meinte Rose am Freitag. Spekulieren über eine Folgeverletzung aufgrund der alten Blessur solle man daher nicht, so Rose.

Haaland selbst sei am Donnerstag nach der Diagnose mental „ziemlich down“ gewesen, beschrieb sein Trainer. Am Freitag ließ der 21-Jährige über seine sozialen Kanäle wissen, dass er sich auf seine Reha fokussieren werde und der Plan sei, „noch stärker zurückzukommen“. Das gehört im Internet-Zeitalter zu den Pflicht-Postings, Haaland allerdings kauft man es besonders gern ab.

BVB mindestens fünf Spiele ohne Torjäger Erling Haaland

Dass nach der blutleeren Vorstellung im Nachbarland ausgerechnet der Spieler wochenlang ausfällt, der seine Mitspieler mental wie kein Zweiter mitreißen kann, könnte in den kommenden Wochen noch ein Faktor werden. Während der Reha soll der Norweger daher nahe am Team bleiben. Rose: „Wir brauchen seine Energie!“

Betroffen ist derselbe Oberschenkel wie vor einigen Wochen, allerdings eine andere Stelle. Die angepeilte Rückkehr dürfte sich auf den Zeitraum der ersten Partien nach der letzten Länderspiel-Phase des Jahres Mitte November fokussieren, bis dahin spielt Dortmund in der Liga noch in Bielefeld, gegen Köln und in Leipzig. Dazu kommen das Pokalspiel gegen Ingolstadt und das „Rückspiel“ in der Champions League gegen Ajax Amsterdam.

BVB in Bielefeld auch ohne Nico Schulz und Thomas Meunier

Die Nachricht von Haalands erneutem Ausfall fiel mitten hinein in die Aufarbeitung eines Spiels, dessen Verlauf Mannschaft, Trainer, Funktionäre und Fans böse überraschte. Gut eine Stunde saßen Team und Trainerteam am Donnerstag zusammen, es sei eine „sachliche“ Analyse „auch mit emotionalen Momenten“ gewesen, in denen Rose und seine Assistenten der Mannschaft auch „Verhaltensweisen in Amsterdam aufgezeigt haben, die dazu führen müssen, dass wir hart mit uns ins Gericht gehen.“ Dass gleich die erste Ajax-Chance nach acht Minuten ausreichte, um seiner Elf den Schneid abzukaufen, wurmt Rose auch Tage später noch. „Wir müssen mutig bleiben, auch wenn ein Gegner uns aggressiv zusetzt. Wir dürfen uns nicht auffressen lassen.“

Ob Arminia Bielefeld am Samstag (15.30 Uhr, live bei Sky) in der Lage sein wird, dem BVB ähnlich hart zuzusetzen, darf man bezweifeln. Auch wenn Rose pflichtschuldig vor einer „unangenehmen Aufgabe“ in einem Stadion „mit einer heißen Atmosphäre“ warnte, sollte der Tabellenvorletzte auch von einer Dortmunder Elf ohne Haaland und den ebenso ausfallenden Thomas Meunier (Schlag auf den Fuß) und Nico Schulz (Muskelfaserriss) zu schlagen sein.

Große BVB-Probleme auf den Außenverteidiger-Positionen

Offensiv wie defensiv muss Rose allerdings bei der Aufstellung „basteln“, wie er umschrieb. In Felix Passlack steht aktuell nur noch ein gelernter Außenverteidiger zur Verfügung, vorne fehlen neben Haaland weiter Youssoufa Moukoko und Giovanni Reyna. Ebenso Mahmoud Dahoud. Gut möglich, dass der Kader mit einigen U23-Akteuren – der BVB II spielt erst am Sonntag gegen Viktoria Köln – aufgefüllt wird.

So könnte der BVB in Bielefeld spielen:

Kobel – Wolf, Akanji, Hummels, Passlack – Witsel – Bellingham, Reus – Hazard, Malen, Brandt