Schock in der Nachspielzeit: Viel Lob, aber keine Punkte für BVB-U19

BVB-Angreifer Paris Brunner ist am Boden zerstört.
BVB-Angreifer Paris Brunner ist am Boden zerstört. © imag / Ahlborn
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Prince Aning wusste sofort, was passiert war. Der Verteidiger sank zu Boden, hielt sich die Hände vor sein Gesicht. Völlig unnötig hatte er im Sechzehner kurz vor der Auslinie das Bein gegen Oscar Bobb stehen lassen. Der Schiedsrichter zeigte sofort auf den Punkt. Bobb verwandelte sicher, rettete dem so hoch gelobten U19-Team des englischen Meisters zumindest einen Punkt gegen den BVB. Dachten man zu diesem Zeitpunkt.

Manchester-Joker Joel Ndala schockt den BVB in der Nachspielzeit

Doch für Borussia Dortmund kam es noch dicker: Nach einer Flanke aus dem Halbfeld bekam BVB-Torhüter Marian Kirsch die Finger nicht richtig an den Ball, der dann auch noch direkt vor den Füßen des eingewechselten Joel Ndala landete. Der Stürmer drückte ihn über die Linie. 3:2 für Manchester City. In der Nachspielzeit. Danach war Schluss.

Vasco Walz erzielte den zwischenzeitlichen BVB-Ausgleich zum 1:1.
Vasco Walz erzielte den zwischenzeitlichen BVB-Ausgleich zum 1:1. © imago / Patrick Ahlborn

Die Belohnung für einen couragiert auftretenden BVB blieb im CFA Stadium aus. „Jetzt direkt nach dem Spiel überwiegt natürlich der Frust“, sagte BVB-Nachwuchsdirektor Lars Ricken im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten. „Aber ich bin begeistert von der Mannschaft. Mike Tullbergs Matchplan ist komplett aufgegangen. Wären wir mit 2:1 vom Platz gegangen, wären wir der verdiente Sieger gewesen. Das Spiel hat gezeigt, dass unsere Jungs im internationalen Vergleich durchaus mithalten können.“

Brunner und Bamba haben die BVB-Führung auf dem Fuß

In der Tat. Das Team von Mike Tullberg agierte mutig, nutzte die Umschaltmomente nahezu perfekt aus und stelle City so mehrfach vor große Probleme. Einzig: Der Ball wollte zunächst nicht ins Tor. Samuel Bamba und Paris Brunner hatten gleich mehrmals die Führung auf dem Fuß. Das Tor fiel dann wenig später auf der anderen Seite. Lion Semic verschätzte sich bei einem langen Ball, Carlos Borges – ein Name, den man sich merken sollte – pflückte den Ball herunter und legte für Nico O’Reilly auf (35.).

BVB-Stürmer Julian Rijkhoff bejubelt seinen Elfmetertreffer zum 2:1.
BVB-Stürmer Julian Rijkhoff bejubelt seinen Elfmetertreffer zum 2:1. © imago / Patrick Ahlborn

Doch Borussia Dortmund bewies Moral. Und ausgerechnet in einer Phase, in der City deutlich am Drücker war, traf Vasco Walz zum Ausgleich (72.). Als Julian Rijkhoff dann wenig später vom Elfmeterpunkt zur Führung traf, war Borussia Dortmund ganz nah dran an der durchaus kleinen Sensation. Bis zur bereits thematisierten 89. Minute.

BVB-Trainer Tullberg „das beste Spiel gegen einen solchen Gegner“

Mike Tullberg war dennoch stolz auf seine Mannschaft. „Es war das beste Spiel einer Dortmunder Jugendmannschaft gegen einen solchen Gegner, das ich gesehen habe, seitdem ich hier bin. In der ersten Hälfte wusste City zeitweise gar nicht, was los war. Wir waren spielerisch deutlich besser, haben 88 Minuten perfekten Fußball und gespielt, das Spiel aber durch drei große individuelle Fehler verloren. Der liebe Fußballgott war heute nicht mit uns.“ Im zweiten Spiel der Gruppe setzte sich der FC Kopenhagen mit 4:1 gegen Sevilla durch.


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