Sebastian Rode peilt Comeback in drei Wochen an - aber wohl nicht beim BVB

Nach Knorpelschaden

BVB-Profi Sebastian Rode (28) hat nach seiner Knie-OP das Lauftraining wieder aufgenommen. In drei Wochen will er ins Mannschaftstraining zurückkehren - wo, das ist Verhandlungssache.

Dortmund

, 02.07.2019 / Lesedauer: 3 min
Sebastian Rode peilt Comeback in drei Wochen an - aber wohl nicht beim BVB

Sebastian Rode bei der Feier anlässlich des 120. Eintracht-Geburtstags am 29. Juni in der Commerzbank-Arena. © imago

Am 9. Mai hatte Sebastian Rode, von Borussia Dortmund seit Januar für ein halbes Jahr an Eintracht Frankfurt ausgeliehen, alle Sportfans auf seiner Seite. Mit einer offensichtlich schmerzhaften Knieverletzung musste er im Halbfinale der Europa League beim FC Chelsea vom Platz getragen werden, ein Drama. Kurz darauf erhielt er die unheilversprechende Diagnose: Knorpelschaden.

Rode gibt sich gewohnt kämpferisch

Rode ging die Situation mit der vierten schweren Knieverletzung in seiner Karriere so an, wie ihn die Fans auch auf dem Rasen kennen: mit viel Kampfkraft. Schon am Tag nach der Rückkehr aus London beschäftigte er sich mit den Gedanken an OP, Reha und Comeback. Beflügelt wurden seine Hoffnungen von der bärenstarken Rückrunde im Trikot der Frankfurter Eintracht und dem Befund während des Eingriffs.

Sebastian Rode peilt Comeback in drei Wochen an - aber wohl nicht beim BVB

Beim Halbfinal-Rückspiel der Europa League beim FC Chelsea zog sich Rode eine schwere Knieverletzung zu. © imago

Ein sportlicher Fakt: Das Fachmagazin „kicker“ listet Rode nach der zweiten Halbserie der abgelaufenen Saison als drittbesten Mittelfeldspieler der Bundesliga auf. Hinter Thiago (FC Bayern München) und Charles Aranguiz (Bayer Leverkusen) landete er in der Wertung auf Rang drei im Bereich „Internationale Klasse“ - und damit noch weit vor den besten Dortmundern (Axel Witsel auf Rang 8 und Thomas Delaney auf Rang 10 firmieren unter „Im weiteren Kreis“).

Bei der Operation erwies sich der diagnostizierte Knorpelschaden derweil nicht als so gravierend wie zunächst befürchtet. Statt Karriereende oder mehrmonatiger Pause benötigte das lädierte Gelenk nur ein wenig Ruhestellung und Schonung.

Rode musste nur einen Monat lang pausieren

Inzwischen ist Rode wieder ins individuelle Lauftraining eingestiegen. In drei Wochen, so heißt es, will er wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. Er hat nur etwas mehr als einen Monat mit dem Sport aussetzen müssen, entsprechend wenig dürfte er an Fitness eingebüßt haben.

Unwahrscheinlich bleibt, dass Rode wieder in Dortmund aufschlägt, aus sportlichen wie privaten Gründen. Mit seiner Frau Johanna hat er eine Wohnung in Frankfurt-Sachsenhausen angemietet, die Pläne für ein Eigenheim in Bensheim werden geschmiedet. Es ist kein Geheimnis, dass sich der heimatverbundene Mittelfeldmalocher hier wohl fühlt. Auch fußballerisch. Die Eintracht-Adler befinden sich unter Trainer Adi Hütter nach der Spielzeit 2018/19 im Aufwind, Rode will weiter mitfliegen.

Rode absolviert nur 22 Pflichtspiele für den BVB

Sein Vertrag in Dortmund, den er nach seinem kostspieligen Wechsel aus München im Sommer 2016 unterschrieben hat, läuft erst in einem Jahr aus. Die Dortmunder Seite erwartet eine satte Millionensumme bei einem Verkauf und kann auf Rodes Leistungen verweisen. In Frankfurt wiederum verweist man auf die geringe Restlaufzeit des Vertrages, Rodes dicke Krankenakte und das damit verbundene Risiko.

Sebastian Rode peilt Comeback in drei Wochen an - aber wohl nicht beim BVB

In 2,5 Jahren absolvierte für den BVB lediglich 22 Pflichtspiele. © Guido Kirchner

Daran, dass sich alle drei Seiten einig werden, besteht kaum Zweifel. In drei Wochen, wenn Rode sein Comeback im Teamtraining geben will, sollten die Verhandlungen abgeschlossen und die Formalitäten erledigt sein. Rodes Zeit in Dortmund, bei nur 22 Pflichtspieleinsätzen in drei Jahren für Spieler und Verein unbefriedigend, hätte dann ein Ende. Für den Trainingsauftakt und die Leistungsdiagnostik ab Mittwoch (3. Juli) ist er freigestellt, er absolviert die Reha in Hessen.

Rekordeinnahme durch Jovic-Verkauf

Frankfurt hat kürzlich eine Rekordtransfer getätigt und Djibril Sow für geschätzte 8,5 Millionen Euro verpflichtet. Auch die bisher ausgeliehenen Stammkräfte Kevin Trapp und Martin Hinteregger sollen, wie Rode, gehalten werden. Die Nettoeinnahmen aus dem Rekordverkauf von Luka Jovic (für bis zu 70 Millionen Euro zu Real Madrid) könnten schnell verbraucht sein.

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